Wieder an die Bundesligaspitze Bei Borussia Dortmund haben alle die Lektion gelernt

Meine Nachrichten

Um das Thema Fussball Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Europas größte Stehplatztribüne: die Südtribüne im Signal-Iduna-Park. Foto: imago/Schwörer PressefotoEuropas größte Stehplatztribüne: die Südtribüne im Signal-Iduna-Park. Foto: imago/Schwörer Pressefoto

Dortmund. Es gab Zeiten, da wollte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Trainer Jürgen Klopp einen Rentenvertrag vorlegen. Zwei Bundesliga-Meisterschaften, ein Pokal-Triumph und die Teilnahme am Champions-League-Finale 2013 schmiedeten beim BVB nahezu unzerstörbare Allianzen.

Doch auch im Revier ist man nicht gegen jeden Sturm gefeit: Doch die vergangene Saison, in der die Borussia zeitweilig in akuter Abstiegsgefahr schwebte, hinterließ Spuren und hatte Konsequenzen. Es kam zur Trennung vom Erfolgstrainer, nun soll Thomas Tuchel dem gestürzten Branchen-Riesen wieder auf die Beine helfen. An diesem Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) trifft der BVB in der 3. Qualifikationsrunde zur Europa-League auf den Wolfsberger SC.

Tuchels erstes Pflichtspiel mit dem BVB

Was wird anders unter Tuchel?

Der Neue ist detailverliebt und arbeitet wissenschaftlicher als sein emotionaler und eloquenter Vorgänger. Aber auch Tuchel hat Temperament und ist sprachgewandt. Auf dem Spielfeld wird sich weniger ändern, als viele glauben. Tuchel setzt ebenfalls auf hohes Gegenpressing und unverzügliches Umschaltspiel bei Balleroberung. Das sind herausragende Tugenden dieses Kaders, der personell vergleichsweise geringe Erneuerungen erfahren hat. Bei allem Sturm und Drang legt der neue Trainer großen Wert auf Balance. In Mainz habe er gelernt, „Ballbesitzpassagen zu schätzen, und sei es nur als Erholung nach wilder Balljagd.“

Wer ist Thomas Tuchel

Kann sich die Seuchen- und Pleiten-Saison 2014/2015 wiederholen?

Sehr unwahrscheinlich. In Dortmund haben viele nach großartigen Jahren lernen müssen, mit Niederlagen umzugehen. Das fiel schwer und trieb zeitweilig auch die sogenannten Führungsspieler ins Chaos. Inzwischen sollten alle ihre Lektion gelernt haben. Was Abwehrchef Mats Hummels nach dem Trainingslager bestätigte. „Es ist wieder Zug drin“, sagte der Nationalspieler.

Wird der BVB wieder Bayern-Jäger?

Das ist nicht Dortmunds Anspruch und hängt ohnehin von den Bayern ab. Gleichwohl hat Tuchel seiner Mannschaft Angriffslust verordnet. Bei seiner Vorstellung Anfang Juni sagte er: „Der BVB ist Herausforderer auf die Spitze in allen Wettbewerben, in denen er antritt.“ Bezogen auf die Bundesliga bedeutet dies: Qualifikation für die Champions League.

Was ist für Dortmund tatsächlich erreichbar?

Viel. Tuchel hat die Latte sehr hoch gelegt, der Mann brennt auf sein Debüt bei einem Spitzenclub der Bundesliga. Das Personal, das ihm zur Verfügung steht, ist auserlesen, da werden auch Spieler auf die Bank müssen, die andernorts eine Stammplatzgarantie hätten. Wenn Ausnahmefußballer wie Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Henrich Mchitarjan und Marco Reus gesund bleiben und ihr Potenzial annähernd abrufen, sollte der BVB sicher wieder in den Kreis der Champions-League-Teilnehmer rutschen.

Was kann Tuchels Pläne und die Dortmunder Ansprüche gefährden?

Ein missratener Saisonstart würde die frische Aufbruchstimmung erheblich dämpfen und bei sensiblen Spielern wie Mchitarjan, Kagawa und Reus womöglich Erinnerungen an die schlimme Vorsaison wecken. Eine Reaktion des in der letzten Saison sehr geduldigen Publikums wäre die Folge. Es könnte dann sehr schnell sehr ungemütlich werden für Tuchel. Der Schatten seines Vorgängers ist lang.

Hier ein Best of der BVB-Fans


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN