Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam Der FC Schalke 04 hat in der Europa League noch einiges vor


Mönchengladbach/Gelsenkirchen. Durch eine beeindruckende Aufholjagd gegen den Bundesligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach schafft der FC Schalke 04 den Einzug in das Viertelfinale der Europa League. Jetzt geht es gegen den niederländischen Topklub Ajax Amsterdam.

Die Achtelfinal-Hürde Borussia Mönchengladbach mit der Aufholjagd zum 2:2 (0:2) bravourös gemeistert – und in der Runde der letzten acht mit Ajax Amsterdam eine lösbare Aufgabe vor der Brust: Die Situation bei Schalke 04 weckt Erinnerungen an einen großen Triumph vor 20 Jahren .

„Das ist ein gutes Los, ein großer Name und eine gute Mannschaft. Sie ist jung, offensivstark und spielfreudig. Wir können zufrieden sein“, freut sich Schalke-Trainer Markus Weinzierl auf den Viertelfinalgegner. Kapitän Benedikt Höwedes jubelte indes über ein „geiles“ Los. (Weiterlesen: Wissenswertes zu Ajax Amsterdam)

Ajax ist eine lösbare Aufgabe

„Wir haben international noch einiges vor“, hatte Weinzierl direkt nach dem packenden Duell im Borussia-Park gesagt. Mit Ajax Amsterdam, dem Tabellenzweiten der niederländischen Eredivisie mit dem Ex-Schalker Heiko Westermann, haben die Schalker eine lösbare Aufgabe bekommen – zumal die Königsblauen beim entscheidenden zweiten Duell am 20. April Heimrecht haben.

Aufholjagd – 2:2 nach 0:2-Rückstand

Im Achtelfinale gegen Mönchengladbach hatten die Schalker bereits in der ersten Halbzeit wie ein Gastgeber Druck ausgeübt. Effektiver waren zunächst jedoch die Gastgeber. Ihr Führungstreffer kam allerdings unter der gütigen Mithilfe von Schiedsrichter Mark Clattenburg und Höwedes zustande. Schalkes Youngster Thilo Kehrer hatte Jonas Hofmann im Eins-gegen-Eins nahe der Seitenlinie nicht gefoult. Der Freistoß, den der englische Unparteiische dennoch pfiff, kam zu Andreas Christensen, dessen Schuss Höwedes unhaltbar zum 0:1 ins eigene Tor abfälschte (27.). (Weiterlesen: Spiel gegen Gladbach ein Quotenhit)

Auch das 2:0 durch den prächtigen Fernschuss von Mahmoud Dahoud (45.+2) war nicht alltäglich – aber letztlich das einzige Tor, das unter ganz normalen Umständen zustande kam. Beim 1:2 von Leon Goretzka (54.) profitierten die Gäste vom Platzfehler, der den Aufsetzer für Yann Sommer unhaltbar machte. Dem Strafstoß zum 2:2 (79.) durch Nahil Bentaleb ging kein absichtliches Handspiel von Dahoud voraus. Trainer Markus Weinzierl war nach der Aufholjagd stolz auf sein Team: „Wir bekommen einen Riesen-Nackenschlag mit dem Konter nach einem eigenen Konter zum 0:2 – da ist eine Mannschaft normalerweise tot.“

Patzer von Choupo-Moting

In der Tat wäre Schalkes Eric Maxim Choupo-Moting nach seinem schludrigen Ballverlust als tragischer Held des Schalker Ausscheidens betitelt worden, hätte die Mannschaft nach der Pause nicht diese großartige Reaktion gezeigt. Schuldbewusst zeigte sich der Stürmer nach dem Weiterkommen aber wenig: „Vorwürfe? Die Jungs haben in der Pause gesagt: Egal, wer den Ball verliert – weiter geht’s.“ Weinzierl wurde da schon deutlicher: „Dieser Fehler darf ihm nicht passieren – das weiß er auch.“

Von „puren Emotionen“ in der Kabine sprach Höwedes: „Nach dem 0:2 hatten uns nicht mehr viele auf dem Zettel. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Doch wir haben fest an uns geglaubt.“ Sein Team habe bei den Treffern auch Glück gehabt. „Aber dieses haben wir auch erzwungen. Diese Power hat man in der Pause schon in der Kabine gespürt. In dieser Mannschaft steckt ein toller Charakter.“

Erinnerungen an die Eurofigter von 1997

Schon vor dem Abpfiff hatten die Fans lauthals den Eurofighter-Song von 1997 („Wir schlugen Roda...“) angestimmt. Vor 20 Jahren hatten die „Knappen“ von Trainer Huub Stevens mit einer enorm kampf- und willensstarken Einheit den UEFA-Cup gewonnen. Auch damals hatten die Knappen in der Bundesliga geschwächelt und am Ende nur Platz zwölf erreicht. „Eurofighter – ein großes Wort“, sagte der überragende Goretzka später: „Das war schon eine große Leistung damals. Wir haben heute aber auch einen großen Fight abgeliefert.“ Die letzten sechs Wochen seien hochintensiv gewesen: „Wir haben diese Phase gut gemeistert und einen sehr fitten Eindruck gemacht. So wollen wir weitermachen.“ (Weiterlesen: Erinnerungen an die Eurofighter von 1997)

Gladbachs Trainer ein fairer Verlierer

Als fairer Verlierer zeigte sich der Trainer der Gladbacher, die aufgrund der schwachen Gegenwehr in der zweiten Halbzeit aber auch keinen Grund hatten, sich zu beschweren: „Es ist jetzt müßig, über die Tore zu diskutieren“, sagte Dieter Hecking: „Uns war es nicht vergönnt, weil wir eine Phase hatten, in der wir es aus der Hand gegeben haben.“ Seine Mannschaft habe nach der Pause nicht mehr die Ordnung gehabt – auch, weil mit Christoph Kramer der stärkste Zweikämpfer verletzt ausgewechselt wurde: „Wir konnten dann nicht mehr dagegenangehen.“

Wütender war da schon Hofmann: „Das erste Schalker Tor war ein ganz krasser Platzfehler – und das zweite ein Riesenwitz. Der Schiedsrichter wollte gar nicht Elfmeter pfeifen, doch dann bekam er etwas über das Ohr mitgeteilt. Bei den Gegentreffern trifft uns keine große Schuld.“ Ein wenig mehr Selbstkritik hätte in diesem Fall nicht geschadet.


Das Viertelfinale in der Europa League

RSC Anderlecht - Manchester United

Celta Vigo - KRC Genk

Ajax Amsterdam - FC Schalke 04

Olympique Lyon - Besiktas Istanbul

Hinspiele am Donnerstag, 13. April, 2105 Uhr. – Rückspiele am Donnerstag, 20. April, 21.05 Uhr

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