TV-Kritik zum Eröffnungstag ARD startet routiniert in die Fußball-Weltmeisterschaft

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So sieht es aus: Aus diesem Studio in Baden-Baden senden ARD und ZDF während der Fußball-Weltmeisterschaft. Foto: dpa/Uli DeckSo sieht es aus: Aus diesem Studio in Baden-Baden senden ARD und ZDF während der Fußball-Weltmeisterschaft. Foto: dpa/Uli Deck

Osnabrück Endlich läuft die WM, werden sich Millionen von Fußballfans in ganz Deutschland denken. Treue Anhänger des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hingegen wird es vor den kommenden vier Wochen grausen. Immer im Wechsel wird es bei den Sendern nur ein Thema geben: Fußball.

Den Auftakt macht am Eröffnungstag die ARD. Zu sehen ist auch erstmals das neue Studio, das ja in Baden-Baden und nicht in Moskau steht. Damit wolle man zum einen Distanz zum umstrittenen Gastgeber Russland sowie dem nicht minder umstrittenen Veranstalter FIFA zeigen und zum anderen Kosten sparen, hieß es vorher. Die Übertragungen vor vier Jahren von einer Terrasse an der Copacabana hatten auf jeden Fall eindeutig mehr Flair.

Zu viele an einem Pult

Dem Ersten ist am ersten Tag schnell anzumerken, dass gleich gezeigt werden soll, was trotz der Sparmaßnahmen alles aufgefahren wird. Im Studio stehen mit Matthias Opdenhövel und Alexander Bommes beide Moderatoren zusammen mit allen drei Experten Hannes Wolf, Thomas Hitzlsperger und Stefan Kuntz. Das sieht nicht nur merkwürdig aus, sondern ist natürlich des Personellen auch zu viel. Es wird aber kein Dauerzustand sein, wie Bommes am Ende sagt: „Wir werden es etwas aufteilen. Mal schauen, wer überspielt ist.“ Auf den ersten Blick machen alle einen kompetenten Eindruck, auch wenn ein lockerer Spruch wie einst von Mehmet Scholl seitens der Experten durchaus noch fehlt. Geschaltet wird auch an den Tegernsee, wo mit Philipp Lahm ein weiterer Fachmann sitzt, der regelmäßig von Jessy Wellmer befragt werden soll. Dass das gerade im tiefsten Bayern stattfindet, kann eigentlich nur mit Lahms Wohnort dort zusammenhängen.

WM-Gefühl durch Abläufe

Vor Ort in Russland gibt es von der ARD viele weitere bekannte Gesichter. Gerhard Delling meldet sich aus dem deutschen Lager in Watutinki, und man kann nicht leugnen, dass die bekannten Abläufe im Sendeschema das WM-Gefühl zum Start noch etwas verstärken. Das gilt natürlich auch für Tom Bartels, der mit Schauspielerin und Moderatorin Palina Rojinski die sehr seichte Eröffnungsfeier zusammen und später alleine das Auftaktspiel kommentiert. Insgesamt ergibt das einen routinierten Mix der ARD zum Auftakt, der nicht vor Innovationen sprüht, einen aber auch nicht zum Abschalten nötigt.


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