Stiftung Warentest prüft Komfort Buggys im Test: Qualität ist keine Frage des Preises

Von dpa

Buggys sind praktische Begleiter für unterwegs. Ein gutes Modell bietet trotzdem Komfort für Eltern und Kind. Im Test der Stiftung Warentest war das nicht bei allen der Fall. Foto: imago/ZUMA Press/Bydgoszcz PolandBuggys sind praktische Begleiter für unterwegs. Ein gutes Modell bietet trotzdem Komfort für Eltern und Kind. Im Test der Stiftung Warentest war das nicht bei allen der Fall. Foto: imago/ZUMA Press/Bydgoszcz Poland

Berlin/Münster. Wendig, leicht, klappbar: Buggys sind praktische Begleiter für unterwegs. Ein gutes Modell bietet trotzdem Komfort für Eltern und Kind. Im Test der Stiftung Warentest war das nicht bei allen der Fall. Dafür, wie lange ein Kind im Buggy fährt, gibt es keine Regeln.

Ein hoher Preis sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität eines Buggys aus. Das zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest. Nur zwei Modelle schnitten mit „gut“ ab – der Testsieger gehört mit einem Preis von 180 Euro zu den günstigeren Modellen im Test. Drei Buggys fielen durch, weil Bezüge, Griff oder Regenhaube Schadstoffe enthielten. Sie wurden mit „mangelhaft“ bewertet.

Kriterien für die Tester waren unter anderem, wie gut die Lehne den kindlichen Rücken stützt oder wie weit sie sich zurückklappen lässt, wenn es schläft. Außerdem spielten die Handhabung und enthaltene Schadstoffe eine Rolle.

Sitzzeit im Buggy unterschiedlich

Wie lange Kinder im Buggy kutschiert werden können, hängt den Testern zufolge auch vom Modell ab. In manchen sitzen Kinder schon ab zweieinhalb Jahren nicht mehr bequem, andere bieten bis nach dem dritten Geburtstag Platz. Generell sollten Kinder erst im Buggy Platz nehmen, wenn sie frei sitzen können, sagt Prof. Robert Rödl, Vorsitzender der Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO) von der Uniklinik Münster.

Wie oft und wie lange sie ihre Eltern dann sitzend begleiten, das sei ganz unterschiedlich. „Buggyschäden gibt es jedenfalls nicht“, stellt Rödl klar. Angst davor, dass ihr Kind womöglich nie laufen wird, müssen Eltern gesunder Kinder ebenfalls nicht haben. „Die meisten wollen irgendwann nicht mehr im Buggy sitzen.“ Darauf sollten Eltern dann auch hören.

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In der Zwischenzeit sei es sinnvoll, den Buggy anzubieten, aber nicht aufzuzwingen, sagt Rödl. „Ein Kind, das müde ist und nicht mehr laufen mag, darf natürlich sitzen.“ Eines, das gern läuft, sollte das auch dürfen.

An Grenzen stößt dieses System mitunter in einem stressigen Alltag – wo Eltern mit Kind schnell von A nach B müssen. „Da gilt es, Kompromisse zu finden“, rät der Experte. Wenn kleine Kinder laufen, brauchen sie dafür nämlich Zeit. Und man muss bedenken, dass sie drei Schritte machen, wo Mutter und Vater nur einen machen. „Ich sage immer: Überlegen Sie, ob sie die dreifache Strecke auch laufen würden. Wenn nicht, muss man das auch dem Kind nicht unbedingt abverlangen.“

Verstellbare Griffe

Damit alle entspannt unterwegs sind, sollten Eltern bei der Wahl des richtigen Buggys nicht nur ihr Kind im Blick haben, raten die Tester der Stiftung Warentest. Für eine entspannte Armhaltung etwa sei auch entscheidend, dass sie das Gefährt aufrecht gehend schieben können. Ideal sind der Stiftung Warentest zufolge Modelle mit höhenverstellbaren Griffen. Wer größer als 1,80 Meter ist, stößt allerdings auch da mitunter an Grenzen. Dann lohnt es sich, ein besonders hohes Modell zu kaufen.

Testsieger

Getestet wurden zwölf Modelle, unter anderem von Joie, Quinny und Peg-Pérego zu Preisen von 110 bis 400 Euro sowie drei Sportmodelle zum Joggen oder Inlineskaten – von Britax, Bugaboo und Tfk. Sie kosten bis zu 710 Euro. Insgesamt schnitten im Test die Modelle Litetrax 4 von Joie (180 Euro) und Pace von iCoo (299 Euro) am besten ab.

Den ausführlichen Test finden Sie hier