Was man beim Abnehmen beachten muss Intervallfasten, Paleo, Clean-Eating: Funktionieren diese Diäten?

Von Nadine Grunewald

Diäten gibt es zuhauf. Doch Gewicht verlieren ist nicht das schwierigste beim Abnehmen. Foto: ColourboxDiäten gibt es zuhauf. Doch Gewicht verlieren ist nicht das schwierigste beim Abnehmen. Foto: Colourbox

Osnabrück. Das Aussehen und das eigene Gewicht spielen für viele Menschen eine große Rolle. Mit Diäten versuchen sie, abzunehmen – und von diesen gibt es scheinbar unendlich viele. Doch was hat es mit welcher Diät auf sich und bringen sie etwas? Wir erklären, wie einige der beliebten Diäten funktionieren.

„Es gibt ein Schlaraffenland an Diäten“, sagt Christina Holzapfel, Ernährungswissenschaftlerin am Institut für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München. Die Liste reicht von einseitigen Diäten wie der Ananas- oder der Kohlsuppendiät über Crash- und Nulldiäten, bei denen eine Zeit lang gar nichts gegessen wird, bis hin zu Diäten mit Namen wie „Schlank im Schlaf“ und verschiedenen Methoden wie Abnehmen per App. Holzapfel erklärt, was sich hinter ausgewählten Diäten verbirgt.

Intervallfasten

So funktioniert’s: Beim Intervallfasten wird zu bestimmten Zeiten nichts oder nur sehr kalorienreduziert gegessen. Ansonsten steht eine ausgewogene Ernährung auf dem Speiseplan, erklärt Holzapfel. „Das Intervallfasten war schon letztes Jahr extrem en vogue und ist es immer noch.“ Es gibt verschiedene Konzepte, die vorgeben, wann gegessen wird, beispielsweise das „Fünf zu zwei“-Konzept. Dabei wird an fünf Tagen in der Woche ausgewogen gegessen, die anderen beiden Tage sind Fastentage. An diesen nehmen Frauen maximal 500, Männer höchstens 600 Kalorien zu sich. Beim „Zehn in zwei“-Konzept hingegen wird an einem Tag ausgewogen gegessen, am nächsten gar nicht, und beim „16 zu acht“ fastet man 16 Stunden und darf innerhalb der verbliebenen acht Stunden Nahrung zu sich nehmen.

Das sagt die Expertin: „Intervallfasten kann sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken. Man muss die Fastentage gut planen. Das Intervallfasten schränkt einen ein und ist schwierig auf Dauer einzuhalten“, sagt Holzapfel.

Die Paleo-Diät

So funktioniert‘s: Die Paleo- oder auch Steinzeitdiät gehört zu den Low-Carb-Diäten, bei denen Kohlenhydrate (engl.: carbs) möglichst vom Speiseplan gestrichen werden. Bei der Paleodiät wird empfohlen, Obst, Gemüse und Salat im Verhältnis von 2:1 zu Fleisch zu sich zu nehmen. Getreide, Kartoffeln und Milchprodukte werden eher selten gegessen. Richtig viel mit der Ernährungsweise aus der Steinzeit hat es aber nichts zu tun: Damals wurde das verzehrt, was es gab.

Das sagt die Expertin: „Es ist möglich, mit der Paleo-Diät abzunehmen, sofern die Kalorienzufuhr eingeschränkt wird“, sagt Holzapfel. Es gebe erste Studien, und in denen schneide sie kurzfristig nicht so schlecht ab. „Von Nachteil ist, dass Milchprodukte kaum auf dem Speiseplan stehen. Der Verzicht auf Getreideprodukte schränkt die Auswahl sehr ein.“

Clean-Eating

So funktioniert‘s: Beim Clean Eating ist der Name Programm. Es geht darum, Sauberes und Reines zu essen. Die Produkte sollen saisonal, regional und naturbelassen sein, stark verarbeitete und industriell hergestellte Lebensmittel vermieden werden. Proteinreiche Kost steht im Vordergrund.

Das sagt die Expertin: „Clean Eating setzt auf naturbelassene, saisonale und regionale Produkte, da spricht nichts dagegen. Clean Eating ist eine Form der Mischkost, nichts Neues, hat jetzt nur einen schicken Namen“, sagt Holzapfel.Auch hier gilt: Man kann mit Clean-Eating abnehmen – wenn die Kalorienzufuhr reduziert wird.

Die ketogene Diät

Die ketogene Diät ist ebenfalls eine Form der Low-Carb-Ernährung. Sie basiert auf einer fettreichen und kohlenhydratarmen Lebensmittelzufuhr. Laut Holzapfel ist diese Diät – zum Beispiel in Form der Öl-Eiweiß-Diät nach Budwig oder der Gerson-Diät – derzeit gerade im Zusammenhang mit Krebserkrankungen en vogue. In den Leitlinien zur Krebsprävention und -therapie stehe die ketogene Diät nicht. „Fachgesellschaften empfehlen eine ausgewogene Mischkost zur Krebsprävention als auch bei Krebs“, sagt Holzapfel. Strenge einseitige Kostformen, die sich die Patienten häufig selber verordneten, seien nicht wissenschaftlich fundiert.

Was man beim Abnehmen beachten muss

Wer langfristig abnehmen möchte, muss vor allem drei Dinge beachten: Es kann nur funktionieren, wenn man die Kalorienzufuhr verringert – um etwa 500 Kalorien am Tag. Nur wer langfristig seine Ernährung umstellt, wird Erfolg haben. Wer mit extremen Diäten abnimmt, wird nicht lange durchhalten. Und: „Die Gewichtserhaltung nach Reduktion ist schwieriger als abzunehmen.“