23,8 Meter hoch Monsterwelle im Südpolarmeer erstaunt Wissenschaftler

Von Barbara Barkhausen

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Neuseeländische Wissenschaftler haben im Südpolarmeer die bisher größte Welle aufgezeichnet, die die Antarktis je gesehen hat: Die Monsterwelle war höher als ein siebenstöckiges Gebäude. Symbolfoto: imago/BlickwinkelNeuseeländische Wissenschaftler haben im Südpolarmeer die bisher größte Welle aufgezeichnet, die die Antarktis je gesehen hat: Die Monsterwelle war höher als ein siebenstöckiges Gebäude. Symbolfoto: imago/Blickwinkel

Sydney. Neuseeländische Wissenschaftler haben im Südpolarmeer die bisher größte Welle aufgezeichnet, die die Antarktis je gesehen hat: Die Monsterwelle war höher als ein siebenstöckiges Gebäude. Auch der Sturm selbst war gewaltig.

Eine Welle so hoch wie ein siebenstöckiges Gebäude – das ist der Stoff von Albträumen. Aufgezeichnet wurde die insgesamt 23,8 Meter hohe Welle von einer Boje, die von der neuseeländischen Beratungsfirma MetOcean Solutions betrieben wird. Das Unternehmen liefert Wetterdaten und arbeitet mit Ozeanographen und Meteorologen zusammen. Die Boje war erst im März in der Nähe der subantarktischen Insel Campbell Island ausgesetzt worden.

Größte Welle der südlichen Hemisphäre

Die Region ist für ihre starken und andauernden Westwinde und hohe Wellen berüchtigt, doch eine so hohe Welle war bisher noch nie zuvor dort aufgezeichnet worden, wie die Wissenschaftler in einer Pressemitteilung bekanntgaben. „Das ist aufregend und soweit wir wissen, ist es die größte Welle, die je in der südlichen Hemisphäre aufgezeichnet wurde“, sagte Tom Durrant, der Ozeanograph des Unternehmens. Die Welle entstand diese Woche während eines enormen Sturms im Südpolarmeer, das ohnehin als eine der menschenfeindlichsten Regionen der Erde gilt.


Eine der bisher höchsten Wellen in der Region war im Mai des vergangenen Jahres aufgezeichnet worden. Damals türmte sich das Meer auf bis zu 19,4 Meter auf. Nochmal übertroffen hatte dies eine Welle im Jahr 2012, die es auf stattliche 22 Meter brachte. Auf der nördlichen Halbkugel – 400 Kilometer westlich der schottischen Küste – wurde 2006 dagegen sogar schon mal eine Welle mit über 29 Metern gemessen. 2015 entdeckten Forscher im Südchinesischen Meer sogar mehr als 200 Meter hohe Wogen – allerdings war dies tief unter der Meeresoberfläche.

Bis zu 25 Meter ist möglich

Trotzdem glaubt der neuseeländische Wissenschaftler, dass die derzeitige Monsterwelle noch übertroffen werden kann. Nachdem die Aufzeichnung von Daten in der abgelegenen Region noch relativ in den Anfängen ist, könnten die Bojen, die die Firma ausgelegt hat, noch weitaus größere Dimensionen von Wellen aufzeichnen. Mit Hilfe der Messungen erhoffen sich die Forscher, Modelle die Wellen simulieren verbessern und damit auch präzisere Vorhersagen anbieten zu können.

Durrant vermutet, dass die Region durchaus Wellen bis zu 25 Meter Höhe produzieren könnte. Dies entspricht im Vergleich der Höhe eines achtstöckigen Hauses. Der Südliche Ozean sei ein einzigartiges Ozeanbecken und bisher am wenigsten von allen Meeren erforscht, obwohl er 22 Prozent der globalen Meeresfläche einnehme. Die Windbedingungen würden den Südlichen Ozean „zum Motorraum für die Erzeugung von Wellen“ machen, die sich im folgenden dann über den ganzen Planeten ausbreiten. „Tatsächlich können Surfer in Kalifornien erwarten, dass die Energie aus diesem Sturm in der kommenden Woche bei ihnen landet“, sagte Durrant.

Monsterwellen faszinieren die Menschen

Manche Menschen lassen sich von Monsterwellen alles andere als abhalten. Diesen Winter surfte der Brasilianer Rodrigo Koxa beispielsweise die höchste Welle aller Zeiten im portugiesischen Nazaré. Der Wellenberg türmte sich auf unvorstellbare 24,38 Meter auf.

Ab 20 Metern sind Wellen eigentlich sogar schon für größere Schiffe eine Herausforderung, wie man an einem Video sehen kann, das Neuseeländer 2015 einst auf YouTube luden. Dabei wird ein Schiff der Küstenwache – die HMNZS Otago – von einer etwa 16 Meter hohen Welle überrannt. Sie kam damals von einer Mission im Südpolarmeer zurück. In dem Video ist auch zu sehen, wie Schiffe so eine extreme Welle bewältigen, nämlich indem sie frontal in die Richtung fahren, aus der die Welle kommt. Letzteres kann im Südlichen Ozean jedoch durchaus eine Herausforderung darstellen, da langgezogene, hohe Wellen von einer Seite oftmals mit kürzeren, steilen Wellen von einer anderen Seite zusammentreffen.


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