Tipp für den Hobbygärtner Hübsch im Beet: Veilchenblüte im Frühling

Von dpa

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Das Pfingstveilchen (hier Viola sororia ‚Albiflora‘) ist ein kleiner Bodendecker, der im Mai und Juni erblüht. Foto: Marion Nickig/dpa-tmnDas Pfingstveilchen (hier Viola sororia ‚Albiflora‘) ist ein kleiner Bodendecker, der im Mai und Juni erblüht. Foto: Marion Nickig/dpa-tmn

Illertissen/Essen. Neben der stolzen Rose bestehen nicht viele Pflanzen - das Veilchen aber schon. Die beiden teilen sich die Aufmerksamkeit im Beet gut auf. Als Erstes ist das Veilchen dran - das mit einer hübschen Blüte und teils intensivem Duft im Frühling auffällt.

Die Farbe im Garten ist zurück, und die ersten Veilchen strecken ihre violetten Blüten der Sonne entgegen. Aber die Frühblüher haben noch einen Trick auf Lager, um auf sich aufmerksam zu machen: Sie duften intensiv und angenehm - vor allem, wenn es sonnig warm ist.

Vom Duftveilchen (Viola odorata) gibt es eine Vielzahl Sorten in Weiß, Gelb, Rosa, Lila und Violett. Aber nur die blau blühenden Sorten duften, erläutert Dieter Gaissmayer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gartenkultur aus Illertissen (Bayern). Einer seiner Favoriten trägt den Namen ‚Königin Charlotte‘, die Standard-Sorte.

Sie lässt sich über Aussaat vermehren, und alle Nachkommen tragen die üppigen hellviolett-blauen Blüten mit dem typischen kräftigen Veilchenduft. Ihr weiterer Vorteil: Schon im Herbst, als eine Art Vorankündigung für die Frühlingsaufführung, zeigt die Sorte einen beachtlichen Blütenflor.

„Veilchen sind keine Tiefwurzler“, erklärt Gaissmayer. Das mache die kleinen Polster zu idealen Partnern der Rose. Denn in den Frühlingswochen macht die Königin der Blumen noch wenig her, die Veilchen können ihre Blütenfarben und den Duft wirken lassen.

Beschattung für die Veilchen

Ab Mai ist dann das Blattwerk der Rosen so stark entfaltet, dass sich eine Beschattung für die Veilchen ergibt - was ebenfalls ideal ist. Gleichzeitig ist der Boden um die Rosen durch die Pflanzendecke geschützt, so dass die Verdunstung reduziert, die Austrocknung verringert und der Verbreitung von Unkraut verhindert wird.

In den Frühlingswochen gehören auch die Hornveilchen (Viola cornuta) ins Repertoire der Beet- und Topfbepflanzung. Das Angebot an modernen Sorten, die an kleine Stiefmütterchen erinnern, ist breitgefächert. „Hornveilchen gibt es meist schon im späten Herbst zu kaufen“, sagt die Pflanzenberaterin Bernadette Raulf aus Essen. Und sie können problemlos im Freien überwintern.

Hornveilchen zählen zu den Frühlingsblühern, die viel Ausdauer haben. Sie bilden immer wieder neue Blüten und wenn man ihnen Ende April mit etwas Flüssigdünger nochmals Kraft verleiht, hält die Blüte problemlos bis in den Sommer an.

Während die meisten Hornveilchen als Massenware über Märkte und Gartencenter angeboten werden, findet man in den Staudengärtnereien auch immer wieder ganz besondere Formen. Sie heißen beispielsweise ‚Molly Sanderson‘, ‚Dolphin‘ oder ‚Milkmaid‘. „Es sind wertvolle Kleinode für Pflanzenliebhaber“, sagt Gaissmayer. Ihre Blüten sind fast schwarz, wasserblau oder cremegelb.

Diese Pflanzen müssen zurückgeschnitten werden, damit die Polster kompakt bleiben. Da sich diese Pflanzen vegetativ über Teilung vermehren lassen, sollte der Hobbygärtner sie aufnehmen und neu pflanzen. Andernfalls verlieren sie ihre Vitalität.

Eine Alternative ist die Art Viola sororia. „Das Pfingstveilchen wächst als kleiner Bodendecker und überzeugt durch seine Vitalität“, sagt Gaissmayer. Es blüht, wie der deutsche Name ahnen lässt, erst deutlich später im Jahr - in den Monaten Mai und Juni.

Parma-Veilchen ist ein „Juwel“

Eine im Jahr besonders früh blühende Variante ist das Parma-Veilchen (Viola suavis). „Diese Pflanze ist ein Juwel, der heute ganz selten ist“, schwärmt Gaissmayer. Zu Zeiten Napoleons habe es in Frankreich 200 Gärtnereien vor allem in der Region um Toulouse gegeben, die ausschließlich Parma-Veilchen kultivierten. Damals trugen die Damen kleine Sträußchen am Körper, quasi als zierende Duftwolke.

„Bei diesen Veilchen ging es nicht um die bewurzelten Pflanzen, sondern um den Schnitt“, ergänzt die Pflanzenexpertin Raulf. Parma-Veilchen mussten einen möglichst langen Stiel haben, damit man daraus die kleinen Sträuße, die mal am Dekolleté und mal am Strumpfband getragen wurden, binden konnte.

In Zeiten von fließendem Wasser im Haus, Deodorant und Parfüms sind derartige Duftbuketts nicht mehr gefragt. Aber dieses Veilchen verschwand auch von der Bildfläche, weil es krank wurde.

„Die gefüllten Parma-Veilchen können nicht über Samen vermehrt werden, weil man keine Wildformen kennt, aus denen man vitales Saatgut gewinnen konnte“, führt Raulf aus. „Und so wurden vor allem Viruskrankheiten immer von Generation zu Generation weitergegeben.“ Inzwischen aber haben es Gärtner mit Hilfe von modernen Vermehrungsmethoden geschafft, wieder gesunde Parma-Veilchen zu ziehen.

„Allerdings muss man wissen, dass das Parma-Veilchen in unseren Breiten nicht winterhart ist“, ergänzt Gaissmayer. Er empfiehlt es als Unterpflanzung für Hochstammrosen im Kübel, die die kalte Jahreszeit in einem kühlen Wintergarten überdauern. „Es reichen schon wenige Pflanzen, um einen solchen Raum mit Duft zu erfüllen“, verspricht Gaissmayer.


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