Neuer: Gut, dass was Neues kommt DFB-Team in Sotschi: Sandstrand statt Sportschule

Von Tilman Mehl und Wolfgang Stephan

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Sotschi Es ist alles andere als die Tristesse in Watutinki: Sonne, Meer, Sandstrand und ein Hotel, das keine Wünsche offenlässt: Die deutsche Mannschaft residiert im Urlaubsparadies an der russischen Rivera in einem Luxus-Hotel, das so ganz nach dem Geschmack des Bundestrainers ist. Der hat hier immerhin schon einen Erfolg geschmiedet.

Statt Watutinki, das Löw mit dem „Charme einer guten Sportschule“ betitelt hatte, wohnt die Mannschaft jetzt direkt an der Schwarzmeerküste in einen Fünf-Sterne-Hotel. Das „Radisson Blue Paradise“ ist einer der nobelsten Schuppen in Sotschi, dem Urlaubsparadies der Russen. Meerblick, großzügige Gartenanlage, 25-Meter-Pool und vor allem der einzige Sandstrand an der kilometerlangen Küste.

Volle Strände

Allerdings sind Jogis-Mannen hier nicht alleine, das Hotel ist auch mit russischen Urlaubern belegt, die Strände sind voll, aber natürlich wären elegante Liege-Abschnitte mit hauseigenem Service reserviert, falls die Mannschaft sich unter die Badegäste mischen möchte. Immerhin wurde Joshua Kimmich schon mit Mountainbike an der Strandpromenade gesichtet.

Die Bedingungen sind perfekt. Zum Trainingsplatz und zum Stadion braucht der Mannschaftsbus mit Polizeieskorte nur fünf Minuten, zum Flughafen sind es keine 15 Kilometer. Die Erinnerungen des Bundestrainers und von 13 Spielern im Kader sind gut, denn hier wohnte die Mannschaft bereits im vergangenen Jahr beim Confed-Cup, und der wurde bekanntlich gewonnen. Sotschi als Campo Bahia Russlands?

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„Es ist ein gutes Zeichen, dass was Neues kommt“, wir sind froh, in einer anderen Stadt zu sein“, sagte Kapitän Manuel Neuer.

Dass das Team gleich fünf Tage hier residiert, ist keine Reaktion auf die Pleite gegen die Mexikaner. Dieser Umzug in die Sonne war lange geplant, ein kleiner Kompromiss zwischen Oliver Bierhoff und Löw. Es ist kein Geheimnis, dass der Bundestrainer anfangs ein Hauptquartier in Sotschi als wohltuender empfunden hätte.

Bierhoff setzte sich durch

Bierhoff setzte sich durch und wählte Moskau. Würde man wirklich Gruppenerster werden und als solcher später ins Halbfinale einziehen, stünde von Sotschi aus eine Flugreise nach Moskau an, von Watutinki aus aber nur eine Busfahrt ins Luschniki-Stadion. Gleiches gilt für das Finale. Nun schaut es gerade nicht so aus, als würde es zwingend mit dem Gruppensieg klappen. Bierhoff bleibt dennoch überzeugt von seiner Reiseplanung.

Manager: Rolle des bösen Buben nehme ich an

„Die Rolle des bösen Buben nehme ich an“, sagte der Manager und führte als Begründung an: „In Sotschi gibt es keinen guten Trainingsplatz.“ „Ich befasse mich nicht damit, wie es hätte sein können, wenn wir die ganze Zeit hier gewesen wären. Erstens hatten wir keinen Platz bei der FIFA, und zweitens bleibe ich weiter dabei, dass Moskau die richtige Wahl ist, gerade was logistische Dinge angeht“, sagte er.

So können Löw und Co. die Vorzüge des mediterranen Klimas nur noch wenige Tage genießen. Scheitert die WM-Mission früh, dürfte die Frage noch einmal aufkommen, warum der DFB die „Sportschule“ der „Strandoase“ vorzog…


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