Weg mit dem Schirm Gewitter am Vatertag: So verhalten Sie sich bei Unwettern richtig

Von Anna Behrend

Den Regenschirm sollte man schnell beiseite legen, wenn ein Gewitter aufzieht. Foto: dpaDen Regenschirm sollte man schnell beiseite legen, wenn ein Gewitter aufzieht. Foto: dpa

Hamburg. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern am Vatertag. So verhalten Sie sich richtig, wenn es beim Vatertagsspaziergang blitzt und donnert.

Unterwegs mit Freunden, Musik und Kaltgetränken im Grünen – der Vatertag kann so schön sein, wenn das Wetter mitspielt. Aber was, wenn sich plötzlich dunkle Gewitterwolken am Horizont türmen? Der Deutsche Wetterdienst warnt vor teilweise heftigen Unwettern am Feiertag:



So verhalten Sie sich richtig, wenn Sie sich im Freien befinden und ein Gewitter aufkommt:

Ab wann wird es gefährlich?

Schon wenn Donner zu hören ist, sollte man gefährdete Bereiche, wie zum Beispiel ein freies Feld oder einzeln stehende Bäume verlassen, rät der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Das Gewitter ist in diesem Fall weniger als zehn Kilometer entfernt. Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden liegen, ist das Gewitter sehr nah und es kann richtig gefährlich werden.

Am besten: In ein Gebäude oder ins Auto

Den besten Schutz vor einem Gewitter bieten ein Gebäude mit Blitzableiter oder der Innenraum eines Autos. Während Sie im Fahrzeug darauf warten, dass das Gewitter vorbeizieht, können Sie zum Beispiel beim Bier diskutieren, warum genau das Auto beim Blitzschlag ein sicherer Ort ist (Stichwort: Faradayscher Käfig)

Einzelne Bäume und Strommasten meiden

Da Blitze vorzugsweise in den höchsten Punkt in der Umgebung einschlagen, sollte man folgende Orte und Bauwerke bei Gewitter möglichst meiden: Berggipfel, Bäume, Türme, Masten, Überlandleitungen und Antennen. Auch an Zäune sollte man sich nicht anlehnen, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Baden im Freien sollte man während eines Gewitters unter keinen Umständen und auf offenem Gelände zu stehen ist ebenfalls keine gute Idee: So wird man schnell selbst zum höchsten Punkt in der Umgebung.

Weg mit dem Regenschirm, runter vom Fahrrad

Nicht umsonst sind Blitzableiter aus Metall, denn Sie sollen die Elektrizität des Blitzes weiter in den Boden leiten. Das bedeutet aber auch: Im Gewitter bloß keine Regenschirme verwenden und auch nicht mit dem Fahrrad fahren, denn unter Umständen werden solche metallenen Gegenstände sonst unfreiwillig zum Blitzableiter.

Im Notfall: Hocken oder Hüpfen

Es klingt etwas albern, ist aber durchaus ernst gemeint: Sollte es in der näheren Umgebung keine Schutzmöglichkeit geben, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe dazu, sich mit eng zusammen stehenden Füßen in eine Mulde zu Hocken und sich so möglichst klein zu machen. Wer sich unbedingt aus dem Zentrum eines Gewitters entfernen muss oder will, sollte dies hüpfend mit geschlossenen Beinen tun. So soll die Gefahr der sogenannten Schrittspannung vermieden werden: Stehen die Füße, weil man gerade einen Schritt macht, auseinander wenn gerade der Blitz in der Nähe einschlägt, besteht zwischen ihnen ein Spannungsunterschied und der Strom kann durch den Körper fließen.

Die vielleicht größere Gefahr am Vatertag

Neben dem Risiko, beim Vatertagsspaziergang vom Blitz getroffen zu werden, lauert an dem Feiertag übrigens eine andere Gefahr: Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss.



Das Statistische Bundesamt beobachtet seit Jahren, dass an bestimmten Tagen besonders viele Straßenverkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss passieren. Am Vatertag 2016 ereigneten sich zum Beispiel 291 Alkoholunfälle - ungefähr dreimal so viele wie an einem normalen Tag.