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Vor 50 Jahren: BVB - Liverpool 1966: Borussia Dortmund gewinnt Europapokal gegen FC Liverpool

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Osnabrück. Es ist das alles überstrahlende Duell in dieser Europapokal-Woche: Borussia Dortmund trifft auf den FC Liverpool mit der BVB-Trainer-Legende Jürgen Klopp. Aber die Partie hält noch weit mehr bereit: Vor exakt 50 Jahren gewann Borussia Dortmund als erste deutsche Mannschaft einen Europapokal – im Finale gegen den FC Liverpool…

1955 war der Europapokal der Landesmeister ins Leben gerufen worden, es folgten der Wettbewerb der Pokalsieger und der Messepokal. Zweimal hatten deutsche Vereine das Finale erreicht, waren aber geschlagen worden.

Dortmund drittes deutsches Team im Finale

Eintracht Frankfurt hatte 1960 das Endspiel – in Glasgow – gegen das große Team von Real Madrid mit 3:7 verloren. 1965 war München 1860 im Pokalsieger-Wettbewerb ins Finale vorgestoßen, hatte aber im Londoner Wembleystadion beim 0:2 gegen West Ham United keine Chance.

Der BVB und die „schrecklichen Zwillinge“

1966 zog der deutsche Pokalsieger Borussia Dortmund ins Endspiel, hatte im Halbfinale sen sationell den Titelverteidiger West Ham ausgeschaltet, vor allem dank der beiden Ausnahmestürmer Lothar Emmerich und Siegfried Held. „Terrible twins“ (Schreckliche Zwillinge) nannte die britische Boulevard-Presse das Duo vom Borsigplatz.

Liverpool tönte: Wir sind unschlagbar

Gegner in Glasgow war der FC Liverpool, dessen Trainer Bill Shankly einen Tag vor dem Endspiel tönte: „Wir sind unschlagbar! Morgen holen wir uns den Cup der Pokalsieger und in einem Jahr den der Meister.“ Die Reds waren gerade englischer Meister geworden.

135000 Plätze in Glasgow, aber nur 42000 Zuschauer

Es wurde kein großes Finale, aber ein denkwürdiges. Nur 42000 Zuschauer waren dabei im riesigen Hampden-Park von Glasgow, der damals noch 135000 Zuschauer fasste. 4000 BVB-Fans hatten ihr Team begleitet und sahen die frühe Führung durch den schnellen Sigi Held, der in der Form seines Lebens war.

Rudi Assauer stand kurz vor dem Zusammenbruch

Die Liverpooler glichen aus – durch ein umstrittenes Tor von Roger Hunt; der Ball war – wie später Fotos belegten – bei der Flanke von Thompson im Aus gewesen. In der Verlängerung schwanden die Kräfte einiger Dortmunder, Rudi Assauer stand kurz vor dem Zusammenbruch.

Die Entscheidung: Bogenlampe von Stan Libuda

Die Entscheidung fiel durch einen Mann, dem bis dahin in diesem Finale gar nichts gelungen war. Dann aber, in der 107. Minute, nahm „Stan“ Libuda einen Abpraller aus knapp 40 Metern direkt, seine Bogenlampe flog über den weit herausgeeilten Torwart Lawrence in Richtung Tor, prallte aber an die Latte – und von dort an den Körper von Liverpools Kapitän Ron Yeats und ins Tor.

Europapokal gewonnen, Meisterschaft verloren

Der Dortmunder Jubel war grenzenlos, Kapitän Wolfgang Paul nahm den Europapokal entgegen – ein historischer Triumph, der auch danach im Hotel stürmisch gefeiert wurde. Vielleicht zu stürmisch, denn am nächsten Bundesliga-Spieltag verlor der BVB im Stadion Rote Erde das entscheidende Spiel um die deutsche Meisterschaft gegen München 1860 mit 0:2.


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