Fliegende Einzelgänger Was unterscheidet Wildbienen von Honigbienen?


Osnabrück. Wenn vom Schutz der Bienen gesprochen wird, dann steht meist die Honigbiene im Mittelpunkt. Doch diese hat aber auch ebenso schützenswerte „wilde Verwandte“.

Wenn vom Schutz der Bienen gesprochen wird, dann steht meist die Honigbiene im Mittelpunkt. Doch diese hat aber auch ebenso schützenswerte „wilde Verwandte“: „Bei den Wildbienen stehen in Deutschland bereits über 50 Prozent auf der Roten Liste“, betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier-Stiftung. „Die Gefahr, dass langfristig immer mehr Wildbienenarten von der Erde verschwinden, ist groß.“

Demnach sind die zwei größten Probleme der Wildbienenarten knappe Nahrung und mangelhafte Nistmöglichkeiten, auch aufgrund von Städte- und Straßenbau, erklärt von Münchhausen. Doch wie erkennt man eigentlich den Unterschied zwischen Wildbienen und der Honigbiene? Dazu nennt hier die Deutsche Wildtier-Stiftung die fünf wichtigsten:

  • 1. Honigbienen gehören alle zu einer Art: der Apis mellifera. Dagegen gibt es bei den Wildbienen alleine in Deutschland über 600 verschiedenen Arten, weltweit sind es über 20000 Arten.
  • 2. Honigbienen werden gezüchtet und leben als soziale Art in einem Volk mit mehreren Tausend anderen Individuen in Stöcken. Im Gegensatz dazu sind Wildbienen meist Einzelgänger und haben individuellen Ansprüchen an ihren Lebensraum: Einige legen Niströhren im Erdboden an, andere bevorzugen Mauerritzen zum Nestbau, wieder andere Pflanzenstängel.
  • 3. Honigbienen fliegen viele Pflanzen an. Die Wildbienen sind da offenbar wählerischer: Sie sammeln Nektar an sehr wenigen, manchmal sogar nur einer einzigen Pflanzenart.
  • 4. Der Name ist hier Programm: Honigbienen produzieren Honig, aus den Nestern europäischer Wildbienen kann kein Honig gewonnen werden.
  • 5. Der Stich der Wildbiene ist für den Menschen wesentlich harmloser als der einer Honigbiene und meist kaum spürbar.


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