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35.000 Volt im Körper Weshalb wir im Winter häufiger „einen gewischt“ bekommen

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So deutlich ist der Blitz nicht, wenn sich zwei elektrostatisch aufgeladene Objekte berühren, das Gefühl eines solchen Stromschlags illustriert das Bild jedoch treffend. Foto: imago/Victor de Schwanberg/Science Photo LibrarySo deutlich ist der Blitz nicht, wenn sich zwei elektrostatisch aufgeladene Objekte berühren, das Gefühl eines solchen Stromschlags illustriert das Bild jedoch treffend. Foto: imago/Victor de Schwanberg/Science Photo Library

Osnabrück. Nichts ahnend, begrüßt man sich mit Handschlag oder öffnet ein Fenster – zack, da ist es schon passiert: Ein kurzes starkes Kribbeln fährt durch den Körper. Im Volksmund hat man „einen gewischt bekommen“. Was passiert dabei genau und warum bekommen wir solche Stromschläge vor allem im Winter?

Der leichte Stromschlag entsteht, weil sich in diesem Moment der Körper elektrostatisch entlädt. Im Dunkeln kann dabei sogar ein Funken wahrgenommen werden. Die Winterzeit begünstigt diesen Ablauf. Wir erleben häufiger einen plötzlichen Spannungsdurchschlag, meist weil wir etwas Metallisches berühren. Woran liegt das?

Normalerweise ist unser Körper elektrisch neutral. Denn über den Tag kommen wir mit positiv und negativ geladenen Objekten in Kontakt. Unsere Haut, die eine gewisse Grundfeuchtigkeit besitzt, gleicht die Ladung unseres Körpers aus: Die Elektrizität verteilt sich und kann sich an geerdeten Gegenständen entladen. Durchzuckt uns ein leichter Stromschlag, ist das passiert, weil das Gleichgewicht der Ladung gestört ist. Physikalisch heißt das: Der Körper besitzt in diesem Moment mehr positive als negative Ladung oder umgekehrt.

Gummi verhindert Entladung

Auslöser für den unangenehmen Spannungsschlag können Schuhe mit Gummisohlen sein, in denen man über einen Kunststoffteppich schlurft, oder Bewegungen in Kleidung aus Synthetikfasern wie beispielsweise einem Pullover aus Polyester. Wenn unser Körper mit diesen Stoffen in Berührung kommt, verschwinden durch die Reibung an der Oberfläche viele Elektronen – also negativ geladene Teilchen. Es verbleibt ein Überschuss an positiver Ladung. Berührt man so geladen einen Gegenstand, gleicht sich die Spannung mit einem Funken aus.

Vor allem bei kaltem und trockenem Wetter – oder in stark beheizten Räumen – kann der Körper die überschüssige negative oder positive Ladung kaum an die Luft abgeben. Denn trockene Luft ist ein schlechter elektrischer Leiter.

Trockene Haut fördert Stromschläge

Feuchtigkeitsmangel kann sich auch an anderer Stelle mit einem Stromschlag bemerkbar machen. Menschen mit trockener Haut laufen Gefahr, öfter einen „gewischt“ zu bekommen. Die Ladung kann sich auf der trockenen Haut nur schlecht über den Körper verteilen. Wenn wir dann einen Gegenstand berühren oder jemandem die Hand auf die Schulter legen, kommt es zur plötzlichen Entladung. Bis zu 35.000 Volt Spannung können bei diesem elektrischen Schlag durch unseren Körper fließen. Lebensbedrohlich ist so ein Schlag nicht, als kurzer Schmerz ist er spürbar.

Wer sich vor diesen Mini-Stromschlägen schützen möchte, sollte auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit des Raumes achten, Schuhe mit Ledersohlen tragen oder regelmäßig geerdete Gegenstände berühren, um den Körper zu entladen. Gegen trockene Haut hilft regelmäßiges Eincremen, dann kann sich die Ladung gut verteilen.

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