Rechte und Regeln beim Einkaufen Was im Supermarkt erlaubt ist – und was nicht

Von Karen Bartel

Was im Supermarkt erlaubt ist – und was nicht. Eine Übersicht. Symbolfoto: Oliver Berg/dpaWas im Supermarkt erlaubt ist – und was nicht. Eine Übersicht. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa 

Osnabrück. Das quengelnde Kind mit dem noch nicht bezahlten Eis beruhigen, kaputte Eier im Karton austauschen oder aber einen Geschmackstest bei den Trauben machen: Es gibt viele Szenarien im Supermarkt, die oftmals selbstverständlich ablaufen, rein rechtlich aber nicht in Ordnung sind.

Der Magen knurrt und schnell nimmt man schon einmal einen Bissen von dem Müsliriegel, den man doch an der Kasse sowieso gleich bezahlen wird. Rein rechtlich liegt hier jedoch bereits ein Diebstahl vor. Denn laut Gesetz gehört dem Ladenbesitzer die Ware solange, bis der Kunde auch dafür bezahlt hat. Oft reagieren die Supermärkte jedoch kulant, wenn die geöffnete Waren an der Kasse dann vorgelegt wird, besonders bei Kindern. Dennoch sollte man wissen, welche Rechte, Regeln und Pflichten man als Kunde im Supermarkt hat.

Die Reifeprüfung

Vorsichtiges Überprüfen des Reifegrads durch Tasten ist in der Obst- und Gemüseabteilung erlaubt, solange die Ware nicht beschädigt wird. Bei unverpackten Brot- und Backwaren hingegen verpflichtet man sich durch das Anfassen aus hygienischen Gründen zum Kauf. Eine Geschmacksprobe im Supermarkt ist ein rechtliches Tabu. Wer aber gerne an der Frischetheke beispielsweise die Käsesorte vorher probieren möchte, kann das Verkaufspersonal einfach einmal fragen.

Ei, Ei, Ei: Bestandsanalyse

Bei manchen Artikeln möchte man gerne in die Verpackung hereinschauen, um Details zu erkennen oder zu sehen, ob alles in Ordnung und vollständig ist. Wird die Ware dabei nicht beschädigt, ist alles in Ordnung, wenn nicht, kann dies zu Schadensersatzansprüchen führen. Wenn auch noch der Inhalt dadurch versehrt wird, muss er bezahlt werden. Ausgenommen davon sind Lebensmittelverpackungen: Diese dürfen nicht geöffnet werden. Bei Eiern hat der Kunde generell das Recht, die Vollständigkeit und den Zustand der Eier im Karton vorab zu überprüfen. Findet man ein oder mehrere zerbrochene Eier, darf man diese jedoch nicht austauschen. Der Grund: Jeder Karton hat eine spezielle Chargennummer, die Hinweise zur Größe, Lagerung und Erzeugung der darin enthaltenen Eier gibt. Darum gilt: Lieber zu einem anderen Karton greifen.

Eier in einem Karton. Symbolfoto: afp

In die Brüche gegangen: Vorsicht, Glas!

Oft passiert das Ungeschick ganz schnell: Der Kleine im Kindersitz des Einkaufswagens zieht etwas aus dem Regal oder man fährt versehentlich dagegen und schon steht man vor einem Scherbenhaufen. Bruchware muss eigentlich vom Kunden bezahlt werden, bei kleineren Beträgen zeigt sich der Händlers meist kulant. Betrifft es jedoch eine höhere Summe, kann die Haftpflichtversicherung einspringen.

Money, money, money

Auch beim Bezahlen gibt es gewisse Regeln, denn der Händler hat das Recht, sich in gewissen Fällen zu weigern:

  • Bezahlt man kleine Beträge mit einem Fünfhundert-Euro-Schein, wird das Wechselgeld in der Kasse knapp.
  • Auch die EC- oder Kreditkartenzahlung kann bei kleinen Beträgen abgelehnt werden, da die Gebühren dafür im Verhältnis zu hoch sind.
  • Seinen Zehn-Euro-Einkauf mit lauter Ein-Cent-Stücken begleichen? Das geht nicht, denn beim Bezahlen sind nur maximal 50 Münzen zulässig, da sonst der Zeitwaufwand beim Zählen zu hoch ist.

Hier entscheiden Händler und Kassierer jedoch individuell, welche Zahlungsart angenommen und welche abgelehnt wird.

Vom Umtausch ausgeschlossen?!

Kauft man versehentlich die falsche Packung Kaffee, besteht kein Recht auf Umtausch, wenn ansonsten mit der Ware alles in Ordnung ist. Lebensmittel, die bereits vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums schlecht oder schlichtweg ungenießbar sind, muss der Händler zurücknehmen und gegen ein einwandfreies Produkt austauschen. Darum gilt: Am Besten den Kassenbon aufbewahren, um bestätigen zu können, wann und wo das Produkt gekauft wurde.

Transportmittel Einkaufswagen

Schnell mal den Einkaufskorb oder -wagen mitnehmen, um den Lebensmitteleinkauf noch bis nach Hause zu bringen? Das ist zwar bequem, aber nicht erlaubt. Diese Transportmittel sind Eigentum des Händlers und dürfen dessen Gelände nicht verlassen. Wer dies dennoch tut, begeht Diebstahl.