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Kinderärzte alarmiert RKI: 17 990 neue Influenzafälle – Schon 102 Grippetote

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Bei an Grippe erkrankten Kindern werden anteilig deutlich mehr Influenza A(H1N1)pdm09-Viren als bei Erwachsenen festgestellt.  Foto:Imago/BlickwinkelBei an Grippe erkrankten Kindern werden anteilig deutlich mehr Influenza A(H1N1)pdm09-Viren als bei Erwachsenen festgestellt. Foto:Imago/Blickwinkel

Osnabrück. Das Robert-Koch-Institut hat in der vergangenen Woche 17 990 neue Influenzafälle registriert. Bisher sind in Deutschland 102 Menschen an Grippe verstorben. Die in dem Dreifachimpfstoff nicht enthaltene B-Virus- Variante ist unterdessen noch dominanter geworden.

Der Anteil der Influenza B-Viren ist von 74 Prozent auf 75 Prozent gestiegen. 99 Prozent stammen aus der Yamagata-Linie. Diese B-Virus-Variante wird von dem Dreifachimpfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen normalerweise erstatten, wohl nicht abgedeckt. Sie ist aber in dem teureren Vierfachimpfstoff enthalten.

In dem neuesten Bericht des Robert-Koch-Instituts heißt es allerdings dazu, „ dass die vorläufigen Schätzwerte der Impfeffektivität für Deutschland auch auf eine gewisse Schutzwirkung des trivalenten Impfstoffs gegen die zirkulierenden Influenza B-Viren der Yamagata-Linie hinweisen.“ Aufgrund der geringen Zahlen von geimpften Personen in der Studienpopulation sei die Interpretation der Ergebnisse aber eingeschränkt.

Riesiges Problem

„Wir stehen machtlos vor einem riesigen Problem. Die Impfung wirkt nicht ausreichend gegen den aktuellen Erreger, kann also nicht alle Kinder und Jugendliche ausreichend schützen“; kritisiert dagegen Josef Kahl, Pressesprecher und Präventionsexperte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: Schon vor Wochen hätten die Ärzte und auch die Experten der Ständigen Impfkommission einen Vierfach-Schutz bei der Grippeimpfung gefordert. „Die meisten Krankenkassen haben aber nur die Impfung mit dem Dreifachschutz bezahlt - ein fataler Fehler“, so Kahl. Aus ganz Deutschland berichteten die Kollegen von schwerkranken Patienten. Vor allem chronisch kranke und behinderte Kinder sollten nun noch so schnell wie möglich mit dem Vierfachimpfstoff geimpft werden, meint der Experte. Familien sollten sich vor den gefährlichen Viren schützen: regelmäßig mit Seife Hände waschen und in die Armbeuge niesen.

Unterschiedliche Verteilung

Der Anteil der Influenza A(H1N1)pdm09-Viren beträgt nach RKI-Angaben 21 Prozent. Der der Influenza A(H3N2)-Viren vier Prozent. Auffällig sei in dieser Grippesaison eine unterschiedliche Verteilung der Influenzavirustypen in verschiedenen Altersgruppen, berichtet das RKI. Bei Kindern werden anteilig deutlich mehr Influenza A(H1N1)pdm09-Viren als bei Erwachsenen festgestellt. Die Positivenrate für Influenza B-Viren steigt bis zur Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen an und bleibt auch bei Erwachsenen und Personen ab 60 Jahren deutlich höher als bei Influenza A(H1N1)pdm09-Viren.


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