Kleine Schachteln, großer Spaß Ab ins Osternest: Neun Spieletipps für verspielte Ostern 2018

Von Karsten Grosser und Hauke Petersen

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Osnabrück. Schokoladeneier und Schokohasen. Lecker! Wer das Osternest zu Ostern jedoch nicht nur mit Süßigkeiten füllen möchte, dem schlagen wir hier neun Alternativen vor: Spiele in kleinen Schachteln mit großen Spielideen. Viel Spaß!

Dackel drauf!: Bei diesem Memotraining für angehende Gedächtniskünstler merken sich die Spieler erst ihre Handkarten, dann die Tiermotive von 15 Würfeln, ehe über die Würfel der Dackel, äh Deckel gestülpt wird. Reihum dürfen die Spieler nun Karten von Tieren ausspielen, von denen sie hoffen, dass es noch einen korrespondierenden Würfel unter dem Deckel gibt. Problem: Mit jeder Karte wird ein Würfel verbraucht. Erst wenn alle gepasst haben, erfolgt die Kontrolle. War tatsächlich ein Schaf dabei? Oder die drei erhofften Katzen? Wer einen Fehler macht, muss alle Karten wieder aufnehmen. Das Ziel ist aber gerade, Karten loszuwerden ... – Dackel drauf! (Ravensburger) von Carlo A. Rossi ist für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren, dauert 20 Minuten und kostet etwa 13 Euro.

All You Can Eat: Der Vogel frisst den Wurm. Die Katze vernascht den Vogel. Der Hund jagt die Katze. Und am Ende dieser Nahrungskette steht der Floh, der den Hund beißt. Gleichzeitig wählen die Spieler jeweils eine Tierkarte aus ihrer anfangs identischen Kartenhand aus. Dann wird von Wurm bis Floh stets ausgewertet, wer mit seinem Tier eine oder mehrere der anderen Karten kassiert. Schwächere Tiere kommen nur zum Zug, wenn nach ihnen die Nahrungskette unterbrochen ist. Herauskommt ein lustiges „Ich denke, dass du denkst“-Spiel, bei dem Vögel häufiger als man meint und Hunde seltener als erwartet zum Futtern kommen. – All You Can Eat (Amigo) von Kevin G. Nunn ist für 3 bis 6 Spieler ab 7 Jahren, dauert etwa 15 Minuten und kostet rund 8 Euro.

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Codenames Duett: Wer kann ein Wort finden, zu dem möglichst viele gesuchte Begriffe assoziiert werden können? In der ursprünglichen Version des 2016 mit dem Preis „Spiel des Jahres“ ausgezeichneten Titels treten zwei Teams gegeneinander an. In der überaus gelungenen Zwei-Personen-Variante geht es darum, gemeinsam zu gewinnen. 25 Karten mit Begriffen liegen aus. Abwechselnd nennen die Spieler Codewörter, sodass der Partner möglichst auf die richtigen Begriffe tippt. Jeder muss bis zu neun erraten. Aber vorsichtig! Wer bei diesem Spiel für Sprachliebhaber auf einen verbotenen Begriff tippt, löst die sofortige Niederlage aus. – Codenames Duett (Czech Games Edition/Asmodee) von Vlaada Chvátil und Scot Eaton ist für 2 Spieler ab 11 Jahren oder 2 Gruppen, dauert etwa 15 Minuten und kostet rund 17 Euro.

Wat‘n dat ...: Eine Portion Kreativität gehört schon dazu, aus langen Stäbchen, kurzen Stäbchen und zwei unterschiedlich großen Holzscheiben Begriffe darzustellen. Zumal man es bei dieser Neuauflage dieses Spiels aus Mitte der 1990er Jahre (damals ASS) nicht alleine macht, sondern mit einem Partner zusammen, mit dem man sich nicht absprechen darf. Bedeutet: Selbst die Begriffeleger müssen erst einmal darauf kommen, auf welche Darstellung der Kompagnon hinaus will. Dabei entstehen immer wieder geniale Kooperationen, doch letztlich sind es die fragenden Blicke in der Runde, die dem Kleinod Charme verleihen. Wenn es immer wieder heißt: Wat’n dat? – Wat‘n dat ... (Nürnberger-Spielkarten-Verlag) von Claude Weber ist für 3 bis 8 Spieler ab 8 Jahren, dauert etwa 20 Minuten und kostet rund 15 Euro.

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Zooloretto Duell: Im Jahr 2007 gewann „Zooloretto“ den Preis „Spiel des Jahres“. Nun gibt es eine schnelle Zwei-Personen-Variante des taktischen Zuteilens und Platzierens von Tieren in Gehegen. Wer jeweils die Mehrheiten bei Tigern, Gorillas und Co. hat, gewinnt Wertungen und erhält Punkte. Nachwuchsplanung und der Aufbau von Verkaufsständen erhöhen die Erfolgsaussichten. Mitunter hilft ein unwiderstehlicher Griff in die Schatulle, um dem konkurrierenden Zoodirektor ein Tier abzukaufen. Ärgerlich wird’s, wenn sich zwei Tiere in einem Gehege nicht verstehen. – Zooloretto Duell (Abacusspiele) von Michael Schacht ist für 2 Spieler ab 8 Jahren, dauert etwa 20 Minuten und kostet rund 17 Euro.

Schöne Sch#!?e: Au weia, was im Leben so alles schief gehen kann! Niemand will das Pech teilen, dass der auf den witzig illustrierten Karten dargestellt Unglücksvogel erlebt. Wer so eine Karte ablehnen möchte, muss allerdings einen Chip zahlen und diesen auf die Karte legen. Da der Chipvorrat jedoch nicht unendlich groß ist, muss man irgendwann zugreifen. Der Kartenwert zählt als Minuspunkte. Immerhin bringt jeder (zurückgewonnene) Chip einen Pluspunkt. Und auch Zahlenketten verbessern das Ergebnis in diesem großartigen Spiel voller kniffliger Entscheidungen, das schon im Jahr 2005 unter dem Namen „Geschenkt“ auf der Empfehlungsliste der Jury „Spiel des Jahres“ stand. – Schöne Sch#!?e (Amigo) von Thorsten Gimmler ist für 3 bis 7 Spieler ab 8 Jahren, dauert 20 Minuten und kostet rund 10 Euro.

Neune Spieletipps zu Ostern: Zooloretto Duell, Funkelschatz, Aladdin & die Wunderlampe, Fish & Chips, Codenames Duett, Wat‘n dat ..., All You Can Eat, Dackel drauf! und Schöne Sch#!?e. Foto: Michael Gründel

Fish & Ships: Nein, hier ist nichts frittiert. Es geht allein darum, Schiffe so geschickt auf die wenigen Fischgründe der Wasserstraße zu steuern, dass die eigenen Matrosen besonders viel zu angeln haben. Das Steuern ist dabei nicht gerade einfach. Es fährt nämlich immer genau das Schiff, das auf dem Plättchen abgebildet ist, welches der aktive Spieler umdreht. Um dem Zufall nicht zu viel Macht zu geben, kann man bis zu drei Plättchen auf einmal umdrehen und sich für eines entscheiden. Doch dieser Vorteil ist – wie so oft – nicht ohne Nachteile zu haben. Self-Made-Spieleerfinder Oliver Igelhaut schafft es wie kaum ein anderer, ein von Taktik geprägtes, ziemlich anspruchsvolles Spielerlebnis in einer kleinen Schachtel unterzubringen. Trotz der Altersangabe kein Kinderspiel! – Fish & Ships (Igel Spiele) von Oliver Igelhaut ist für 2 bis 4 Spieler ab 7 Jahren und kostet etwa 10 Euro.

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Aladdin & die Wunderlampe: Einmal drei Wünsche frei haben – was wäre das schön! In diesem Spiel ist das zwar möglich, aber nicht zwingend erstrebenswert. Denn noch viel besser als den wankelmütigen Dschinn anzurufen ist es, sich gleich über eine der drei Schatzkisten (Gold, Silber, Bronze) herzumachen. Das darf derjenige Spieler, der seinen Würfel auf den niedrigsten Zahlenwert gedreht hat. Also immer die eins nehmen? Bringt auch wenig, denn pro Würfelauge gibt es nur ein Teil des Schatzes. Und Skorpione auf den Karten sorgen dafür, dass wir häufig genug komplett leer ausgehen. Ein schönes kleines Zocker- und Bluffspiel, das eher etwas für Erwachsenenrunden ist. – Aladdin & die Wunderlampe (Asmodee) von Tiago Demay ist für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren, dauert etwa 20 Minuten und kostet etwa 20 Euro.

Funkelschatz: Zig unterschiedlich farbige Edelsteine sind im Eis verborgen. Gut, dass Papa Drache einen heißen Atem hat. Mit seiner Hilfe schmelzen die Kinder die Eissäule Schicht für Schicht ab. Die dabei freigelegten Klunker dürfen die Mitspieler einsammeln. Bei diesem schön aufgemachten Spaß für die kleineren Kinder geht es um Geschicklichkeit, aber auch um ein gutes Auge. Denn bei der Verteilung kommt vor allem der zum Zuge, der sich vorher die richtige Farbe ausgesucht hat. – Funkelschatz (Haba) von Günter und Lena Burkhardt ist für 2 bis 4 Spieler ab 5 Jahren, dauert 10 bis 15 Minuten und kostet etwa 15 Euro.

Weitere Spielekritiken finden Sie auf der Spielekenner-Themenseite.


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