Fußball-Talks unter der Lupe: ZDF-Sportstudio Schiedsrichter-Chef Fröhlich: Der Video-Assistent ist keine Beratungsstelle

Von Lennart Albers

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Klartext zum Thema Videobeweis: DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich (rechts) beim Gespräch mit Moderator Jochen Breyer im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Foto: imago/Martin HoffmannKlartext zum Thema Videobeweis: DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich (rechts) beim Gespräch mit Moderator Jochen Breyer im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Foto: imago/Martin Hoffmann

Mainz. Der Videobeweis ist seit einem Jahr das bestimmende Thema in der Fußball-Bundesliga. Im ZDF-Sportstudio stellte sich Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich bei Moderator Jochen Beyer der harschen Kritik der letzten Woche und gab zu: Am ersten Spieltag funktionierte der Videobeweis überhaupt nicht so, wie es sein sollte. Und der Ex-Referee sagte auch, wie es besser werden soll.

Besonders bei den Spielen VfL Wolfsburg gegen Schalke und Bayern München gegen Hoffenheim erzürnte der Videobeweis letzte Woche die Gemüter der Fans. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Entscheidungen vom Schiedsrichter unberührt geblieben wären“, meinte Fröhlich und gestand ein, dass die Video-Schiedsrichter am ersten Spieltag zu übermotiviert gewesen seien. „Die Videoassistenten sollen nur im allerschlimmsten Fall eingreifen und sich erst recht raushalten, wenn es um Interpretationen geht“, wurde der Schiri-Boss deutlich.

Der 60-Jährige konkretisierte, was eine klare Fehlentscheidung sei, die zum Eingriff des Video-Schiedsrichters führen muss: „Klar und offensichtlich falsch ist nach unserem Maßstab, wenn der Video-Assistent denkt, dass der Schiedsrichter bei Bildansicht sofort anders entscheiden würde. Mit dieser Formel wurde auch bei der WM gearbeitet.“

Der Video-Assistent soll zukünftig nur noch im Nachhinein eingreifen und nicht – wie am vergangenen Wochenende in Wolfsburg – schon während der Entscheidungsfindung mit dem Schiedsrichter kommunizieren: „Der Video-Assistent ist keine Beratungsstelle.“

Offen und interessiert zeigte sich Fröhlich von der „Challenge-Idee“, die im Football und Hockey praktiziert wird. Trainer haben dort die Möglichkeit, bis zu dreimal im Spiel den Videobeweis zu fordern. „Ich finde das hochspannend. Für die Schiedsrichter würde es das vereinfachen. Bei der FIFA ist das aber nicht vorgesehen und deshalb können wir das nicht machen“, erteilte er der Idee aber direkt auch eine Absage.

Im Interview mit Kathrin Müller-Hohenstein sprach Nationalmannschaftskapitän und Welttorhüter Manuel Neuer zudem über die WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw. Nach einem entspannten Abend für Neuer, der im Spiel gegen den VfB Stuttgart keinen Schuss aufs Tor bekam, hätte der 30-Jährige eigentlich in Plauderlaune sein müssen. Eine persönliche Meinung zur WM-Analyse ließ er sich aber nicht im Ansatz entlocken, sondern verwies lieber darauf, dass er gehört habe, dass die Bundesligatrainer und Experten mit Löws Maßnahmen zufrieden seien: „Alle waren fachlich davon überzeugt. Das ist wichtig, dass die Experten davon überzeugt sind und nicht die breite Masse.“


Das Aktuelle Sportstudio im ZDF. Samstag um 23 Uhr, Wiederholung in der Nacht zum Sonntag auf 3sat. In der ZDF-Mediathek sind alle Interviews und die Gespräche mit Studiogästen eine Woche lang abrufbar.

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