„Herforder Traditionscup“ F-Junioren in Hilter auf den Spuren der Altstars


Hilter. Dariusz Wosz ging in einer Spielpause ganz entspannt über die Sportanlage des TuS Hilter. An der Hand hielt der frühere Bochumer Bundesligaprofi seinen Sohn, mit dem er den Sportplatz erkundete und sich Pässe zuspielte. Ein Bild, das die Idee des „Herforder Traditionscups“ gut beschreibt: Jung und Alt, Talente und Oldies, kämpften in einem Mixed-Turnier um Trophäen und die Anerkennung der Zuschauer.

In zwei parallel laufenden Turnieren lieferten sich sowohl die F-Jugendlichen als auch die Traditions- und Altherrenmannschaften spannende Duelle. In beiden Wettkämpfen waren jeweils acht Teams am Start: Die veranstaltenden Vereine TuS Hilter, TuS Borgloh und SG Hankenberge/Wellendorf begrüßten unter anderem die Altstar-Teams vom VfL Bochum, Werder Bremen, dem VfL Osnabrück, Arminia Bielefeld und Preußen Münster. Dadurch, dass vor dem Start jeweils eine Jugend- und eine Herrenmannschaft zusammengelost wurden, deren Punktzahlen addiert wurden, kämpften beide Altersklassen nicht nur für sich, sondern am Ende auch generationsübergreifend füreinander.

Obwohl der Spaß am Spiel im Vordergrund stand, waren vor allem die Ex-Profis mit vollem Ehrgeiz bei der Sache: „Heute haben wir parallel zum Wetter gespielt, das auch eher bescheiden war“, beurteilte Thomas Reichenberger seine Leistung und die seiner Teamkollegen des VfL Osnabrück. Für den ehemaligen VfL-Angreifer stand bei dem Turnier aber vor allem der Nachwuchs im Vordergrund: „Der Körper zeigt einem, dass es nicht mehr so geht, aber wir sind ja hauptsächlich wegen der vielen Nachwuchstalente hier – das ist das Wichtigste.“

Viele Youngster sind noch zu jung, um den Kult-Kickern zu ihrer aktiven Zeit zugejubelt zu haben, doch dank der Kombinationswertung feuerten die Kinder ihre „Mannschaftskollegen“ über die jeweiligen zwölf Minuten Spielzeit inbrünstig an. Am erfolgreichsten war die Kombination aus dem SC Glandorf, der im eigenen F-Jugend-Cup den fünften Platz mit neun Punkten belegte, und dem VfL Bochum, der den ersten Traditionscup mit der vollen Punktausbeute für sich entschied. Zu einer besonderen Jung-Alt-Konstellation kam es beim TuS Hilter und bei der SG Hankenberge/Wellendorf: Dort bildeten die beiden vereinseigenen Teams jeweils ein Gespann. Der TuS schaffte es mit dieser Kombination sogar auf Platz vier.

Dass auch ein hervorragendes Turnier am Ende nicht immer doppelt von Erfolg gekrönt ist, mussten die Juniorenspieler des TuS Solbad Ravensberg erfahren: Obwohl die Westfalen alle Spiele und das Nachwuchsturnier gewannen, wurden sie in der Mini-Maxi-Wertung nur Zweiter, da die Traditionstruppe von Preußen Münster zum gemeinsamen Erfolg nur sieben Punkte beisteuerte.

Durch die Veranstaltung führten die beiden Stadionsprecher des VfL Osnabrück Carsten Thye und Matthias Wellbrock, die in ihrer Moderation immer wieder die Altmeister aufs Korn nahmen: „Christian Claaßen wusste schon früher nicht, wie es stand – Hauptsache, das Ding war drin“, war nur ein Spruch, den sich die Ex-Profis anhören mussten. Das Talksofa, auf dem die beiden Moderatoren unter anderem Reichenberger begrüßten, wurde von den Kindern allerdings die meiste Zeit über umfunktioniert – zu bequem war es, um sich nicht darauf auszuruhen.

Nach der Siegerehrung wurde es dann noch einmal ein bisschen hektisch: Schließlich sollte alles bis zum Anstoß des WM-Viertelfinals Argentinien gegen Belgien, das im Vereinsheim übertragen wurde, abgewickelt sein. Die Weltmeisterschaft steht in diesen Tagen einfach über allem – selbst über dem Duell der Generationen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN