Gefahr für Leben und Technik Tipps für Autofahrer – Was bei Hitze im Fahrzeug hilft

Von Lorena Dreusicke und dpa

Füße aus dem Autofenster halten, um etwas abzukühlen: Bei großer Hitze ist Autofahren anstrengend. Doch es gibt auch andere Tipps für die Fahrt und das Parken an heißen Tagen. Foto: imago/Gottfried CzepluchFüße aus dem Autofenster halten, um etwas abzukühlen: Bei großer Hitze ist Autofahren anstrengend. Doch es gibt auch andere Tipps für die Fahrt und das Parken an heißen Tagen. Foto: imago/Gottfried Czepluch

Hamburg. An sehr heißen Tagen kann sich die Luft im Auto auf über 60 Grad erwärmen – das birgt Risiken.

Sommerliches Wetter macht das Auto zur Wärmekammer. Tipps für das Fahren und Parken bei großer Hitze:

Vor Fahrtbeginn: Aufgeheizte Fahrzeuge sollten vor dem Losfahren ordentlich durchgelüftet werden. Dazu Fenster und Türen öffnen. 

Während der Fahrt: Nach dem Losfahren die Lüftung zunächst auf voller Kühlung und Umluft laufen lassen – so kühlt das Fahrzeug schneller ab, weil keine warme Luft von außen zugeführt wird. Da ein zu kalter Luftstrom der Klimaanlage zu Kreislaufproblemen und Nackensteife führen kann, empfiehlt der ADAC eine Temperatur zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Ein paar Minuten vor dem Ziel sollte die Klimaanlage ausgestellt werden, damit der Wärmetauscher trocknen kann.

Tanken: An heißen Tagen kann der Tank im Auto zur Gefahr werden. Benzin und Diesel dehnen sich bei hohen Temperaturen aus. Schlimmstenfalls kann der Sprit über die Tanklüftung entweichen und sich entzünden. 50 Liter Kraftstoff können sich im Hochsommer um etwa einen Liter ausdehnen. Mindestens umso viel weniger sollten Autofahrer tanken. 

Fensterspalt ohne merklichen Effekt

Parken: Beim Parken hält ein Sonnenschutz an den Scheiben einen Teil der Hitze draußen. Ohne Schutz heizt sich ein Auto schnell auf: 24 Grad Außentemperatur und Sonnenschein können nach zehn Minuten zu 31 Grad im Auto führen, nach 30 Minuten erreicht das Thermometer 40 Grad. Ist es draußen etwa 30 Grad warm, wird es im Auto nach einer Stunde bis zu 60 Grad heiß. Dunkle Fahrzeuge heizen sich schneller auf als Autos mit hellem Lack. Einem ADAC-Test zufolge macht es bei der Erwärmung keinen spürbaren Unterschied, ob ein Fenster einen Spalt geöffnet ist oder nicht. Tücher auf dem Lenkrad oder den Ledersitzen verhindern eine unangenehme Erhitzung.

Was nicht im Auto bleiben sollte: Auf keinen Fall dürfen Kinder oder Tiere im Auto zurückgelassen werden, auch nicht auf einem Schattenparkplatz. Weil im abgestellten Auto die Luftbewegung fehlt, erhitzt der Körper drei Mal schneller als bei gleichen Temperaturen an der frischen Luft. 

  • Hunde, die hitzeempfindlicher als Menschen sind, dehydrieren in warmen Räumen ohne Wasserzugang. Wer ein Tier bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurücklässt, riskiert eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und ein dreistelliges Bußgeld. 
  • Babys und Kleinkinder können Temperaturunterschiede schlecht ausgleichen. Sie können nicht ausreichend schwitzen und haben weniger Flüssigkeitsreserven als Erwachsene. Dies kann für die Kleinen schnell zur Hitzeerschöpfung mit schwerwiegenden Folgen für den Kreislauf und Gehirn – bis hin zum Tod – führen. 
  • Elektronische Geräte sollten ebenfalls nicht im Auto gelassen werden. Auch ohne direkte Sonneneinstrahlung kann Hitze im Auto Bauteilen wie Display, Akku sowie Lötstellen schaden. Unter Umständen kann Batterieflüssigkeit auslaufen, was das Gerät unbrauchbar macht. Bei größeren Beschädigungen des Energiespeichers droht ein Akkubrand. Muss das Gerät im Auto bleiben, empfiehlt sich der Kofferraum unter der Hutablage als kühlste Stelle.