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06.04.2018, 17:57 Uhr KOMMENTAR

Sprachassistenten – Digitale Plagegeister

Von Kristina Müller


Smarte Lautsprecher wie Amazons „Echo“ mit Alexa-Sprachsteuerung könnten mit neuen Patenten zu digitalen Plagegeistern werden. Foto: AFPSmarte Lautsprecher wie Amazons „Echo“ mit Alexa-Sprachsteuerung könnten mit neuen Patenten zu digitalen Plagegeistern werden. Foto: AFP

Osnabrück. Sprachassistenten sollen – wenn es nach Google und Amazon geht – zu modernen Helfern im Alltag werden und erkennen, was der Nutzer will, noch bevor er es ausspricht. Doch genau das könnte Geräte wie digitale Lautsprecher zu Plagegeistern machen. Ein Kommentar.

Eltern, die ihren smarten Lautsprecher so programmieren, dass dieser quasi ihre Kinder erzieht – ist das etwa die Zukunft? Eine permanente Überwachung durch Sprachassistenten wäre mehr als besorgniserregend. Datenschützer würden zu Recht sofort Alarm schlagen. Doch sollten die neuen Patente von Amazon und Google in den USA genehmigt und anhand derer tatsächlich derartige Technologien entwickelt werden, steht einem digitalen grenzenlosen Überwachung nichts mehr im Wege.

Schon jetzt existiert der „gläserne Kunde“ gewissermaßen im Netz: Bereits kurzes Stöbern beim Onlinehändler reicht, um Sätze wie „Folgende Produkte könnten Ihnen auch gefallen“, gepaart mit Empfehlung für ähnliche der gesuchten Produkte, Filme oder Reisen, ununterbrochen angezeigt zu bekommen. Das ist nicht nur erschreckend, sondern auch nervtötend.

Zudem wird Computer-Besitzern nahegelegt, ihre integrierte Kamera abzukleben – zum Schutz vor unerwünschtem Beobachten durch Dritte. Die angemeldeten Patente gehen aber noch einen großen Schritt weiter. So könnten aus den neuen intelligenten Helferlein im eigenen Heim lästige Plagegeister werden, die die Nutzer auf Schritt und Tritt beobachten würden.


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