Eisheilige abwarten Nur Geduld mit dem jungen Gemüse im Garten

Von Ingrid Beucke-Adler

Vorgezogene Tomatenpflänzchen (hier: Harzfeuer) und anderer Gemüsenachwuchs sollten noch im Gewächshaus oder auf der Fensterbank bleiben, bis die Eisheiligen vorüber sind. Foto: Ingrid Beucke-AdlerVorgezogene Tomatenpflänzchen (hier: Harzfeuer) und anderer Gemüsenachwuchs sollten noch im Gewächshaus oder auf der Fensterbank bleiben, bis die Eisheiligen vorüber sind. Foto: Ingrid Beucke-Adler

Osnabrück. Im Mai muss der Gartenfreund viel Geduld aufbringen. Auch wenn es schon lange eng auf der Fensterbank oder im Kleingewächshaus geworden ist, wo die mühsam vorgezogenen Tomaten-, Paprika- und Kürbispflanzen schon geil zu werden drohen, ist es schwer, noch mit dem Auspflanzen zu warten.

Erst müssen die Eisheiligen und die kalte Sophie (siehe Beitrag auf dieser Seite) vorbei sein, dann können die ersten Jungpflanzen nach draußen wandern. Bauernregel zu den Eisheiligen (die Namen beziehen sich auf die Namenstage der Heiligen im julianischen Kalender): „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie.“

Für 2018 heißt das:

  • Mamertus: 11. Mai
  • Pankratius: 12. Mai
  • Servatius: 13. Mai
  • Bonifatius: 14. Mai
  • Kalte Sophia: 15. Mai

Wie bei allen Bauernregeln geht die Bezeichnung auf jahrhundertealte Erfahrungen und Beobachtungen zurück. Wenn sich auch das Wetterphänomen nicht in allen Jahren zeigt, so gibt es doch immer wieder Jahre, bei denen Mitte Mai sehr tiefe Temperaturen auftreten, die in der Landwirtschaft und dem Gartenbau Schäden anrichten.


Was im Mai zu tun ist

Erdbeeren blühen häufig recht früh. Bei Frost sollten sie mit Vlies abgedeckt werden. Nach der Blüte wenn möglich gehäckseltes Stroh unterlegen, das schützt die Beeren vor Fäulnis, und der Boden wird feucht gehalten.

Formierungs- und Bindearbeiten müssen zu Ende geführt werden bei Trauben, Kiwis und Brombeeren. Bei Himbeeren werden alle braunen Triebe, die im Vorjahr getragen haben über der Erde abgeschnitten, ebenfalls alle kurzen Jungtriebe. Die großen Jungtriebe werden an einem stabilen Gitter oder an Drähten fest aufgebunden, sodass circa vier bis fünf Triebe pro Meter stehen bleiben. Dazu haben sich Kabelbinder aus grünem Kunststoff bewährt. Die Höhe wird auf circa zwei Meter gekürzt.

Sommerblühende Zwiebelblumen, wie Gladiolen oder Montbretien werden in Gruppen gepflanzt. In Töpfen vorgetriebene Dahlien können nach den Eisheiligen in die Rabatte integriert werden.

Vorgekeimte Kartoffeln werden auch nach den Eisheiligen gelegt. Nicht vorgekeimte Kartoffeln können noch bis Ende Mai gelegt werden. Die Großmütter sagten: „Hauptsache ist, sie schlafen noch eine Maiennacht im Boden, dann wird alles gut.“