Ernährung Kalorienarme Alternative: Was steckt hinter dem Kuchentee?

Von Elke Schröder

Muffins zur Teestunde? Wer Kalorien sparen will, der kann auch ohne ins Törtchen zu beißen mit einer Tasse Tee auf den typischen Geschmack kommen. Diverse süße Trend-Teesorten machen es möglich – und auf den Kandis kann man dann auch verzichten. Foto: colourbox.deMuffins zur Teestunde? Wer Kalorien sparen will, der kann auch ohne ins Törtchen zu beißen mit einer Tasse Tee auf den typischen Geschmack kommen. Diverse süße Trend-Teesorten machen es möglich – und auf den Kandis kann man dann auch verzichten. Foto: colourbox.de

Osnabrück. Kuchentee wird als kalorienfreier Genuss beworben. Doch wie machen die Hersteller das? Stecken gar Kekskrümel im Teebeutel? Verbraucherschützer erklären, was der Blick auf die Zutatenliste verrät.

Ob Blueberry Muffin, Strawberry Cupcake, Caramel Apple Pie, Lemon oder Vanilla Cheesecake und Brownie: Sie sind Garanten für Kalorienbomben zum Nachmittagstee. Doch seit etwa drei Jahren werben diverse Hersteller für eine „kalorienfreie“ Variante der beliebten, sehr süßen und fetthaltigen angloamerikanischen Gebäck- und Tortensorten: Teebeutel mit Kuchenaroma. Hier wichtige Fragen und Antworten zum Thema:

Ist der Kuchentee kalorienfrei?

Beim Tee mit Kuchengeschmack schrumpft der Schoko-Kirsch-Kuchen, der Apfelstrudel, das Blaubeertörtchen auf einen Krümelwert von durchschnittlich zwei Kalorien pro 100 ml zusammen, bei null Gramm Fett und 0,2 Gramm Zucker. Die Hersteller gehen in der Regel von einer Portion à 200 ml pro Aufgussbeutel aus. Zum Vergleich: 100 Gramm amerikanischer Käsekuchen hat über 350 Kalorien bei 25 Gramm Fett, und ein Blaubeer-Muffin liegt bei über 360 Kalorien bei 17,6 Gramm Fett. Ein Stück kann jedoch schnell 150 Gramm wiegen.

Wie sparen die Hersteller die Kalorien ein?

Man kann zwar Kuchen mit (grünem) Tee verarbeiten, aber umgekehrt steckt kein gebackener Kuchen im Teebeutel: Bei den Sorten handelt es sich meist um Früchtetee, was den minimalen Kalorienwert von zwei Kalorien erklärt. Hauptsächlich besteht er aus Äpfeln, Hagebutte oder Hibiskus. „Für den Kniff mit dem Kuchen werden die handelsüblichen Tees mit viel Aroma in trendige Heißgetränke umgewandelt“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Für den Kuchengeschmack sorgen, so die Verbraucherschützer weiter, zum Beispiel Aromen mit Orangen-, Himbeer-, Käsekuchen- oder Muffingeschmack. Es seien jedoch nur ganz wenige Kuchentees erhältlich, die natürliche Aromastoffe enthalten. Die Zulassung und Verwendung von Aromen und Aromastoffen in der Lebensmittelindustrie ist europaweit gesetzlich geregelt.

Woran erkennt man, ob natürliches Aroma im Tee steckt?

Ist im Zutatenverzeichnis auf der Verpackung „natürliches Blaubeeraroma“ oder „natürliches Erdbeeraroma“ aufgelistet, „muss das verwendete Aroma zu 95 Prozent aus der angegebenen Quelle – bei den Beispielen aus Blaubeeren beziehungsweise Erdbeeren – stammen“, erklären die Verbraucherschützer und weisen daraufhin: „Fehlen die Hinweise ‚Blaubeere‘ oder ‚Erdbeere‘ in dieser Wortverbindung bei der Aromaangabe und weist die Kennzeichnung lediglich auf die Verwendung eines ‚natürlichen Aromas‘ hin, muss der Aromastoff des Produkts nicht zwingend aus der genannten Frucht stammen.“ Denn das verwendete Aroma könne auch aus anderen natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt worden sein: „Es muss einzig aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen stammen, die in der Natur nachgewiesen wurden.“

Das Zutatenverzeichnis auf verpackten Lebensmittelprodukten listet übrigens alle Zutaten nach folgender Reihenfolge auf, wie die Verbraucherzentrale weiter erklärt: An erster Stelle stehen die Hauptzutaten mit dem höchsten Gewichtanteil, gefolgt weiter abnehmend von den Zutaten, die in immer geringer werdenden Mengen enthalten sind.

Wie erkennt man synthetisches Aroma im Kuchentee?

Bezeichnungen wie „Aroma“, „Blaubeeraroma“ oder „Aroma (Erdbeere)“ auf der Zutatenliste weisen daraufhin, dass es sich hierbei „möglicherweise um chemisch-synthetisch hergestellte Aromastoffe, die den Produkten beigemengt wurden“, handele, so die Verbraucherschützer. Und: „Selbst bei der Beigabe von einem geringen Anteil echter Blau- oder Himbeeren werden die Tees zusätzlich und zum Teil sogar erheblich aromatisiert.“

Ist der Kuchentee eine Kalorien sparende Alternative für alle diejenigen, die gerne ein Gebäck zur Teestunde verzehren?

Vorausgesetzt der Geruch von Muffin und Cheesecake in der Nase weckt nicht eher den Appetit auf ein echtes Stück statt auf eine weitere Tasse Tee, kann er das sein. Ist Letzteres der Fall, kann der süßliche Duft aber dazu anregen, auch noch auf Zucker oder Kandis im Tee zu verzichten.