Pflegeleichte Staude des Jahres Warum ein Garten Taglilien unbedingt braucht

Von Ingrid Beucke-Adler


Osnabrück. Die Taglilie ist vom Bund der Staudengärtner zur Staude des Jahres 2018 gekürt worden, weil die Fachleute finden, dass die Pflanze genauso schön wie andere Prachtstauden ist – dazu aber viel pflegeleichter. Das stimmt - und wie!

Taglilien (Hemerocallis) sind eine lohnende Investition in den pflegeleichten Garten, weil sie so robust und wenig anspruchsvoll sind. Der berühmte Staudenzüchter Karl Foerster soll einmal gesagt haben, Taglilien seien etwas für intelligente Faule, da sie so wenig Pflege benötigten und sich mit ihrem üppigen Laub unliebsame Konkurrenz vom Leib hielten.

Die Blüten von Taglilien können – je nach Sorte – vier bis 20 Zentimeter groß sein. Die Blütenstängel tragen sehr viele Blüten, die nacheinander aufblühen, wobei jede Blüte nur einen einzigen Tag blüht.

Mit einer Handvoll Volldünger im Frühling kommen die Pflanzen gut aus. Sonnige Standorte sind besonders geeignet. Taglilien nehmen aber auch mit Halbschatten vorlieb. Dort blühen sie allerdings nicht ganz so reichlich.

Die Taglilien passen zu vielen typischen Pflanzen der Bauerngärten und auch zu Gräsern. Die Narzisse ist eine ideale Begleitpflanze, weil sie vor der Taglilie blüht und das Laub der Narzissen dann unter dem reichen Laub der Hemerocallis ungesehen einziehen kann.

Wenn die Pflanzen blühfaul geworden sein sollten, können sie auch jetzt im März noch geteilt werden.


Taglilien

Der deutsche Name Taglilie für die Hemerocallis kommt daher, dass jede Blüte nur einen Tag lang blüht. Es besteht aber kein Grund zur Sorge, dass die Pflanze deshalb zu wenig blühe, denn täglich erscheinen zahllose neue Blüten. Eine ausgewachsene Pflanze kann es durchaus auf 300 Blüten pro Saison bringen. Die Blühdauer einer Pflanze beträgt etwa vier Wochen. Wem das zu wenig erscheint, kann einfach verschiedene Sorten so kombinieren, dass das gesamte Spektrum früh blühender bis spät blühender Sorten abgedeckt ist. So hält die Freude an Taglilien von Ende Mai bis Anfang September an. Auch farblich haben Taglilien viel zu bieten. Die Skala verfügbarer Blütenfarben reicht von Weiß über alle denkbaren Gelb-, Rot-, Rosa- und Lila-Töne bis hin zu fast Schwarz. Viele Sorten haben einen sehr schönen Duft, und etwas ist allen Taglilien-Blüten gemeinsam: Sie sind essbar. Auch das lauchartige Grün lässt sich roh im Salat oder gedünstet verwenden. Taglilien können viele Jahre am selben Platz stehen und werden in der Regel auch von Schnecken verschmäht. Wird das Laub im Sommer nach der Blüte unschön, kann es bis auf 30 Zentimeter abgeschnitten werden, da es sich innerhalb von wenigen Wochen regeneriert und für den Rest des Jahres frisch und gepflegt aussieht. Taglilien lieben feuchten Boden: Während längerer Trockenperioden sollte ab und an gewässert werden.