Gefahr von Atemwegserkrankungen Wie gesund ist Wintersport bei Eiseskälte?

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Eisige Temperaturen erhöhen für Wintersportler das Risiko von Atemwegserkrankungen und Erfrierungen. Tapes und Atemwärmer können helfen. Doch an extrem kalten Tagen sollten Ski und Laufschuhe ruhen.

Extreme Wetterbedingungen mit eisigen Temperaturen können die Gesundheit von Wintersportlern gefährden, so Prof. Bernd Wolfarth, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Aufgrund der Witterungsbedingungen treten zwei entscheidende Probleme auf: Erfrierungen und Atemwegserkrankungen. Je kälter die Luft ist, desto größer ist das Risiko, eine Bronchitis oder andere Atemwegserkrankung zu bekommen. Außerdem kann das Einatmen einer trockenen, eisig kalten Atemluft von minus 15 Grad und mehr schmerzhaft sein und zu deutlichen Einschränkungen der Atmung führen.

Reizhusten und Entzündungen

Durch die Kälte wird die Bronchialschleimhaut irritiert, es kommt lokal zu einer leichten Entzündungsreaktion. Die Schleimhaut schwillt an und die Atemwege werden hierdurch verengt, dies kann zu einem klassischen Kälteasthma führen, welches unter Belastung noch verstärkt wird. Bei einer starken Reizung tritt ein unangenehmer Reizhusten, vor allem nach der körperlichen Anstrengung, auf.

Bei extrem kalten Tagen empfiehlt die DGSP, auf den Sport im Freien ganz zu verzichten.

Tapes für das Gesicht

Freiliegende Körperteile wie Hände und die Gesichtshaut sollten gut geschützt werden. Hochwertige Handschuhe und Gesichtsmasken bieten Schutz, manche Athleten tapen sich die Wangenknochen und den Nasenbereich mit sogenannten Kinesio-Tapes. Diese dicken und elastischen Pflaster sollen das Kältegefühl lindern.

Mund-Heizungen

Immer mehr Wintersportler greifen zudem zu Atemwärmern, die wie eine Mundharmonika anmuten. Bei den Skifahrern und Biathleten in Pyeongchang bei den Olympischen Winterspielen waren die Geräte auch im Einsatz. Damit wollten sich die Sportler vor Infektionen schützen und Hustenreiz verhindern. In dem Kunststoffgerät befinden sich Aluminiumlamellen. Beim Ausatmen erwärmen sich diese Lamellen durch die warme Luft, die den Mund verlässt. Gleichzeitig sammelt sich die Feuchtigkeit des Atems. Beim Einatmen wird die einströmende kalte und trockene Luft dann erwärmt und befeuchtet. Für die Sportler ist es so weniger schmerzhaft, die beißend kalte Luft einzuatmen. Auch der Wärme-und Flüssigkeitsverlust ist geringer, wie ein Hersteller der Geräte auf seiner Seite schreibt.

Nach dem Sport sollten sich Sportler so schnell wie möglich vor der Kälte schützen und rasch trockene und warme Kleidung anziehen, um Infekte zu vermeiden.

(Weiterlesen: Das hatte es mit den Mund-Heizungen bei Olympia auf sich)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN