Ein Bild von Waltraud Messmann
06.03.2018, 06:30 Uhr ES GIBT GUT FUNKTIONIERENDES BEISPIEL

Schlichtungsstelle für Reiserecht: Widerstand aufgeben

Kommentar von Waltraud Messmann

Baustellenlärm beim Urlaubshotel:Ein Fall für die geplante Schlichtungsstelle für Reiserecht sein.  Foto:Imago /Udo KrönerBaustellenlärm beim Urlaubshotel:Ein Fall für die geplante Schlichtungsstelle für Reiserecht sein. Foto:Imago /Udo Kröner

Osnabrück. Pläne von Verbrauchschützern und Bundesjustizministerium für eine spezielle Schlichtungsstelle für Reiserecht stoßen bei den Touristikunternehmen auf Widerstand. Das sollte sich schnell ändern.

Mit der EU-Pauschalreiserichtlinie wollte Brüssel den Verbraucherschutz beim separaten Buchen von Einzelleistungen sicherstellen. Internetbuchungen sollten solchen von Pauschalreisen im Reisebüro oder direkt bei einem Veranstalter gleichgestellt werden. Das war an sich ein löbliches Vorhaben. Seine Umsetzung muss aber als „gut gemeint, schlecht gemacht“ bezeichnet werden.

Verbraucherschützer warnen deshalb aus gutem Grund davor, dass mit Inkrafttreten der Neuregelung die Gerichtsverfahren zunehmen könnten. Dadurch bekommt die Forderung des Bundesjustizministeriums und von Verbraucherschützern nach einer speziellen Schlichtungsstelle für Reiserecht zusätzliche Dringlichkeit. Es ist sicher ein Fehler, dass die Touristikunternehmen dieses Ansinnen trotzdem weiter ablehnen.

Hinzu kommt, dass es mit der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr bereits ein gut funktionierendes Vorbild gibt. Die 2009 eingerichtete Stelle bietet ihre Dienstleistung allen Kunden der Bahn-, Bus-, Flug- und Schiffsunternehmen an.

Auch dort gab es aber Startschwierigkeiten: Einige Fluggesellschaften standen der Einrichtung skeptisch gegenüber. Erst 2013 gaben aber auch sie ihren Widerstand auf. Hoffentlich lassen sich die Reiseveranstalter nicht auch so viel Zeit.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN