Die Fußball-Koumne Die schrägsten Mannschaftsfotos aller Zeiten

Von Udo Muras

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Frankfurt. Für viele Fußball-Junkies sind sie ein Muss – die Sonderhefte zum Saisonstart in der Bundesliga. Neben vielen wichtigen und unwichtigen Informationen enthalten sie auch Mannschaftsfotos. Diese Motive sorgen immer mal wieder für Lacher.

Da sind sie wieder, die über 200 Seiten dicken Trostpflaster für Fußball-Junkies, die in der Sommerpause nichts mit sich anzufangen wissen. Sobald die Sonderhefte an den Kiosken liegen, steigt ihre Stimmung an, nun kann es ja nicht mehr lange dauern – und die 2. Liga spielt ja sowieso schon. Natürlich dienen die sich epidemisch vermehrenden Hefte – früher gab es ja nur das Kicker-Sonderheft – nicht nur als Mutmacher. Der Service-Faktor ist nicht zu unterschätzen, aber das Wichtigste – was man ab einem gewissen Alter nur nicht zugeben darf – sind die ganzseitigen Mannschaftsbilder.

Der kleine Costa zwischen zwei Riesen

Da erleben die Fans immer mal wieder einige Überraschungen. Wie uns der Rekordmeister dieser Tage gerade bewiesen hat. Die alte Faustregel „Lange nach hinten, Zwerge nach vorne“ wurde sträflich verletzt. Da haben sie den 1,72 kleinen Douglas Costa zwischen die Hünen Benatia und Lewandowski gestellt, und entsprechend unglücklich schaut er drein. Amüsement erregte auch der Schnappschuss kurz vor Aufnahme des offiziellen Fotos, als alle Spieler interessiert einer hübschen Blondine nachschauten, die die Meisterschale wegtrug, welche auf einem der zahlreich gefertigten Motive mal nicht drauf sein sollte. Nun gut, das war sozusagen ein Paparazzi-Foto und steht außerhalb der Wertung. Nur trotzdem im Netz.

Mit Bus und rauchenden Spielerfrauen

Aber auch bei den offiziellen, die es in die Sonderhefte schafften, haben wir schon oft lachen dürfen. Ganz weit vorne sind zwei Fotos aus den frühen Siebzigern. Werder Bremens Mannschaft stellte sich 1972 einem Fotografen vor Antritt eines Betriebsausflugs gut gelaunt in Club-Jackett, weißen Hemden, grauen Hosen und Krawatte. Im Hintergrund: der Bus und rauchende Spielerfrauen. Nicht viel besser das Angebot des 1. FC Köln im Jahr 1973: In der Wartehalle eines Flughafens stellten sie sich in dunklen Anzügen und papageienfarbenen Krawatten auf. Über ihnen die Anzeigetafel: Abflug nach Dubrovnik 13 Uhr, Gate C 3. Palma 13.05 Uhr, Gate C 2.

Den Trainer einfach abgeschnitten

1974 gab es eine berühmte Foto-Posse bei Hertha BSC. Trainer Dettmar Cramer unterschrieb und kündigte am selben Tag, nachdem er abends erfahren hatte, dass er doch nicht die versprochenen Spieler bekam. Zwischendurch wurde das Foto geschossen, das es in die Tageszeitungen schaffte. Im Sonderheft des Kicker war es zwar auch drin, aber ohne Cramer. Sie hatten ihn einfach weggeschnitten. Zum Glück stand er am Rand.

Hier eine Kritik zu den aktuellen Sonderheften

Es war, so weit bekannt, das erste Sonderheft-Foto eines Bundesligisten ohne Trainer. Überhaupt war früher alles anders. Außer dem Trainer und den Spielern hatte keiner was verloren auf den Bildern, sodass es vorkam, dass nur 15 Figuren zu sehen waren. Heute sind sogar die Maskottchen dabei und die Betreuer haben – wie in Ingolstadt – eine eigene Reihe. Auf dem aktuellen Schalke-Poster tummeln sich die meisten Betreuer, 18.

Spaßvögel hat keiner mehr. Wir gedenken des sympathisch durchgeknallten Ex-Schalkers Thorsten Legat, der 2000 die weiße Hose in Höhen zog, wo sie nichts mehr zu suchen hat. Zwei Kollegen hatten ihn angestiftet, er bekam von ihnen 1000 D-Mark. Ein Verlustgeschäft, denn Manager Rudi Assauer verdonnerte ihn zu 10000 D-Mark Strafe.


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