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17.04.2018, 08:59 Uhr KOMMENTAR

16 als neues Mindestalter bei Whatsapp? Eine Verordnung mit Makel

Kommentar von Waltraud Messmann

Der Messenger Whatsapp will angeblich seine Nutzungsbedingungen ändern und das Mindestalter für Nutzer von 13 Jahren auf 16 Jahre heraufsetzen. Foto: dpaDer Messenger Whatsapp will angeblich seine Nutzungsbedingungen ändern und das Mindestalter für Nutzer von 13 Jahren auf 16 Jahre heraufsetzen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Messenger Whatsapp will angeblich seine Nutzungsbedingungen ändern und das Mindestalter für Nutzer von 13 Jahren auf 16 Jahre heraufsetzen.

Die Diskussion um das Heraufsetzen des Mindestalters bei Whatsapp macht klar, dass die Anbieter solcher Dienste alles versuchen werden, um die strengen Regeln der neuen EU-Datenschutzverordnung zu ihrem Vorteil zu verwässern. So scheint es, dass der Messenger bei der Festlegung des Mindestalters auf 16 Jahre möglicherweise nur deshalb vorprescht, weil er so die bei jüngeren Nutzern fällige Einwilligung der Eltern umgehen kann.

Klar, dass Facebook & Co nichts auslassen werden, um auch zu der attraktiven Altersgruppe der unter 16-Jährigen weiterhin einen möglichst freien Zugang zu haben. Schließlich machen die Jüngeren einen großen Teil der Nutzer aus. Und nach den Vorstellungen der Anbieter soll sich das natürlich auch durch die neue EU-Verordnung nicht ändern.

Datenschützer kritisieren auch deshalb zu Recht, dass die Verordnung bei der Umsetzung einiger Regeln zu viel Spielraum lässt. Einzelne EU-Staaten können in verschiedenen Punkten Abweichungen vornehmen. Dazu gehört auch, dass sie die Altersgrenze für Facebook & Co auf dreizehn Jahre absenken können. Auch wenn die Verbraucherrechte insgesamt gestärkt werden, für eine Verordnung, die sich vor allem den Schutz der jüngeren Nutzer zum Ziel gesetzt hat, ist das ein erheblicher Makel.


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