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EWE: An uns liegt es nicht Niedersachsen: Telekom kündigt zehntausenden VDSL-Kunden

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Viele Telekom-Kunden im Nordwesten Niedersachsens bekommen dieser Tage unerfreuliche Post von ihrem Anbieter. Foto:Imago/Jürgen SchwarzViele Telekom-Kunden im Nordwesten Niedersachsens bekommen dieser Tage unerfreuliche Post von ihrem Anbieter. Foto:Imago/Jürgen Schwarz

Osnabrück. Viele Telekom-Kunden im Nordwesten Niedersachsens bekommen dieser Tage unerfreuliche Post von ihrem Anbieter. In den Schreiben informiert die Telekom sie über die baldige  Kündigung ihrer VDSL-Anschlüsse. Nach Schätzungen sollen etwa 30000 Telekom-Kunden in der Region entsprechende Schreiben erhalten. Spekulationen, dies sei darauf zurückzuführen, dass sich die Telekom mit dem Netzausbauer EWE nicht auf Mietkonditionen einigen könne, wies EWE gegenüber unserer Redaktion zurück.

„ Aus unserer Sicht besteht für alle Telekommunikationsanbieter keinerlei Veranlassung, bestehende Verträge in den von EWE ausgebauten Nahbereichen zu kündigen“, betonte EWE-Sprecher Mathias Radowski. Alle jetzt angebotenen Bandbreiten würden auch zukünftig noch angeboten. EWE und Telekom hätten auch bereits eine Vereinbarung geschlossen.

Nach Angaben von Radowski werden die höheren Bandbreiten bis spätestens Mitte Februar 2019 zur Verfügung stehen. Ein konkreter Verfügbarkeitstermin der bis zu 100 Mbit/s-Produkte werde  von EWE noch mitgeteilt. „Warum die Telekom dennoch bestehende Verträge kündigt, müssen Sie dort erfragen“, betonte der EWE-Sprecher. Es gebe keinen Streit zwischen den beiden Unternehmen: „Ganz im Gegenteil: Wir planen gerade, ein gemeinsames Unternehmen für den Glasfaserausbau zu gründen“, so Radowski.

Telekom-Schreiben

In dem Telekom-Schreiben heißt es: „Wir können ihren bestehenden Tarif künftig nicht mehr anbieten. Ihr Handeln ist erforderlich, sonst müssen wir Ihren jetzigen Anschluss bald kündigen.“ Zur Begründung schreibt die Telekom, der Kunde wohne in einem Gebiet, in dem die Telekom ihr Netz für hohe Bandbreiten derzeit nicht ausbauen könne. „An Ihrem Wohnort muss die Telekom ihre bestehende VDSL-Technik entfernen.“ Die maximale Verbindungsgeschwindigkeit ins Netz werde auf den alten DSL-Standard zurückgesetzt. Man biete den betroffenen Kunden weiterhin Breitbandanschlüsse im Festnetz an. „Gerne prüfen wir mit Ihnen gemeinsam mögliche Alternativen zum jetzigen Anschluss“, heißt es in dem Schreiben. Auf Twitter beschweren sich bereits Nutzer, dass sie von einem VDSL-Anschluss mit bis zu 50 MBit/s auf eine Verbindung mit 16 MBit/s herabgestuft werden sollen.

Konflikt mit der EWE

Gegenüber dem NDR wollte die Telekom die Zahl von 30.000 betroffenen Anschlüssen in der Region nicht kommentieren. Das Unternehmen bestätigte aber den Konflikt mit der EWE. Diese ist in Teilen von Niedersachsen für den Breitbandausbau zuständig und sollte eigentlich der Telekom die für VDSL nötige Infrastruktur bereitstellen. VDSL, ist eine DSL-Technik, die wesentlich höhere Datenübertragungsraten über gebräuchliche Telefonleitungen liefert als beispielsweise ADSL oder ADSL2+.

Glasfasernetze

Bei VDSL sind die Vermittlungsstellen selbst mit Glasfasertechnik verbunden, die Teilnehmer-Endgeräte aber über klassische Telefonkabel angeschlossen. Während letztere von der Telekom selbst bereitgestellt werden können, ist sie für eine schnelle Anbindung auf die Glasfasernetze von EWE angewiesen.

Der Vorgang in Niedersachsen ist nicht einmalig: Schon im vergangenen Jahr waren ähnliche Fälle von Rückbau in Rheinland-Pfalz und Thüringen bekannt geworden.


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