Darf ein Verein das? RB Leipzig kontrolliert Führerscheine der Profis

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Bitte nicht: Marco Reus wurde bestraft, weil er keinen Führerschein besaß und trotzdem fuhr. Foto:imago/Kolvenbach.Bitte nicht: Marco Reus wurde bestraft, weil er keinen Führerschein besaß und trotzdem fuhr. Foto:imago/Kolvenbach.

Leipzig/Osnabrück. Zweitligist RB Leipzig kontrolliert regelmäßíg die Fahrerlaubnisse seiner Spieler. Darf der Verein das?

Zweitligist RB Leipzig kontrolliert seine Spieler – zumindest die Führerscheine der Profis. Nach dem Fall des Dortmunders Marco Reus sind die Vereinsverantwortlichen vorsichtig geworden. Die Fußballer haben Dienstwagen und müssen einmal im Monat auf der Geschäftsstelle und im Trainingszentrum erscheinen. Dort steht ein spezieller Scanner bereit.

Darf der Vereins das?

Die Frage ist: Darf das der Verein?. Ja, er muss es sogar. Als Arbeitgeber und Halter der Fahrzeuge ist der Klub dazu verpflichtet, die Kontrolle der Führerscheine bei der Überlassung von Firmenfahrzeugen an ihre Arbeitnehmer regelmäßig durchzuführen. Als Fahrzeughalter drohen dem Arbeitgeber/Verein beim Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis durch einen Mitarbeiter strafrechtliche Konsequenzen.

Die gesetzliche Grundlage für die Führerscheinkontrolle ergibt sich aus dem Straßenverkehrsgesetz § 21 StVG Absatz 1 Ziffer 2. Dort ist geregelt, dass derjenige mit einer Freiheitsstrafe bis zu einen Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden kann, wer als Halter eines Kraftfahrzeuges anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat, oder dem das Führen eines Fahrzeuges nach § 44 des Strafgesetzbuches oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist. Als angemessen wird eine halbjährliche Kontrolle angesehen.

Reus musste 540 000 Euro zahlen

Per E-Mail werden die Leipziger Spieler daran erinnert, wann der nächste Termin ansteht. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick begründet die Maßnahmen so: „Wir wollen sicher stellen, dass so ein Fall wie bei Marco Reus bei uns nicht passiert. Wobei, ob der Führerschein gefälscht ist, können wir damit natürlich nicht überprüfen. Aber zumindest wollen wir sicher gehen, dass jeder, der von uns einen Dienstwagen fährt, auch einen gültigen Führerschein hat.“

Der Fall des Dortmunders Marco Reus hatte vor etwa einem Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Der Ex-Gladbacher hatte im Zeitraum von September 2011 bis März 2014 bereits fünf Bußgeldbescheide wegen überhöhter Geschwindigkeit bekommen, ohne jedoch überhaupt eine Fahrerlaubnis zu besitzen und seine Knöllchen stets beglichen. Erst bei einer Kontrolle am Dortmunder Trainingsgelände hatte Reus keine Fahrerlaubnis vorlegen können. Reus wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 540 000 Euro belegt. Der frühere Adrian Ramos (29) hatte im Sommer 2014 gemogelt, als er einen „Strohmann“ in die schriftliche Theorie-Prüfung geschickt hatte.


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