Neue Geheimwaffe gegen Verschmutzung Forscher überrascht: Krill hilft gegen Plastikmüll

Von Barbara Barkhausen

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Krill, die garnelenförmigen Krebstiere, sind Teil des Planktons. Foto: Robert KingKrill, die garnelenförmigen Krebstiere, sind Teil des Planktons. Foto: Robert King

Sydney. Krill ist nicht nur eine wichtige Nahrung für unzählige Meerestiere. Die winzigen Krebstiere erweisen sich auch als Geheimwaffe im Kampf gegen den Plastikmüll im Meer, wie australische Forscher jetzt herausgefunden haben. Sie bauen die Mikroplastik zu Nanoplastik ab.

Viele Tiere gehen am Plastikmüll im Meer oft elendig zugrunde. Krill dagegen scheint dem Plastikmüll den Kampf angesagt zu haben. Australische Forscher konnten in einer Studie nachweisen, dass die winzigen Krebstiere Mikroplastik aufnehmen, es in ihrem Körper nochmals verkleinern und durch den Verdauungstrakt wieder ausscheiden.

Die Fragmente waren nach der Verdauung im Durchschnitt 78 Prozent kleiner als die ursprünglichen Stückchen, wobei einige Fragmente um 94 Prozent ihres ursprünglichen Durchmessers reduziert waren.

Forscher sind überrascht

Aus Mikroplastik wird auf diese Weise Nanoplastik, wie eine Studie unter Leitung der Umweltwissenschaftlerin Amanda Dawson von der Griffith University in Brisbane jetzt nachweisen konnte. Die Forschung, die im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, hat auch in Wissenschaftlerkreisen Wogen geschlagen.

Aus Mikroplastik wird durch die Verdauung des Krill Nanoplastik. Foto: Lucia Simion

Dawson sagte dem australischen Sender ABC, sie sei selbst „extrem überrascht“ von den Ergebnissen ihrer Studie gewesen. „Ich habe lange gebraucht, um meine Ergebnisse zu glauben“, sagte sie. Sie habe deswegen alles noch einmal getestet. „Es war ziemlich überwältigend, als wir herausfanden, dass Krill Plastik in winzige Stücke zerlegen kann.“

„Enormer Filter“

Bei den getesteten Tieren handelt es sich um antarktischen Krill. Laut der australischen Forscher befinden sich im Südpolarmeer bis zu 500 Millionen Tonnen Krill. Jedes einzelne Krebstierchen filtert wohl bis zu 86 Liter Meerwasser pro Tag. Das sei ein „enormer Filter“, um Plastik abzubauen.

Wenig ist dagegen bekannt, wie sich die Giftstoffe in Plastik verhalten und ob und wie diese im Körper der Tiere abgelagert werden. Ebenfalls unklar ist bisher, ob die Nanopartikel, die der Krill ausscheidet, später von nochmal kleineren Organismen gefressen werden.

Schockierendes Video

Wie schlimm die Plastikverschmutzung in Teilen der Ozeane inzwischen ist, zeigte diese Woche das schockierende Video eines britischen Tauchers in Indonesien. Rich Horner hatte ein Video aufgenommen, das zeigt, wie er unter einem dicken Teppich an Plastikmüll schwimmt und wie er zwischen im Wasser treibendem Plastik taucht.


Das Filmmaterial entstand auf der Insel Nusa Penida, rund 20 Kilometer von der beliebten indonesischen Ferieninsel Bali entfernt, an einer Reinigungsstation für Rochen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN