Sauberkeit und Sicherheit im Fokus Rastanlagen im ADAC-Test: Bramsche-West schneidet gut ab

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50 unbewirtschaftete Rastanlagen mit Toiletten hat der ADAC im vergangenen Sommer und Herbst in Deutschland unter die Lupe genommen. Symbolfoto: imago/JOKER50 unbewirtschaftete Rastanlagen mit Toiletten hat der ADAC im vergangenen Sommer und Herbst in Deutschland unter die Lupe genommen. Symbolfoto: imago/JOKER

Osnabrück. Kleine Rastanlagen mit Toiletten, aber ohne Gastronomie haben keinen guten Ruf: Sie sollen oftmals unhygienisch, renovierungsbedürftig und nicht gut beleuchtet sein. Doch diesen sogenannten unbewirtschafteten Rastplätzen stellt der ADAC im neuen Test jetzt ein besseres Zeugnis aus. Zu den Siegern in Norddeutschland gehört die Anlage „Bramsche West“.

50 unbewirtschaftete Rastanlagen mit Toiletten hat der ADAC im vergangenen Sommer und Herbst in Deutschland unter die Lupe genommen. Drei Viertel der Rastplätze, die an den Hauptreiserouten (A 1 bis A 9) liegen, sind laut ADAC „relativ sauber und relativ sicher“. 14 Anlagen schnitten dabei mit der Note „gut“ ab, 24 mit der Note „ausreichend“. Die Note „sehr gut“ wurde allerdings gar nicht vergeben. Acht Rastanlagen schnitten mit „mangelhaft“ ab, vier erhielten sogar „sehr mangelhaft“.

Zwei Rastplätze in Niedersachsen mit Note „gut“

Die Note „sehr gut“ verpasste die Rastanlage „Cappeln Hegelage West“ zwischen Cloppenburg und Vechta an der A 1. Was für die beste Auszeichnung fehlte: die kaum gepflegten Grünflächen, die sich laut ADAC nicht zum Spielen für Kinder eigneten. Positiv bewertet wurden dagegen die allgemeine Sauberkeit, die gute Beleuchtung, Barrierefreiheit und die Abschirmung durch eine Lärmschutzwand. Mit dieser Bewertung steht Cappeln Hegelage West für die Verkehrsexperten ganz oben auf dem Treppchen.

In Norddeutschland hat der ADAC elf Anlagen getestet, zwei in Schleswig-Holstein, neun in Niedersachsen. Davon bekamen drei weitere die Note „gut“: „Bramsche-West“ an der A 1 im Landkreis Osnabrück, „Morrkaten“ an der A 7 (Schleswig-Holstein) und „Schlochau“ an der A 7 im Landkreis Northeim. An der Rastanlage „Bramsche West“ fiel den Testern die getrennten Bereiche für Autofahrer und Lkw-Fahrer auf. In „Bramsche-West“, aber auch in „Cappeln Hegelage West“ sorgen deshalb Betonpoller und Fahrbahnverengungen für mehr Sicherheit für Fußgänger.

Über diese Mängel ärgerten sich die Tester des ADAC am meisten. Foto: ADAC e.V.

Die wichtigste Kategorie im Test waren die Sanitäranlagen. Der überwiegende Teil der getesteten Anlagen bekam dafür die Note „ausreichend“, neunmal wurde die Note „mangelhaft“ vergeben, dreimal „sehr mangelhaft“. Generell bemängelten die Tester fehlendes Klopapier, keine Möglichkeit, sich die Hände abzutrocknen, und nicht vorhandene Mülleimer.

Hygiene und Sauberkeit im Fokus

Ebenfalls im Fokus der ADAC-Experten: die Hygiene. Dafür wurden Proben von den Klinken der Toilettentüren genommen, um Keime zu identifizieren. Zwölf Prozent der Proben waren unbedenklich, bei fast der Hälfte der Klinken habe es Hinweise auf mangelnde Reinigung gegeben. 3,5 Prozent der Proben wiesen laut ADAC potenziell gesundheitsgefährdende Keime auf. Generell seien Damentoiletten etwas mehr betroffen gewesen als die der Herren.

Schlechte Noten gab es auch in der Kategorie „persönliche Sicherheit“. Dabei bewerteten die Tester die Erreichbarkeit und Sichtbarkeit der Notrufsäule sowie Hinweise auf Namen und Lage der Raststätte, um den Standort im Notfall exakt angeben zu können. Fast zwei Drittel der Rastplätze wurden in dieser Kategorie mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ bewertet.

„Bramsche-West“ gepflegt und gut beleuchtet

Bei „Bramsche-West“ fehlt beim Hinweisschild an der Autobahn eben der genaue Name der Anlage, bemängelt der ADAC. Auch der Notruf sei nicht in zentraler Lage. Die Behinderten-Toilette sei nur eingeschränkt bedarfsgerecht und es fehlten Seifenspender in den Toiletten. Positiv bewertet wurden hingegen die gepflegten Sanitäranlagen, die ausreichende Beleuchtung, die Parkplätze für Busse, die sich nicht im Lkw-Bereich befinden, die gepflegte Außenanlage sowie die ausreichenden Hygienewerte der Toilettentüren.

Der Verlierer des ADAC-Tests

Am schlechtesten schnitt die Rastanlage „Drackensteiner Hang“ an der A 7 zwischen München und Stuttgart ab. Sie bekam die Note „sehr mangelhaft“: Laut ADAC fehlte das Hinweisschild mit Namen an der Autobahn, kein Hinweis auf das Behinderten-WC, die Anlage sei unsauber, ungepflegt und nicht ausreichend beleuchtet. „„Nichts wie weg“, sagt man sich, was aber auch nicht ganz einfach ist, weil der Beschleunigungsstreifen in der Autobahnauffahrt zu kurz ist“, so das Fazit des ADAC.

Wie schneiden Rastplätze in NRW ab?

Bei dem bundesweiten Rastanlagen-Test des ADAC hat in Nordrhein-Westfalen nur ein Rastplatz die Note „gut„ erhalten. Fünf Raststätten waren „ausreichend“, eine sogar „mangelhaft“. Testsieger wurde der Rastplatz „Morkepütz“ an der A4 bei Reichshof/Bergneustadt nahe Köln, der besonders durch eine gute Hygiene überzeugte.

Verkehrsexperte Roman Suthold vom ADAC sagte: „Rastplätze sind oftmals besser als ihr Ruf. Trotzdem gibt es noch viel Verbesserungspotenzial.“ Besonders deutlich wurde dies in NRW etwa bei dem Rastplatz „Wittenhorst“ an der A3 bei Rees am Niederrhein, der mit der Note „mangelhaft“ am schlechtesten abschnitt. Grund dafür seien laut ADAC unter anderem fehlende Behinderten-Parkplätze sowie Schwächen bei der Beleuchtung und Hygiene. (mit dpa)


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