Arsenal-Star kämpft um Nationalelf-Stammplatz Lukas Podolski: Ich muss mich nicht verstecken

Von Christoph Fischer

Meine Nachrichten

Um das Thema Fussball Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gegen Argentinien noch mit der Binde: Lukas Podolski. Foto: dpaGegen Argentinien noch mit der Binde: Lukas Podolski. Foto: dpa

Osnabrück. Es gibt Leute, die ihn für ein Auslaufmodell halten. Andere erwarten trotz seiner 118 Länderspiele im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich 2016 noch die große Welle von ihm. Er selbst lehnt einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft kategorisch ab.

„Ich habe immer noch großen Spaß daran, für Deutschland zu spielen“, sagt Lukas Podolski. Und spätestens nach einem intensiven Gespräch mit seinem Vater ist der Rücktritt kein Thema mehr.

In der zweiten Halbzeit gegen Argentinien (2:4) trug der Stürmer des FC Arsenal sogar die Kapitänsbinde der deutschen Nationalmannschaft. Das hatte aber vorwiegend damit zu tun, dass der etatmäßige Kapitän Bastian Schweinsteiger weiter verletzt ist und auch die Mitglieder des neuen Mannschaftsrates nicht zur Verfügung standen. Im Qualifikationsspiel gegen kämpferisch starke Schotten spielte Lukas Podolski nur die letzten acht Minuten. Soll das die Perspektive für den 29 Jahre alten Kölner sein?

Podolski selbst ist selbstbewusst genug, seine momentane Lage zu erkennen, seine Möglichkeiten bei Joachim Löw, auch seine Chancen bei Arsene Wenger, dem Manager des FC Arsenal. Als Gerüchte die Runde machten, Lukas Podolski werde die Londoner verlassen, dementierte der Trainer höchstselbst. „Arsene Wenger hat mir erklärt, dass er auf meine Abschlussstärke und meine Assists setzt, das Thema Wechsel ist für mich eher zweitrangig“, sagte Podolski dem Fachmagazin „Kicker“.

Der Bundestrainer ließ nie einen Zweifel an Lukas Podolski aufkommen. „Lukas zählt zu meinen wichtigsten Spielern, auf Lukas ist Verlass, wenn er gebraucht wird“, sagt Joachim Löw. Aber wann wird Lukas Podolski noch gebraucht?

Die Weltmeisterschaft in Brasilien verlief für ihn wenig erfolgreich. 53 Minuten in zwei Vorrundenspielen, das hatte sich Podolski anders vorgestellt. Er befand sich in hervorragender Form, kein Zweifel. Aber Podolski hatte schon vor dem Turnier gesagt, dass in Brasilien nur die Mannschaft zählt: „Nichts anderes, daran habe ich mich gehalten, das war eine Selbstverständlichkeit.“

Podolski zeigte sich mannschaftsdienlich wie kein zweiter, auch als er weiter die Ersatzbank drückte, kam kein Protest, kein Widerwort von ihm. „Die Mannschaft hat in Brasilien so gut gespielt, dass der Trainer keinen Grund hatte, die Formation zu ändern.“ Gegen die USA war der Kölner dabei, aber gegen Algerien musste er verletzt aussetzen. Und danach hatte er keine Chance mehr, zurück in die Mannschaft zu kommen.

Podolski: „Wenn ich in Brasilien gesehen hätte, ich gehöre nicht mehr in diese Mannschaft, dann hätte ich mir überlegen müssen, was ich tun soll.“ Aber so war es nicht.

Podolski will zurück in die Startelf der Nationalmannschaft, kein Zweifel. „Ich muss mich vor niemandem verstecken, ich bin nicht nur dabei, weil ich der Spaßvogel bin und für gute Laune sorge“, sagt Podolski im Gespräch mit dem „Kicker“ bestimmt. Podolski ist ein Angreifer. Im Fußball, wie im Leben. Seit über einem Jahrzehnt. Damals hat ihn Marcel Koller in Köln entdeckt.

An das Karriereende verschwendet Podolski keinen Gedanken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN