Samtartige Fetzen am Strauch Warum „fegen“ die Rehböcke im Wald?

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Drei Monate vor Beginn ihrer Brunft haben die Rehböcke mit den Vorbereitungen für die Paarungszeit begonnen. Foto: dpaDrei Monate vor Beginn ihrer Brunft haben die Rehböcke mit den Vorbereitungen für die Paarungszeit begonnen. Foto: dpa

Osnabrück. Aufmerksame Waldspaziergänger können jetzt samtartige Fetzen, die an kleinen Bäumen oder Sträuchern hängen, finden. Dabei handelt es sich um abgestorbene Basthaut der kleinen Geweihe der Rehböcke, die sie sich beim sogenannten Fegen am Stamm abscheuern.

Was nach Frühjahrsputz im Wald aussieht, ist die jährliche Vorbereitung der Tiere auf die Revierkämpfe zur Paarungszeit im Sommer: „Die Tiere reiben derzeit die Basthaut von ihren kleinen Geweihen, unter der im Laufe der vergangenen fünf Monate ein neuer Kopfschmuck gewachsen ist“, erklärt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier-Stiftung. Vorzugsweise scheuern sich die Rehböcke ihr Gehörn „an den harzigen Stämmchen von Douglasien oder Kiefern ab. Die Pflanzensäfte verändern den Farbton des Gehörns in ein tiefes Dunkelbraun.

Das „Fegen“ hat jedoch noch einen anderen Grund: „Mit dem Abstreifen der Basthaut hinterlassen die Rehböcke auch Duftmarken“, erklärt Kinser. Und so stecken die Tiere bereits jetzt, vor der Paarungszeit im Sommer, ihre Reviere ab. Das sei wichtig, denn „Rehe orientieren sich an diesen Gerüchen und kommunizieren über solche „Duftinformationen“.

Am Kopf der Rehböcke befinden sich gleich mehrere Duftdrüsen, so die Deutsche Wildtier-Stiftung. Demnach wird das Duftsekret in der Stirnlocke zwischen den Geweihstangen, an den Wangen und am Hals produziert. „Junge Rehböcke fegen bis zu 600-mal am Tag, ältere seltener“, berichtet Kinser. Das „Fegen“ der Böcke dauert noch bis Anfang Mai.


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