Azul, Luxor, The Mind Spiel des Jahres 2018: Diese drei Spiele wurden nominiert

Von Hauke Petersen

Zum Spiel des Jahres 2018 wurden die Titel Luxor, The Mind und Azul nominiert. Foto: Karsten GrosserZum Spiel des Jahres 2018 wurden die Titel Luxor, The Mind und Azul nominiert. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Schatzjagd in einer Pyramide, Fliesenlegen in Portugal oder mit den Mitspielern zu einer gedanklichen Einheit verschmelzen: Die drei Nominierten zum Spiel des Jahres 2018 sind Beleg für die Vielfalt der immer weiter wachsenden Spieleszene.

Spiel des Jahres 2018

Luxor (Queen Games) von Rüdiger Dorn ist der vielleicht klassischste Vertreter unter den drei Nominierten für den Kritikerpreis Spiel des Jahres 2018. Die Spieler brechen auf ins Innere einer Pyramide. Je weiter sie vordringen, desto mehr Siegpunkte sind drin. Auf dem Weg liegen aber noch viele lukrative Artefakte, an denen man gerne haltmacht. Angetrieben werden die eigenen Spielfiguren von einem Satz aus fünf Handkarten. Allerdings können immer nur die beiden äußeren gespielt werden. Und nachgezogene müssen in die Mitte einsortiert werden. Das erschwert die Planung – und auch die Mitspieler kommen einem ständig in die Quere.

Mit Azul (Next Move/Plan B Games) hat Autor Michael Kiesling ein abstraktes Spiel geschaffen, das durch die Optik und das schlanke Spielsystem überzeugt. Die Spieler bedienen sich abwechselnd aus einer Auslage unterschiedlich farbiger Fliesen. Mit der Beute bestücken sie ein vorgegebenes Mosaik. Gut gruppierte Steine bringen mehr Punkte als allein liegende. Und wer es schafft, alle Plätze einer Farbe zu belegen, kassiert dicke Extrapunkte in der Endwertung.

Der mit Abstand ungewöhnlichste Kandidat ist das kooperative Kartenspiel The Mind (NSV) von Wolfgang Warsch. Die Mission ist vielen schon aus The Game bekannt: Gemeinsam Zahlenhandkarten in der richtigen Reihenfolge ablegen. Doch das Problem ist: Man darf nicht miteinander reden, und auch Pantomime ist verboten. Da bleibt nur, sich auf die Mitspieler einzustellen und ein gemeinsames Zeitgefühl zu entwickeln. Eine Spielerfahrung, die viele fasziniert, manche aber auch ratlos zurücklässt.

Kennerspiel des Jahres 2018

Die Jury des Vereins Spiel des Jahres hat zugleich die Nominierten für den Preis „Kennerspiel des Jahres 2018“ bekannt gegeben. Die Ausgezeichneten in dieser Kategorie sollen Gruppen und Familien ansprechen, die es mal mit etwas Anspruchsvollerem als dem Spiel des Jahres versuchen wollen. Das strategische Würfelspiel Ganz schön clever (Schmidt Spiele) tritt gegen das turbulente Beutelziehspiel Die Quacksalber von Quedlinburg (Schmidt Spiele) und das im Vergleich sehr fordernde Heaven & Ale (eggertspiele/Pegasus Spiele, Autoren: Michael Kiesling und Andreas Schmidt) an. Interessanter Fakt: Spieleautor Wolfgang Warsch, der auch für The Mind verantwortlich zeichnet, ist mit den Quacksalbern und Ganz schön clever auch auf der Nominierungsliste für das Kennerspiel des Jahres 2018 gleich doppelt vertreten.

Die endgültige Entscheidung, welche Kandidaten Spiel des Jahres 2018 beziehungsweise Kennerspiel des Jahres 2018 werden, fällt am 23. Juli in Berlin.

Kinderspiel des Jahres 2018

Die Jury Kinderspiel des Jahres hat sich ebenfalls auf drei nominierte Spiele geeinigt. Es konkurrieren das herrlich ausgestattete Geschicklichkeitsspiel Panic Mansion (Asmodee, Autoren Asger Sams Granerud und Daniel Skjold Pedersen), das toll gezeichnete Mimikspiel Emojito (Huch, Urtis Šulinskas) und das besonders kindgerechte Einschätzspiel Funkelschatz (Haba, Lena und Günter Burkhardt) miteinander. Welches davon gewinnt, wird am 11. Juni in Hamburg verkündet.

Sonderpreis für Pandemic Legacy – Season 2

Neben den Nominierungen gab der Verein Spiel des Jahres zudem den Gewinner eines Sonderpreises bekannt. Diese Auszeichnung erhält das kooperative Pandemic Legacy – Season 2 (Z-Man Games/Asmodee) von Matt Leacock und Rob Daviau.