Bundesliga-Serie, Teil 3: VfL Wolfsburg Bloß nicht noch eine „Dinner-for-one-Saison“

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Hier soll es bald wieder besseren Fußball geben: Die Volkswagen-Arena in Wolfsburg. Foto: imago/Picture Point LEHier soll es bald wieder besseren Fußball geben: Die Volkswagen-Arena in Wolfsburg. Foto: imago/Picture Point LE

Wolfsburg Die neue Bundesliga-Saison beginnt am 24. August. In einer Serie stellen wir alle Clubs aus dem deutschen Fußball-Oberhaus vor. Wo kommen sie her? Wo wollen sie hin? Was versprechen die Neuzugänge? Heute: Der VfL Wolfsburg.

Der 21. Mai 2018 wird vermutlich nicht nachhaltig in die Vereinsgeschichte des VfL Wolfsburg eingehen. Und doch war es ein wichtiger Tag: In der Relegation wurde die Klasse gehalten – wieder einmal. Jetzt sind die Niedersachsen vor allem auf der Suche nach etwas mehr Ruhe.

Wird es wieder Platz 16? Die legendäre Frage „Same procedure as last year?“ aus dem TV-Silvesterklassiker „Dinner for one“ lässt sich bequem auf den VfL anwenden. Zweimal in Folge haben die mit nach wie vor reichlich finanziellen Mitteln von Investor Volkswagen ausgestatteten Wolfsburger nur über die Relegation den Klassenerhalt geschafft. Wie schon im letzten Jahr soll jetzt natürlich aber alles besser werden.

Wie soll das gelingen? In erster Linie mal wieder mit neuem Personal. Das betrifft diesmal allerdings gar nicht so sehr die Mannschaft, sondern vielmehr die Führungsebene. Der Umbruch an den „Schaltern der Macht“ beim VfL wurde schon in der verkorksten letzten Saison eingeleitet. Dort hatten zu Beginn noch Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz, Sportchef Olaf Rebbe und Trainer Andries Jonker positiv in die Zukunft geschaut. Sie sind alle Wolfsburger Geschichte. Das Management hat mit Jörg Schmadtke ein erfahrener Mann übernommen, auf der Trainerbank hat Bruno Labbadia die „Wölfe“ in der Relegation gegen Holstein Kiel immerhin erneut vor dem Abstieg bewahrt.

Was verspricht die sportliche Leitung? Im Formulieren von großen Zielen hält man sich in Wolfsburg in weiser Voraussicht zurück. „Nach zwei Jahren Relegation geht es hier im ersten Schritt darum, erst mal wieder festen Boden unter die Füße zu kriegen“, hatte Schmadtke in einem Interview gesagt. Labbadia ist ähnlich zurückhaltend, denn beide wissen, dass es noch eine ganze Menge zu tun gibt.

Was sind die größten Baustellen in Wolfsburg? Definitiv die Kadergröße. Auf dem Mannschaftsbild drängeln sich 29 Spieler. Zu viel für ein ruhiges Arbeiten. „Bei den vielen Verletzten in der letzten Saison war das große Aufgebot hilfreich. Doch im Normalfall reichen 25 bis 26 Spieler, sodass auch der Trainer besser arbeiten kann“, sagte Schmadtke, der mehrere Streichkandidaten, aber bisher nur wenig Interessenten für sie hat.

Erste Anwärter für einen vorzeitigen Abschied sind die zurückgekehrten Leihspieler wie Paul-Georges Ntep oder Marvin Stefaniak. Auch in der Abwehr herrscht noch ein Überangebot, sodass vermeintliche Hochkaräter wie John-Anthony Brooks oder Jeffrey Bruma bei einem entsprechenden Angebot wohl gehen können.

Was versprechen die Neuzugänge? Mit Daniel Didavi (9 Tore) und Divock Origi (6) sind die beiden torgefährlichsten Spieler der vergangenen Saison weg. Entsprechend lag der Fokus bei den Verpflichtungen auf der Offensive. Für Daniel Ginczek und den Niederländer Wout Weghorst wurde richtig Geld in die Hand genommen. Ob die zusammen fast 25 Millionen Euro teuren Angreifer die Sturmflaute allerdings beheben können, ist fraglich. Beide bringen zwar eine erhebliche körperliche Präsenz mit, müssen aber auch ordentlich mit Bällen versorgt werden. „Wir haben uns bemüht, zunächst diese Problemzone zu beseitigen“, bleibt Schmadtke diplomatisch. Alle weiteren sollen im Saisonverlauf beseitig werden, damit in Wolfsburg endlich mal wieder Ruhe einkehrt.

Zugänge: Daniel Ginczek (VfB Stuttgart, 14 Millionen Euro), Wout Weghorst (AZ Alkmaar, 10,5 Mio. Euro), Marcel Tisserand (FC Ingolstadt, 7 Mio. Euro, war bereits ausgeliehen), Felix Klaus (Hannover 96, 3 Mio. Euro), Pavao Pervan (Linzer ASK), Amara Condé (Holstein Kiel, Leihende), Marvin Stefaniak (1. FC Nürnberg, Leihende), Paul Seguin (Dynamo Dresden, Leihende), Kaylen Hinds (Greuther Fürth, Leihende), Ismail Azzaoui (Willem II Tilburg, Leihende), Paul-Georges Ntep (AS St.-Étienne).

Abgänge: Daniel Didavi (VfB Stuttgart, ablösefrei), Landry Dimata (RSC Anderlecht, Leihe), Divock Origi (FC Liverpool, Leihende), Max Grün (unbekannt).

Bisher erschienen:

Bundesliga-Serie, Teil 1, 1. FC Nürnberg: Der „Club“ nimmt einen neuen Anlauf in der Bundesliga

Foto: NOZ MEDIEN

Bundesliga-Serie, Teil 2, Fortuna Düsseldorf: In die Bundesliga gekommen, um zu bleiben – mal wieder


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