zuletzt aktualisiert vor

Flüge, Kita, Nahverkehr Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Was Verbraucher wissen müssen

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst dürften in dieser Woche viele Menschen zu spüren bekommen. Foto:imago/STPPDie Warnstreiks im öffentlichen Dienst dürften in dieser Woche viele Menschen zu spüren bekommen. Foto:imago/STPP

Köln. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst bekommen  in dieser Woche viele Menschen zu spüren  - unter anderem Eltern von Kita-Kindern und Flugpassagiere. Was müssen sie jetzt beachten?

Arbeitnehmer

Wenn die Bahn nicht fährt oder die Kita nicht öffnet, stellt das Arbeitnehmer vor Probleme. Einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gibt es in solchen Ausnahmesituationen nicht, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Denn Arbeitnehmer tragen das Wegerisiko: Sie sind also dafür verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu kommen. Und auch die Kinderbetreuung ist kein Thema für den Chef, sagt die Expertin: „Der Arbeitnehmer muss sich dann irgendwie organisieren.“

Wie genau, ist dann vom Job und vom Einzelfall abhängig: So kann er zum Beispiel Urlaub nehmen, um das Kind zu betreuen, er kann Stunden von einem Arbeitszeitkonto investieren, ausnahmsweise im Homeoffice arbeiten oder gemeinsam mit dem Chef eine andere Lösung finden. In etwa das Gleiche gilt auch bei einem Streik bei Bus und Bahn.

Einfach viel zu spät oder gar nicht zur Arbeit zu kommen, ist dagegen keine gute Idee: Denn dafür drohen Sanktionen bis hin zur Abmahnung und - im Wiederholungsfall - Kündigung. „Dabei spielt es aber schon eine Rolle, ob das Problem vorher abzusehen war“, sagt Oberthür. Bei einem angekündigten Warnstreik in Kita oder Nahverkehr müssen Eltern also definitiv eine Lösung finden. Bei einem Notfall - etwa wenn die Tagesmutter ausfällt oder ein Unwetter Bus und Bahn ausbremst - sind sie dazu zwar auch verpflichtet. Die Strafe würde im Zweifelsfall aber milder ausfallen.

Flugpassagiere

Allein Lufthansa streicht für Dienstag wegen des Warnstreiks rund die Hälfte ihrer 1600 geplanten Flüge. Betroffenen Passagieren steht aber keine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zu. Ein Streik des Bodenpersonals am Flughafen ist laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein Fall von höherer Gewalt. Das gilt aber nur unter der Bedingung, dass die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren. Außerdem muss sie eine alternative Beförderung ermöglichen, zum Beispiel durch die Umbuchung auf einen anderen Flug. Fällt ein Flug definitiv aus oder ergibt sich eine Verspätung von mehr als fünf Stunden, kann der Kunde auch sein Ticket zurückgeben und bekommt sein Geld zurück.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN