Fahrzeugpflege im Winter Schadet das Streusalz auf den Straßen dem Auto?

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Ist Schneefall angekündigt oder liegt schon einige Zentimeter Schnee, bringen Streufahrzeuge eine Salzmischung auf die Straßen. Danach sind Autos, die über die präparierte Straße fahren, oft mit Salz und Schneematsch verdreckt. Das kann einigen Autoteilen schaden. Foto: imago/Frank SorgeIst Schneefall angekündigt oder liegt schon einige Zentimeter Schnee, bringen Streufahrzeuge eine Salzmischung auf die Straßen. Danach sind Autos, die über die präparierte Straße fahren, oft mit Salz und Schneematsch verdreckt. Das kann einigen Autoteilen schaden. Foto: imago/Frank Sorge

Osnabrück. Ist Schneefall angekündigt oder liegt schon einige Zentimeter Schnee, bringen Streufahrzeuge eine Salzmischung auf die Straßen. Danach sind Autos, die über die präparierte Straße fahren, oft mit Salz und Schneematsch verdreckt. Ist das schädlich für den Wagen?

Feuchtes Streusalz taut dank einer chemischen Reaktion besonders gut vereiste Straßen auf. Dabei ist unbestritten, dass das Salz auf die Natur und auf diversen Oberflächen aggressiv reagiert. So kann der Kontakt mit Streusalz auch bestimmten Autoteilen schaden. Eine Übersicht.

Unterboden: In der Regel gibt es am Unterbau eines Fahrzeugs durch Salz keinen Rostfraß: „Durch werkseitige Hohlraumversiegelungen, verbesserten Unterbodenschutz und den Einsatz verzinkter Bleche ist das eher ein Problem der Vergangenheit“, heißt es dazu vom ADAC. Gab es allerdings Reparaturarbeiten unter dem Auto, sind diese Stellen für Rost potenziell anfällig.

Auch Aluteile können vom Streugut angegriffen werden. An ihnen kann es dann zu einer chemischen Reaktion kommen: „Durch diese Oxidation kann die Oberfläche leicht aufblühen“, sagt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA). Sind Verschraubungen betroffen, ließen sich diese unter Umständen nicht mehr lösen. Eine Reinigung in der Waschanlage mit Unterbodenwäsche entfernt Schmutz und Salzreste und kann so Rost vorbeugen.

Lack: Für Autolacke sei Streusalz weniger schädlich, als häufig angenommen, sagt Volkmar Strenzel vom Fraunhofer Institut für Lacktechnik: „Grundsätzlich kann es der obersten Schicht, dem Klarlack, nichts anhaben.“

Da Streusplit und -salz aber auch kleine Lackschäden verursachen kann, wenn es während der Fahrt an die Karosserie spritzt, rät Philipp Sander vom Automobilclub Mobil in Deutschland zu gründlichen Lackkontrollen. „Kleinere Beschädigungen lassen sich in der Regel mit speziellen Lackstiften gut beseitigen, ansonsten empfiehlt sich der Weg in eine Fachwerkstatt.“ Lackschäden sollten nie unbehandelt bleiben. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Rostnester bilden, deren Beseitigung dann deutlich teurer wird.“

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Scheibenwischer: Für das Gummi der Scheibenwischer ist der häufige Kontakt mit Streusalz nachteilig: „Durch den Schmutz und das Salz auf der Scheibe sind die Wischerblätter meistens schon ziemlich abgenutzt, früher oder später fangen sie also an zu schmieren“, sagt Sander. Die Behandlung mit Kunststoffbalsam oder einem Fettstift kann das Poröswerden hinauszögern.

Wann in die Waschanlage? Eine Winterpause machen viele Waschstraßen nicht: Gewaschen werde dort mit warmem Wasser, weshalb eine Vereisung kein Thema sei, erklärt Thomas Drott vom Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche (BTG).

Anders sieht es bei SB-Waschparks aus. Dort können Minusgrade das System lahmlegen, da Waschboxen und Leitungen teilweise ungeschützt sind und das Wasser nicht ständig zirkuliert. Wer bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in die Waschanlage fährt, sollte ein Programm mit Trocknung wählen, damit die Fahrzeugteile nicht zufrieren. Vorher sollten per Handwäsche Salz und Dreck beseitigt werden, um Schmirgelkratzer zu verhindern.

(Mit dpa)

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