In Großbritannien Coca-Cola und Co. wegen neuer Steuer mit weniger Zucker

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Die Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke in Großbritannien zeigt nach Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch Wirkung. Foto: imago/BlickwinkelDie Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke in Großbritannien zeigt nach Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch Wirkung. Foto: imago/Blickwinkel

Osnabrück. Die Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke in Großbritannien zeigt nach Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch Wirkung. Führende Getränkeunternehmen wie Coca-Cola, die Handelskonzerne Tesco und Lidl, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sowie mehrere kleinere Getränkehersteller hätten seit Ankündigung der Abgabe im März 2016 den Zuckergehalt etlicher Produkte deutlich gesenkt. Fällig wird die neue Steuer ab dem 6.April.

Wie Foodwatch am Dienstag auf der Grundlage eigener Recherchen mitteilte, senkte etwa Coca-Cola den Zuckergehalt bei seinen Marken Fanta und Sprite für den britischen Markt von 6,9 auf 4,6 beziehungsweise von 6,6 auf 3,3 Gramm pro 100 Milliliter.Die Organisation forderte Ernährungsministerin Julia Klöckner und Finanzminister Olaf Scholz auf, in Deutschland ebenfalls eine Herstellerabgabe auf stark gesüßte Getränke einzuführen und im Gegenzug Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien. „Die Bundesregierung muss die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ernst nehmen und auch in Deutschland eine Herstellerabgabe auf überzuckerte Getränke einführen sowie Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreien“, sagte foodwatch-Sprecherin Luise Molling.

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) schloss sich der Forderung an: „Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie durch überzuckerte Produkte die Gesundheit unserer Kinder gefährdet wird. Und das gilt nicht nur für Softdrinks“, sagt Kinder-und Jugendarzt Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Die Experten fordern, in Deutschland den Mehrwertsteuersatz für Softdrinks von derzeit 19 Prozent auf 2Prozent anzuheben. Für ungesunde Produkte, wie Fertigpizzas sollte der Satz auf 19 Prozent (statt heute 7 Prozent ) steigen.

Übergewicht und Typ-2-Diabetes

Stark zuckerhaltige Getränke förderten nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes, während der Konsum von Obst und Gemüse Krankheiten vorbeugen könne, betonte die Verbraucherorganisation. Auch die Weltgesundheitsorganisation spreche sich deshalb für Abgaben auf Zuckergetränke und Subventionen für Obst und Gemüse aus. Kritisch bewertete foodwatch, dass viele Hersteller in Großbritannien den Zucker durch Süßstoffe ersetzt hatten, da auf diese die Abgabe nicht fällig werde. Rezepturänderungen sollten darauf abzielen, nicht nur den Gehalt von Zucker, sondern den Süßgeschmack insgesamt zu verringern, um der allgemeinen Süßgewöhnung bei Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken. Daher sollte die Herstellerabgabe in Deutschland - genauso wie in Frankreich - auch süßstoffgesüßte Getränke mit einbeziehen, forderte die Verbraucherorganisation.

Die im März 2016 in Großbritannien angekündigte Regelung sieht ab dem 6.April Abgaben für die Hersteller von Getränken vor. Sie beträgt 18 Pence (20 Cent) pro Liter, wenn das Getränk 5 g oder mehr Zucker pro 100 ml enthält. Ab 8 g Zucker steigt sie auf 28 Pence (32 Cent).


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