Luxor, Istanbul Würfelspiel, Mercado Ein Autor, drei Spiele – aber nur eines davon ist richtig gut

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Drei Spiele von Rüdiger Dorn: Luxor, Istanbul – Das Würfelspiel und Mercado. Foto: Karsten GrosserDrei Spiele von Rüdiger Dorn: Luxor, Istanbul – Das Würfelspiel und Mercado. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Der gebürtige Ibbenbürener Rüdiger Dorn gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Spieleautoren. Von drei seiner neuesten Titel ist aber nur ein Spiel wirklich gut. Und zwar so gut, dass es von der Kritiker-Jury „Spiel des Jahres“ für den Preis 2018 nominiert worden ist.

Mit „Las Vegas“ (alea/Ravensburger, 2012) und „Karuba“ (Haba, 2016) war Rüdiger Dorn in diesem Jahrzehnt schon zweimal für den Preis Spiel des Jahres nominiert. Nun zählt sein „Luxur“ (Queen Games) erneut zu den drei Kandidaten, die für die begehrte Auszeichnung mit dem roten Pöppel infrage kommen. Mit „Istanbul“ (Pegasus Spiele) gewann er 2014 gar den Preis „Kennerspiel des Jahres“. Alles super? 

Nur eine seiner drei Neuheiten genügt hohen Ansprüchen: „Luxor“ eben. Warum dieses Lauf- und Sammelspiel um die Grabkammer des Pharao überzeugt, folgt nach der Erklärung, warum „Mercado“ schwach und „Istanbul – Das Würfelspiel“ immerhin ordentlich ist.

Mercado

Mit einem Beutel voll Münzen begeben sich die Spieler zu einem Markt, um dort wertvolle Gegenstände und betörende Düfte einzukaufen. Zwei Probleme tauchen dabei auf: Die Konkurrenz bietet mit und es ist Falschgeld im Beutel. Wer dran ist, zieht in der Regel drei Münzen aus seinem Beutel und platziert diese an Waren, die er erwerben möchte. Die Kosten setzen sich aus Sets gleichfarbiger oder unterschiedlicher Münzen zusammen. Wer die Summe zuerst beisammen hat, erhält den Zuschlag und damit Ansehenspunkte. Die Münzen sind dann allerdings nicht weg, sondern sie werden solange zwischengelagert, bis man einen Zug opfert, um das Geld wieder in den Beutel zu geben. Hmm.

Die Spieler bieten mit Münzen, um zum Beispiel wie hier einen betörenden Duft zu erwerben. Foto: Karsten Grosser

Zusätzliche Kniffe kommen dadurch in die Partie, dass es auf der Ansehenspunktleiste Aktionsfelder gibt, dass beim Bieten unterlegene Spieler Siegel erhalten, um in einem Zug fünf Münzen ziehen zu dürfen. Und dass so mancher Gegenstand wichtige Privilegien mit sich bringt. Doch insgesamt fehlt Mercado die Seele. Die Partien plätschern vor sich hin, ohne dass allzu große Spannungsmomente entstehen. Zu offensichtlich ist das, was man mit den gezogenen Münzen machen kann – oder auch nicht. Am Ende ärgern sich diejenigen, die immer die falschen Münzen aus dem Beutel gezogen haben. Und es freuen sich diejenigen, die mehr Glück hatten.

Mercado von Kosmos: ein Ausschnitt von der Coverillustration. Foto: Karsten Grosser

Mercado

  • Autor: Rüdiger Dorn
  • Verlag: Kosmos
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: 30 Minuten
  • Würfelwert: 1 (schwach)

Istanbul – Das Würfelspiel

Mit Istanbul landete Dorn einen großen Erfolg: Das Kennerspiel des Jahres 2014 überzeugt vor allem durch einen Mechanismus, der die Bewegung von Kaufleuten und ihren Gehilfen zu den Ständen eines Basars regelt. Dieser Kniff fällt im Würfelspiel weg. Thematisch geht es zwar weiter darum, als Erster eine bestimmte Zahl an Rubinen einzusammeln. Doch ist der Weg dorthin bei diesem Familienspiel deutlich einfacher und auch schneller. Nun geht es darum, mit seinen Würfeln, die hier die Gehilfen symbolisieren, möglichst lukrative Kombinationen bilden zu können.

Wer verdient als Erster die nötige Zahl an Rubinen? Foto: Karsten Grosser

Mithilfe der Würfelaktionen sammeln die Spieler vor allem Waren, die sie wiederum einsetzen, um an die wichtigen Rubine zu kommen. So werden an Ständen Tuch, Obst, Gewürze und Schmuck gegen die wertvollen Edelsteine eingetauscht. Jedoch passen die Händler den Preis mit jedem Geschäft an und verlangen mehr Waren als zuvor. Im Vorteil ist, wer seine Waren frühzeitig in sogenannte Moscheeplättchen investiert, die dauerhafte Vorteile versprechen. Wer darauf verzichtet, wird es schwer haben in diesem Spiel.

Istanbul – Das Würfelspiel nimmt das Thema des großen Bruders Istanbul auf. Foto: Karsten Grosser

Die Zahl der möglichen Aktionen mag zunächst kompliziert wirken, doch Aktionsübersichten erleichtern den Spielern den Einstieg. Gleichwohl kann dieses Würfelspiel eine gewisse Beliebigkeit bei der Auswahl der Aktionen nicht verbergen. Die taktischen Möglichkeiten hängen in erster Linie von den Würfelergebnissen ab. Das Spiel ist deshalb glücksbetonter, als es zunächst wirken mag. Familientauglich eben.

Istanbul - Das Würfelspiel

  • Autor: Rüdiger Dorn
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter:ab 8 Jahren
  • Dauer: 20 bis 40 Minuten
  • Würfelwert: 3 (ordentlich)

Luxor – Die vergessenen Schätze

Vasen, Statuen, Schmuck – und mitunter auch ein Skarabäus: Im Tempel von Luxor liegen auf dem Weg zur Grabkammer des Pharao viele Schätze, die noch niemand eingesammelt hat. Bis jetzt. Beim eingängigen Familienspiel „Luxor“ genügt es jedoch nicht, einfach nur ein Schatzfeld mit einem seiner Abenteurer zu betreten. Oft müssen zwei oder drei eigene Figuren gleichzeitig dort stehen, um das wertvolle Plättchen nehmen zu dürfen. Koordination ist also gefragt. Zumal die Abenteurer über Handkarten bewegt werden, von denen jeweils nur eine der beiden äußeren verwendet werden darf. Sortieren ist verboten, neue Karten werden in die Mitte gesteckt. Ein Prinzip, das gut funktioniert.

Bei Luxor werden die Figuren über Karten gesteuert. Allerdings darf nur die linke oder rechte Karte ausgespielt werden. Foto: Karsten Grosser

Der kurzweilige und immer wieder spannende Wettlauf nimmt im Laufe einer Partie an Dynamik zu, weil stärkere Handkarten erhältlich sind und Felder übersprungen werden. Am Ende zahlt es sich aus, wertvolle Sets aus Schätzen zu haben und mit seinen Abenteurern weit gekommen zu sein – am besten bis in die Grabkammer. Trotz seiner klassischen Anmutung schafft es Luxor, die Spieler in ihren Bann zu ziehen – und ist deshalb ein guter Kandidat auf der Nominierungsliste für das Spiel des Jahres 2018.

Die Grabkammer in der Mitte des Spielplans ist das Ziel bei Luxor. Auf dem Weg dorthin gibt es viele Schatzplättchen. Foto: Karsten Grosser

Luxor

  • Autor: Rüdiger Dorn
  • Verlag: Queen Games
  • Spieler: 2 bis 4 Spieler
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 45 Minuten
  • Würfelwert: 4 (gut)


Luxor von Queen Games: ein Ausschnitt der Covergrafik. Foto: Karsten Grosser


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN