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25.11.2016, 23:18 Uhr RÜCKKEHR INS AMT DES PRÄSIDENTEN

Hoeneß ist nicht der richtige Mann an der Bayern-Spitze

Kommentar von Michael Jonas


Osnabrück. Uli Hoeneß ist zurück. Der Ex-Manager wurde am Freitag bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München zum Präsidenten des Rekordmeisters gewählt. Ein Kommentar.

Uli Hoeneß ist zurück an der Macht. Das Image des FC Bayern wird dadurch keinen Schaden nehmen. Im Gegenteil: Der vorbestrafte Steuerhinterzieher wurde bei seiner Rückkehr teilweise mit Ovationen gefeiert. Ein Umstand, den es eigentlich gar nicht geben darf. In der Vereinssatzung stand nämlich, dass Mitglieder nur unbescholtene Personen sein dürfen und Personen bei vereinsschädigendem Verhalten vom Verein ausgeschlossen werden. Das Statut wurde natürlich geändert. Die Doppelmoral der Bayern ist schändlich. Sie legen sich ihre Bestimmungen so zurecht, wie sie gebraucht werden. (Weiterlesen: Porträt über Uli Hoeneß )

Hoeneß ist ein widersprüchlicher Mensch

Und da passt Hoeneß absolut ins Bild. Der Richtsatz, wonach jeder eine zweite Chance verdient hat, ist vernünftig, im Fall des Bayern-Präsidenten aber mit Vorsicht anzuwenden. Er ist ein widersprüchlicher Mensch. Sein Spruch im Zusammenhang mit der Kokainaffäre um Christoph Daum, Kriminelle hätten im Fußball nichts zu suchen, ist längst ad absurdum geführt worden. Und wie hätte Hoeneß wohl reagiert, wenn ein anderer Verein so gehandelt hätte wie jetzt der FC Bayern in seinem Fall. Als moralische Instanz taugt der Ex-Manager nicht.

Der falsche Mann an der Spitze

Auch aus diesem Grund ist Hoeneß nicht der richtige Mann an der Spitze des Rekordfußballmeisters und Rekordumsatzmeisters. Dabei spielen seine Verdienste um den Verein und die Sorge um das Wohlergehen ehemaliger Mitspieler keine Rolle. Aber bei den Bayern ist vieles anders. Korrekt ist es deshalb noch lange nicht.


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