Spannende Partien Bringt der Sonntag Sensationen im DFB-Pokal?

Stuttgarts Lukas Rupp (l) und Kiels Rafael Czichos kämpfen um den Ball. Foto: Axel Heimken/dpaStuttgarts Lukas Rupp (l) und Kiels Rafael Czichos kämpfen um den Ball. Foto: Axel Heimken/dpa

Osnabrück. Die richtig großen Sensationen blieben am Freitag noch aus, am Samstag kam es dann doppelt faustdick: Hoffenheim musste nach einer Niederlage gegen 1860 München die Heimreise antreten und Fünftligist SSV Reutlingen schlug den Karlsruher SC in einem verrückten Spiel mit 3:1! Die weiteren unterklassigen Vereine, die sich durchsetzen konnten, waren Aue und Köln. Am heutigen Sonntag stehen wieder zwölf packende Duelle an – und wir haben geschaut, wo es die höchste Chance auf eine Überraschung gibt.

Bahlinger SC – SV Sandhausen (14:30 Uhr):

In der letzten Saison gelang dem Bahlinger SC der Aufstieg in die Regionalliga Südwest; der größte Erfolg der 86-jährigen Vereinsgeschichte. Ein Sieg gegen den zwei Klassen höher agierenden SV Sandhausen wäre die noch größere Sensation. Die Sandhausener, vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt, starteten mit zwei Siegen (u.a. dem fulminanten 4:3 über Union Berlin) in Liga Zwei. Sensationswahrscheinlichkeit: 15 Prozent.

Carl-Zeiss Jena - Hamburger SV (14:30 Uhr)

Die Hamburger haben schon wieder eine nervenaufreibende Saison hinter sich, erneut mussten sie in der Relegation den Klassenverbleib in der Bundesliga sichern. Drittligist Jena hofft, auf einen noch nicht eingespielten Gegner zu treffen und wird sich durchaus Chancen ausrechen. Wir sagen... Sensationswahrscheinlichkeit: 20 Prozent.

HSV Barmbek-Uhlenhorst – SC Freiburg (14:30 Uhr)

Der HSV ist einer von fünf Oberligisten, die im Pokal ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Den Landespokalsieger Hamburgs erwartet mit dem SC Freiburg kein geringerer als den Absteiger der letzten Bundesliga-Saison und aktuellen Spitzenreiter der zweiten Liga. Dass sich dieser bereits in Torlaune befindet, bewies er u.a. beim 6:3 gegen überforderte Nürnberger vor zwei Wochen. Sensationswahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

FSV Salmrohr – VfL Bochum (14:30 Uhr)

Auch der FSV Salmrohr kickt in der fünftklassigen Oberliga. Der frühere Zweitligist war 1989/90 sogar deutscher Amateurmeister und erwartet nun den Traditionsverein VfL Bochum. Nicht nur aufgrund des Namens ein schwerer Brocken: In der zweiten Liga sind die Bochumer nach überzeugenden Leistungen noch ohne Gegentor und Co-Tabellenführer. Sensationswahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

Chemnitzer FC – Borussia Dortmund (14:30 Uhr)

Im Jahr 1990 trafen diese beiden Teams schon einmal in einem anderen Pokalwettbewerb aufeinander: Im europäischen Uefa-Cup (heute Europa League)! Dass der BVB damals Hin- und Rückspiel mit 2:0 gewann, ist sicher nicht der einzige Grund, warum Chemnitz den BVB nun als Drittligist empfängt. Ein anderer Ausgang als damals wäre dennoch eine große Überraschung.

Sensationswahrscheinlichkeit: 10 Prozent.

VfB Lübeck – SC Paderborn 07 (16 Uhr)

In der Bundesliga gut verkauft und trotzdem als Tabellenletzter abgestiegen: Der SC Paderborn hat ein schwieriges Jahr hinter sich, nun haben auch noch zahlreiche Stammspieler den Verein verlassen. Im direkten Vergleich liegt zwar Lübeck knapp vorne, gegen den Regionalligisten sollte ein Sieg aber Pflicht sein. Sensationswahrscheinlichkeit: 25 Prozent.

Rot-Weiß Essen – Fortuna Düsseldorf (16 Uhr)

Vor dem Derby im DFB-Pokal sind die Anhänger der Düsseldorfer mit Blick auf die Bilanz eher zurückhaltend gestimmt, flog man doch in den letzten beiden Jahren jeweils in der ersten Runde gegen einen Regionalligisten raus. Im Duell der Alt-Meister gegen RW Essen könnte nun die dritte „Blamage“ in Folge drohen. Auch im einzigen direkten Pokalduell in Essen siegte RWE– 1975 durch einen Treffer von Werner Lorant. Sensationswahrscheinlichkeit: 30 Prozent.

FK Pirmasens – 1. FC Heidenheim (16 Uhr)

Mit Negativrekorden kennen sich die Pirmasenser aus: Kein Team scheiterte so oft wie sie in Aufstiegsrunden zur Bundesliga, nämlich fünf Mal. Auch die schlechteste Zweitliga-Saison aller Zeiten geht auf das Konto des FKP. 1977/78 gewann der vom Konkurs bedrohte Klub nur zwei Pflichtspiele in einer gesamten Saison. Eins davon im DFB-Pokal – 2:1 gegen Heidenheim! Sensationswahrscheinlichkeit: 20 Prozent.

SpVgg Unterhaching – FC Ingolstadt 04 (16 Uhr)

Am letzten Spieltag der Saison aus der 3. Liga abgestiegen, zahlreiche Abgänge und auch der Start in die Regionalliga Bayern (4 Punkte aus 5 Spielen) wurde gehörig vermasselt: Bei der SpVgg Unterhaching sieht die Welt alles andere als rosig aus. Im Pokal trifft man nun auf das genaue Gegenteil. Die vom Aufstieg in die Bundesliga beflügelten und vor Selbstbewusstsein fast platzenden Ingolstädter. Sensationswahrscheinlichkeit: 10 Prozent.

FC Nöttingen – Bayern München (16 Uhr)

Das Traumlos Bayern München erwischte dieses Jahr der Regionalligist FC Nöttingen. Wie groß die Euphorie im 2500 Seelen-Dorf ist, beweist das Einstimmungsvideo , welches Anhänger, Spieler und Verantwortliche des Vereins zusammen drehten. Bereits letztes Jahr durften die Nöttinger übrigens einen Bundesligisten empfangen: gegen Schalke 04 verlor man mit 0:2. Ein Spiel gegen Bayern ist aber ein anderes Kaliber, wie Nöttingens Vorstandsboss Dirk Steidl berichtet: „Das was jetzt passiert, ist Schalke mal 20“.

Sensationswahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

Hansa Rostock – 1. FC Kaiserslautern (18:30 Uhr)

Nahezu Tore garantiert sind bei diesem Klassiker: In den bisherigen 28 Aufeinandertreffen fielen im Schnitt ganze 3,4 Tore! Hansa Rostock bekommt dabei die Chance auf eine Revanche für die 3:1-Erstrundenniederlage von vor zwei Jahren. Der Beinahe-Absteiger aus der 3. Liga in der vergangenen Saison muss gegen den Beinahe-Aufsteiger in die Bundesliga auf den Heimvorteil im Ostseestadion hoffen. Sensationswahrscheinlichkeit: 30 Prozent.

Hessen Kassel – Hannover 96 (18:30 Uhr)

Kaum ist bei 96 die enttäuschende letzte Saison abgehakt, kommt das nächste Störfeuer: Sportdirektor Dirk Dufner hat um vorzeitige Vertragsauflösung gebeten und könnte beim Pokalspiel in Kassel bereits nicht mehr auf der Bank sitzen. Ob der Regionalligist diese Unruhe ausnutzen kann? „Ausgerechnet Hannover!“ mag so manchem dabei in den Sinn kommen, waren es doch die 96er, die Hessen Kassel vor 30 Jahren ganz knapp den Aufstieg in die Bundesliga vermasselten.

Sensationswahrscheinlichkeit: 15 Prozent.

Energie Cottbus – 1. FSV Mainz 05 (20:30 Uhr)

„In einem Spiel ist alles möglich!“ – Trainer Stefan Krämer und die Cottbusser Energie strotzen vor Selbstbewusstsein, und das völlig zurecht. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und damit als Tabellenführer empfängt der Drittligist die Mainzer. In den 10 Partien, die es zwischen beiden Klubs bereits gab, stand übrigens fünf Mal ein Remis als Endergebnis. Das wird dieses Mal nicht passieren, ein packender Pokalfight hingegen ist sehr wahrscheinlich.

Sensationswahrscheinlichkeit: 40 Prozent.

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