Nach dem Unfall von Junior Malanda Bundesligaprofis, die auf der Straße starben

Meine Nachrichten

Um das Thema Fussball Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Die Bundesliga steht unter Schock nach dem Unfalltod des Wolfsburgers Junior Malanda. Wir erinnern an ehemalige Fußballprofis, die bei Verkehrsunfällen starben. Von Rudolf Schmidt bis Maurice Banach.

Fußball-Profi Junior Malanda stirbt bei Autounfall ››

Rudolf Schmidt, FC Bayern München

Er hatte den Fototermin bei Bayern München hinter sich, aber noch kein Spiel für seinen neuen Klub bestritten. Rudolf Schmidt haben die Bayern vom MSV Duisburg abgeworben, 65000 DM Ablöse bezahlt. Während des Trainingslagers am Ammersee gönnt sich der Stürmer im neuen Mercedes eine Spritztour, mit seinem neuen Teamkollegen Dieter Koulmann. Sie verunglücken am 28. Juli 1966 in Inning, Schmidt stirbt, Koulmann überlebt schwer verletzt. Danach streiten die Vereine um Versicherung und Ablösesumme.

Jürgen Moll, Eintracht Braunschweig

Jürgen Moll ist einer der beliebtesten Bundesligaspieler, ein starker Allrounder und ein fairer, korrekter Kollege. Am 16. Dezember 1968 ist er mit seiner Frau Sigrid, einer Theater-Schauspielerin, auf dem Rückweg aus einem Kurzurlaub auf Sylt, als der Wagen auf eisglatter Fahrbahn verunglückt. Der 30-Jährige stirbt noch am Unfallort, seine Frau auf dem Weg ins Krankenhaus. Das Ehepaar hinterlässt die Töchter Alke (4) und Caroline (1). Am 14. April 1969 tritt die Weltmeistermannschaft von 1954 in Braunschweig zu einem Benefizspiel an – es ist und bleibt das einzige Mal, dass die Helden von Bern nach dem Triumph vollzählig spielen.

Georg Bosbach, 1. FC Köln

Georg Bosbach ist Jugendnationalspieler und Anfang der siebziger Jahre eins der talentiertesten Eigengewächse des 1. FC Köln. Der Mittelfeldspieler wird 1972 in den Profikader um Wolfgang Overath befördert, debütiert in einem Ligapokal-Spiel. Am 13. September 1972 verunglückt er auf der Heimfahrt vom Training nach Euskirchen mit seinem Auto tödlich.

Eberhard Haun, Eintracht Braunschweig

Anfang der siebziger Jahre ist das Braunschweiger Eigengewächs Eberhard Haun mit seiner Technik und seinen Ideen einer besten Eintracht-Profis; er bringt es zu Einsätzen in diversen DFB-Auswahlmannschaften (Jugend, B-Nationalmannschaft, U23). Er ist 1974 noch am sofortigen Wiederaufstieg der Eintracht in die Bundesliga beteiligt, doch dann erwischt ihn eine langwierige Knieverletzung; mit erst 26 Jahren muss er sich auf ein vorzeitiges Karriereende einrichten. Am 14. Juli 1976 wird er in seinem Fahrzeug auf einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Zug erfasst und stirbt am 8. August 1976.

Lutz Gerresheim, VfL Bochum

Er gilt auch heute noch als Jahrhunderttalent: Lutz Gerresheim wurde bei Westfalia Herne Jugendnationalspieler und steht mit 19 Jahren in der Stammelf des VfL Bochum. Am 26. Januar 1980 überlebt er zunächst auf der vereisten Universitätsstraße einen Unfall mit seiner Freundin. Doch die Helfer legen den Fußballer nach der Bergung aus dem Fahrzeug auf den Seitenstreifen, weil der Notarztwagen noch nicht da ist. Kurz danach schleudert ein anderes Auto in den schutzlosen Gerresheim. Nach fünf Wochen im Koma stirbt er am 10. März 1980.

Lutz Eigendorf, Eintracht Braunschweig

War es ein Auftragsmord des Staatsicherheitsdienstes der DDR? Trotz intensiver Ermittlungen ist bis heute nicht ungeklärt, warum Lutz Eigendorf am 5. März 1983 auf gerader Straße und bei guten äußeren Bedingungen mit seinem Sportwagen ins Schleudern kommt und beim Aufprall an einem Baum stirbt. Der vier Jahre zuvor aus der DDR geflohene Stürmer, der bei Eintracht Braunschweig spielt, wurde von der Stasi beobachtet und verfolgt.

Maurice Banach, 1. FC Köln

Aus seiner Heimatstadt Münster fährt Maurice Banach am 17. November 1991, einen Tag nach der 0:3-Niederlage seines 1. FC Köln, zum Sonntagmorgentraining in die Domstadt. Auf der A1 bei Remscheid prallt er mit seinem Opel Omega an einen Brückenpfeiler und ist sofort tot. Der populäre „Mucki“ war mit zehn Treffern Zweiter der Torschützenliste und galt als Kandidat für die Nationalmannschaft.

Die Informationen in diesem Text gehen teilweise zurück auf die Sammlung von Peter Plum, der sich mit den Schicksalen verstorbener Bundesligafußballer beschäftigt und ihr Andenken bewahrt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN