Fußballprofi traf Streifenwagen Polizei fordert Schadensersatz von Hannover 96

Sein Schuss beschädigte ein Polizeiauto: Roman Prokoph von Hannover 96. Foto: ImagoSein Schuss beschädigte ein Polizeiauto: Roman Prokoph von Hannover 96. Foto: Imago

hp Osnabrück. Ein Schuss, ein Treffer – aber nicht ins Tor: Weil ein Profifußballer mit einem kräftigen Schuss einen Streifenwagen beschädigt hat, verlangt die Polizei von Bundesligist Hannover 96 Schadenersatz.

Der Vorfall ereignete sich im Beekestadion im hannoverschen Stadtteil Ricklingen, wo die U23 von Hannover 96 ihre Heimspiele austrägt. Roman Prokoph, 29 Jahre alter Angreifer im Team der Roten, missglückte in der Partie gegen den BV Cloppenburg am 30. August ein Schussversuch. Der Ball verfehlte sogar das Fangnetz hinter dem Tor und flog in Richtung des unmittelbar angrenzenden Hartplatzes, der bei den 96-Auftritten als Parkplatz für die Einsatzfahrzeuge genutzt wird.

Dass dabei ein Streifenwagen von dem Ball getroffen wurde, bekam kaum jemand mit. Und auch von Aufregung um einen erkennbaren Schaden hat bei Hannover 96 niemand etwas mitbekommen. Am wenigsten der Schütze, der nach dem Schuss abdrehte, als er sah, dass der Ball vorbeigeht.

Auf dem Schriftweg hat die Polizei der niedersächsischen Landeshauptstadt nun bei Hannover 96 Schadenersatz gefordert – in vierstelliger Höhe, was erheblichen Fragebedarf zur Schusskraft von Prokoph auslöst. Der Profi, zuletzt beim VfL Osnabrück und früher bei Union Berlin, VfL Bochum und bei den Sportfreunden Lotte aktiv, mag jedoch nicht mehr sprechen über den Fall, der das mediale Interesse hochzüngeln ließ. Wir können verstehen, dass er sich kopfschüttelnd abgewendet hat.

Dass die hannoversche Polizei im Angesicht von Hooligan-Aufmärschen einer Stellungnahme zu dem brisanten Fall nicht die erste Priorität einräumt, ist ebenso nachvollziehbar. Auch für Hannover 96 darf man Verständnis haben, wenn der Klub die Forderung zurückweist. Man sei nicht haftbar, teilte der Bundesligist der Behörde mit.

Inzwischen hat sich die Fanszene in den Fall eingemischt. Die Fanhilfe Hannover, die im Alltag für die Rechte der Kurvengänger kämpft, bietet dem Klub bei der Auseinandersetzung mit der Polizei Hilfe an. „Auch wir müssen häufiger mit hanebüchenen Forderungen und Maßnahmen der Polizei auseinandersetzen und sind ziemlich erfahren. Wir bieten unsere Hilfe an“, heißt es in einem Schreiben an den Verein.

Die Geschichte ist noch nicht auserzählt, wie es die Story-Teller der Neuzeit gern sagen. Spätestens zum ersten Termin vor Gericht werden die Kollegen vom Fernsehen kommen. Wir empfehlen Eric Clapton als Soundtrack: „I shot the sheriff.“