Mehr als eine Sehhilfe So findet man das richtige Brillengestell

Von dpa

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Mit einer schönen Brille sieht man nicht nur besser - man sieht im Idealfall sogar besser aus. Augenringe etwa lassen sich durch das richtige Gestell etwas kaschieren. Foto: zerocreatives/Westend61/dpa-tmnMit einer schönen Brille sieht man nicht nur besser - man sieht im Idealfall sogar besser aus. Augenringe etwa lassen sich durch das richtige Gestell etwas kaschieren. Foto: zerocreatives/Westend61/dpa-tmn

Leipzig/Berlin. Im Alter kommt kaum einer an einem Brillengestell auf der Nase herum. Wer mag, kann es als modisches Statement nutzen. Nach aktuellen Trends sollte man die Brille trotzdem nicht auswählen. Wichtiger ist, dass sie zur Gesichtsform und zum eigenen Stil passt.

Mit dem Alter kommt die Brille. Ungefähr ab 45 Jahren brauchen die meisten Menschen eine Lese- oder Gleitsichtbrille. Dabei muss nicht die Funktionalität im Vordergrund stehen: „Die Brille wird zunehmend zum modischen Accessoire“, sagt Thomas Truckenbrod, Optiker aus Leipzig und Präsident des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). Und zwar nicht nur für junge Leute. Viele ältere Menschen legen Wert auf modische Kleidung. Warum also nicht auch eine Brille wählen, die mehr ist als nur eine Sehhilfe?

Wichtig zu wissen ist: Nicht jede Brille steht jedem. Beim Brillenkauf sollte man vor allem darauf achten, dass Form und Farbe der Brille zum Gesicht passen, sagt Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen. Menschen mit einem langen Gesicht rät sie zu einer kontrastreichen Fassung. „Diese unterteilt das Gesicht optisch und lässt es kürzer aussehen.“ Wer ein kurzes Gesicht hat, greift dagegen besser zu einer hellen Fassung, die das Gesicht so wenig wie möglich unterteilt.

Wie man die Augenbrauen betonen kann

Auch kleine Schönheitsmakel lassen sich mit der richtigen Brille kaschieren. Mit einer Fassung, die oben dunkel und unten heller gefärbt ist, betont man zum Beispiel die Augenbrauen. Das ist praktisch für alle, die von Natur aus wenige oder abfallende Brauen haben. Von Schatten unter den Augen können Brillenträger mit einem dunklen Rahmen ablenken. Gerade im Alter interessant: Cateye-Brillen haben mit ihrer markanten Form einen Liftingeffekt.

Manchmal sorgen Brillen allerdings auch für unerwünschte Effekte: So lassen Minusgläser, die von Kurzsichtigen getragen werden, die Augen kleiner wirken. Mit dem richtigen Make-up können Frauen hier gegensteuern, erklärt Kruschinski: „Heller Lidschatten auf dem beweglichen Lid sowie ein heller Kajal auf der Wasserlinie lassen das Auge größer wirken.“ Mascara und Kajal am oberen Wimpernkranz verstärken diesen Effekt. Wenn die Augen mit Plusgläsern im Gestell unnatürlich groß wirken, verkleinert matter und dunkler Lidschatten sie optisch.

Was ist die richtige Farbe des Gestells?

Bei der Farbe des Gestells sollten Brillenträger sich an ihren natürlichen Gegebenheiten wie Hautton und Haarfarbe orientieren. Wer blondes, weißes oder hellgraues Haar, blaue Augen und helle Haut hat, sollte nicht unbedingt zu einem massiven schwarzen Gestell greifen. „Dann geht die Brille mit der Person spazieren - das sollte ja eigentlich nicht sein“, meint die Stil- und Farbberaterin Anita Büttner.

Nur weil man schon etwas älter ist, muss man allerdings nicht zu einem dezenten Modell greifen. Extravagante Personen können durchaus mit Kontrasten spielen. Generell rät Büttner davon ab, sich zu sehr an Trends zu orientieren: „Besser ist es, ein zeitloses Modell zu wählen, das die Persönlichkeit unterstreicht. Schließlich trägt man eine Brille meist täglich.“

Je schlechter die Augen sind, desto mehr Geld kann man für eine Brille ausgeben. Bei der Qualität der Gläser und der Fassung ist deshalb zu überlegen, wie viel Sehkomfort einem wichtig ist, erklärt Kruschinski. So können preiswerte Gläser bei hohen Dioptrien sehr schwer ausfallen - das ist auf Dauer eventuell unangenehm. Benötigt man zudem eine Gleitsichtfunktion, wie es bei vielen älteren Menschen der Fall ist, verfügen diese Gläser nur über relativ schmale Sehbereiche.

Günstige Brille aus der Drogerie?

Wer nur aufgrund seines Alters ab und an eine Lesebrille braucht, kann vielleicht trotzdem auf eine günstige Brille aus der Drogerie zurückgreifen. „Zum langen Lesen sind die aber nicht geeignet, da sie nicht auf das persönliche Sehvermögen und das Gesicht abgestimmt sind.“ Die Qualität des Gestells könne man dagegen nicht am Preis festmachen, sagt Truckenbrod.

„Bei bestimmten Marken kostet natürlich der Name Geld.“ Das lasse aber nicht zwangsläufig auf eine ausgezeichnete Qualität schließen. Umgekehrt gebe es auch sehr gute Fassungen, die relativ günstig sind.

„An dieser Stelle sollte man sich auf einen guten Augenoptiker verlassen“, sagt Kruschinski. Selbst könnten Laien die Qualität einer Brille kaum einschätzen. Auch wenn es darum geht, ob die Brille richtig sitzt, sollte man sich auf die Anpassung beim Fachverkäufer verlassen.

Große Gläser angesagt

Im Schnitt kaufen Brillenträger sich knapp alle dreieinhalb Jahre eine neue Sehhilfe. „Modebewusste Menschen legen sich eher alle zwei Jahre ein neues Modell zu“, ist Truckenbrods Erfahrung. Immer häufiger hätten Brillenträger außerdem mehrere Brillen. Das bietet sich vor allem für Leute an, die bestimmte Sehlösungen für unterschiedliche Situationen benötigen - zum Beispiel eine Gleitsichtbrille für den Alltag und eine Bildschirmbrille für das Tablet auf dem heimischen Sofa.

Aktuell sind große Gläser besonders angesagt. Das wird auch in Zukunft noch so bleiben. „Im Jahr 2018 werden die Gestelle noch etwas größer. Neben transparenten Modellen sind auch filigrane Brillen in Metalloptik im Kommen“, sagt der Optiker. So kommt zum Beispiel die Pilotenbrille aus den 1970er Jahren auch als Korrektionsbrille zurück in die Geschäfte.


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