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RKI: 35284 Neuerkrankungen, 216 Grippetote Gripperekord: Schon 2,5 Millionen Bürger wegen Influenza beim Arzt

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Die Grafik zeigt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der siebten (links) und achten (rechts) Kalenderwoche. Grafik: Arbeitsgemeinschaft Influenza, Robert Koch-InstitutDie Grafik zeigt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der siebten (links) und achten (rechts) Kalenderwoche. Grafik: Arbeitsgemeinschaft Influenza, Robert Koch-Institut

Osnabrück. Die Ärzte haben zurzeit alle Hände voll zu tun: Mit knapp 3.000 Konsultationen pro 100.000 Einwohner hat die Zahl der Grippe bedingten Arztbesuche in dieser Saison den höchsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht. Das meldete das Robert-Koch Institut (RKI). Damit hätten schätzungsweise schon 2,5 Millionen Bürger wegen einer akuten Atemwegserkrankung eine Praxis aufgesucht.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die anhaltende Grippewelle führe viele Arztpraxen an die Grenzen ihrer Behandlungsmöglichkeiten.Die Ärzte stemmten die Herausforderung „und versorgen die außergewöhnlich vielen grippekranken Patienten“. Allerdings bat Gassen Patienten auch „um Verständnis dafür, falls Terminplanungen auf Grund des Ansturms auf die Praxen kurzfristig verändert werden müssen“.

35.284 Neuerkrankungen

Mit 35.284 labordiagnostisch bestätigten Neuerkrankungen in der vergangenen Woche (Vorwoche 23 379 Neuerkrankungen) stieg die Zahl der nachgewiesenen Influenzainfektionen auf insgesamt 119.553 seit November 2017. Die Zahl der Todesfälle gab das RKI mit 216 (Vorwoche 136 Tote) an. Während der Schwerpunkt in der Vorwoche noch im Süden und Osten des Landes lag, hat sich die Influenza inzwischen von wenigen Regionen abgesehen auf ganz Deutschland ausgebreitet.

Hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer bei Grippefällen gilt aber als hoch, weil nicht in jedem Fall Erregerproben analysiert werden. Drei Viertel der Erkrankungen wurden von sogenannten Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie ausgelöst. Die dominierende B-Virus-Variante Yamagata wird von dem Dreifachimpfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise erstatten, nur äußerst eingeschränkt abgedeckt. Diese Variante ist aber in dem teureren Vierfachimpfstoff enthalten.

„Bis heute übernehmen nicht alle Krankenkassen die wichtige Vierfach-Impfung“, kritisierte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Gezahlt wird häufig nur der halb so teure Dreifachwirkstoff.“

Pflichtleistungen

Die Schutzimpfungen sind seit 2007 Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Der für den Leistungskatalog der Kassen zuständige gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dem Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken angehören, hatte im Januar mitgeteilt zügig über eine Aufnahme des Vierfach-Stoffs in die Pflichtleistungen der Kassen zu beraten. Mit einer Entscheidung wird Mitte April gerechnet. Für die aktuelle Grippesaison ist es dann aber zu spät. (Mit AFP)


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