Bundesliga-Serie, Teil 7: Der FC Augsburg Rätsel beim FCA: Wer steht im Tor und wer dahinter?

Von Johannes Graf

Torhüter-Trio: (von links) Fabian Giefer, Andreas Luthe und Benjamin Leneis. Foto: imago/KriegerTorhüter-Trio: (von links) Fabian Giefer, Andreas Luthe und Benjamin Leneis. Foto: imago/Krieger

Augsburg Die neue Bundesliga-Saison beginnt am 24. August. In einer Serie stellen wir alle Clubs aus dem deutschen Fußball-Oberhaus vor. Wo kommen sie her? Wo wollen sie hin? Was versprechen die Neuzugänge? Heute: Der FC Augsburg.

Augsburg Frühzeitig sicherte sich der FC Augsburg in der vergangenen Bundesligasaison den Klassenerhalt. An diesem Ziel orientieren sich Verantwortliche und Spieler erneut.

Klassenerhalt – und dann? Wer mit Clubverantwortlichen spricht, wird einen Satz wiederholt hören. Man müsse demütig bleiben. Inzwischen spielt der FCA zum achten Mal in Folge erstklassig, für den Verein aus dem Süden Bayerns zweifelsohne eine Leistung. Allerdings steigen mit jedem Jahr in der Bundesliga die Erwartungen. Nicht nur die der Fans und des Umfelds, ebenso die der Spieler. Einerseits ist das Konsequenz des Erfolgs, andererseits ist das zwingend erforderlich, will der Verein sich weiterentwickeln. Bleibt der Club von Verletzungen verschont und schwächelt die Konkurrenz, kann der FCA positiv überraschen.

Mit welchem Kader geht der FCA in die Saison? Die anspruchsvollen Auftritte in der Vorrunde der vergangenen Saison haben zu zahlreichen Spekulationen geführt. Im Blickpunkt: Philipp Max, Alfred Finnbogason, Michael Gregoritsch oder Jeffrey Gouweleeuw. Dass diesen Spielern dauerhaft der Kampf gegen den Abstieg nicht vermittelbar ist, erklärt sich von selbst. Sie hegen andere Ambitionen, wollen international spielen und sich persönlich weiterentwickeln. Gut möglich also, dass der eine oder andere Kicker dieses Quartetts noch den Abflug macht. Noch zählen sie zum aufgeblähten Kader mit derzeit 33 Profis.

Wer steht im Tor? Diese Frage stellte sich bereits vor der vergangenen Spielzeit, als mit einem Wechsel von Marwin Hitz gerechnet wurde. Diesmal ist der Schweizer tatsächlich weg, in Dortmund fordert er Landsmann Bürki heraus. Wer künftig das Augsburger Tor bewacht, hat Trainer Baum noch nicht entschieden. In den Testspielen hüteten abwechselnd Andreas Luthe, die bisherige Nummer zwei, und Fabian Giefer, zuletzt als dritter Torwart geführt, das FCA-Gestänge. Giefer besaß bisher die geringeren Chancen auf einen Stammplatz, präsentierte sich allerdings in den Vorbereitungsspielen in ausgezeichneter Form.

Wie verlief die Vorbereitung bisher? Für Augsburger Verhältnisse unruhig. Viele Verletzungen begleiten die vergangenen Wochen. In beiden Trainingslagern rückten Spieler in den Fokus, die gar nicht anwesend waren. Zunächst verlängerte Caiuby eigenmächtig seinen Urlaub, zwischendurch wusste der FCA nicht einmal, wo sich der Brasilianer aufhielt. Die Clubführung sprach eine milde Geldstrafe im fünfstelligen Bereich aus, weil er auf die sportlichen Qualitäten des wuchtigen Angreifers nicht verzichten wollte. Im zweiten Trainingslager fehlte Takashi Usami. Offiziell aus privaten Gründen, vor allem aber, weil er lieber in Düsseldorf als in Augsburg kickt.

Wird Manuel Baum als einer der ersten Trainer entlassen? In der Vergangenheit haben Augsburgs Entscheider sich von öffentlichem Druck nicht beeindrucken lassen. Geradezu trotzig wirkte ihr Festhalten am Trainer in Krisenzeiten. Daher lohnt sich kaum, auf einen Rauswurf Baums zu setzen. Man hat das Gefühl, den größten Druck macht sich der 38-Jährige selbst.

Zugänge: Felix Götze (FC Bayern München, ablösefrei), Fredrik Jensen (Twente Enschede, 3 Millionen Euro), Julian Schieber (Hertha BSC, ablösefrei), André Hahn (Hamburger SV, 3 Millionen Euro)

Abgänge: Marcel Heller (Darmstadt 98), Moritz Leitner (Norwich City), Marwin Hitz (Borussia Dortmund, ablösefrei), Gojko Kacar (vereinslos), Daniel Opare (Royal Antwerpen, ablösefrei), Ioannis Gelios (Hansa Rostock, ablösefrei)

Bisher erschienen:

Bundesliga-Serie, Teil 1, 1. FC Nürnberg: Der „Club“ nimmt einen neuen Anlauf in der Bundesliga

Bundesliga-Serie, Teil 2, Fortuna Düsseldorf: In die Bundesliga gekommen, um zu bleiben – mal wieder

Bundesliga-Serie, Teil 3, VfL Wolfsburg: Bloß nicht noch eine „Dinner-for-one-Saison“

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Foto: NOZ MEDIEN

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