Studie bestätigt Regelmäßiger Sport verlangsamt Altern und verzögert Wechseljahre

Von Elke Bunge

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Wer regelmäßig sportlich trainiert, verliert im Alter weder Muskelmasse noch Kraft. Das zeigt eine britische Studie. Foto: dpaWer regelmäßig sportlich trainiert, verliert im Alter weder Muskelmasse noch Kraft. Das zeigt eine britische Studie. Foto: dpa

Birmingham. Wer regelmäßig sportlich trainiert, verliert im Alter weder Muskelmasse noch Kraft. Das zeigt eine britische Studie. Auch das Körperfett und der Cholesterinspiegel nehmen nicht zu, der Testosteronspiegel der Männer bleibt konstant.

Regelmäßiges Training bedeutet nicht nur eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes für den aktuellen Moment. Menschen, die ein sportliches Übungsprogramm in ihren Lebensalltag integrieren, haben auch im Alter gesundheitliche Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die nun in der Fachzeitschrift „Aging Cell“ publiziert worden ist.

Für die Studie der Universität Birmingham und des Kings College in London untersuchte das Forscherteam die Gesundheit von älteren Erwachsenen, die den größten Teil ihres Erwachsenenlebens Sport ausgeübt hatten, um zu sehen, ob dies das Altern verlangsamen könnte.

Sport verzögert Wechseljahre

Für die Studie rekrutierten die Wissenschaftler 125 Amateurradfahrer im Alter von 55 bis 79 Jahren, von denen 84 männlich und 41 weiblich waren. Raucher, starke Trinker und solche mit hohem Blutdruck wurden von der Studie ausgeschlossen. Die Teilnehmer unterzogen sich einer Reihe von Labortests und wurden mit einer Gruppe von Erwachsenen verglichen, die nicht regelmäßig körperlich aktiv waren. Die Studie zeigte, dass bei den regelmäßig trainierenden älteren Erwachsenen kein Verlust von Muskelmasse und Kraft auftrat. Bei diesen sportlich aktiven Teilnehmern erhöhte sich auch nicht deren Körperfett oder der Cholesterinspiegel.

Weiterhin sank bei den sportlichen männlichen Probanden der Testosteronspiegel im Alter nicht ab, was darauf hindeutet, dass die männlichen Wechseljahre bei den sportlich aktiven Personen nicht stattgefunden haben. Diese sogenannte Andropause kann bei Männern ab dem 40. Lebensjahr beginnen und wird durch das Absinken des Testosteronspiegels ausgelöst. Die Folgen sind, wie bei den weiblichen Wechseljahren, Mattigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Libidoverlust, Glieder- und Gelenkschmerzen oder Schweißausbrüche.

Immunsystem wie junge Menschen

Die Studie wies weiterhin nach, dass auch das Immunsystem langsamer alterte. Im Immunsystem haben sogenannte T-Lymphozyten, die Aufgabe, angreifende Erreger im Körper abzuwehren. Die Thymusdrüse selektiert diese Immunzellen und schüttet nur bestimmte T-Zellen aus, nämlich genau diese, die nicht unseren eigenen Körper attackieren würden. Doch ab dem 20. Lebensjahr beginnt die Thymusdrüse zu schrumpfen und gibt weniger T-Lymphozyten frei. Die Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die Thymusdrüse der sporttreibenden Testpersonen auch im Alter so viele T-Zellen wie ein junger Mensch ausschüttet.

Zu wenig Europäer treiben Sport

„Hippokrates gab bereits 400 vor Christus an, dass regelmäßige körperliche Betätigung die beste Medizin des Menschen ist. Aber seine Botschaft ging im Laufe der Zeit verloren und wir sind eine zunehmend sitzende Gesellschaft geworden“, so Janet Lord, Direktorin des Instituts für Entzündung und Altern von der Universität Birmingham.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich täglich mindestens eine halbe Stunde körperlich zu ertüchtigen. Doch 60 Prozent der Europäer treiben entweder nie oder nur sehr selten Sport. Nur eine gesunde Minderheit, die restlichen 40 Prozent, betätigen sich regelmäßig oder weniger regelmäßig.

Doch Lord sieht das Potenzial zum Handeln und kommentiert optimistisch: „Wichtig ist, dass unsere Ergebnisse die Annahme entkräften, dass uns das Altern automatisch schwächt. Mit unserer Forschung möchten wir Menschen ermutigen, sich während ihrer gesamten Lebenszeit regelmäßig zu bewegen. Denn dies ist eine gute Möglichkeit, dass wir heutzutage nicht nur länger leben, sondern auch gesünder alt werden können.“


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