Fußball-Talks unter der Lupe – Zeiglers wunderbare… „HSV-Vollhonks haben die gute Stimmung kaputt geböllert“

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Das erste Bundesliga-Tor des Hamburger SV: Am 24. August 1963 traf „Charly“ Dörfel (nicht im Bild) zum 1:1 beim SC Preußen Münster. Auf dem Foto jubeln Peter Wulf (Nr. 8) und Hubert Stapelfeldt. Foto: WittersDas erste Bundesliga-Tor des Hamburger SV: Am 24. August 1963 traf „Charly“ Dörfel (nicht im Bild) zum 1:1 beim SC Preußen Münster. Auf dem Foto jubeln Peter Wulf (Nr. 8) und Hubert Stapelfeldt. Foto: Witters

Bremen. Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist für Arnd Zeigler und seine „Wunderbare Welt des Fußballs“ Jahr für Jahr ein Highlight der Saison. An keinem anderen Spieltag werden so viele Geschichte geschrieben, an keinem anderen Spieltag so viele Anekdoten erzählt. Den größten Gesprächsstoff lieferte an diesem letzten Bundesliga-Wochenende der Abstieg des Hamburger SV. Ein Teil der HSV-Anhänger zündete im Stadion Rauchbomben und Pyrotechnik. Diese Chaoten bezeichnete Zeigler bewusst als „Vollhonks“.

Dass der Hamburger SV durch den 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach und den gleichzeitigen Erfolg des Rivalen VfL Wolfsburg gegen Köln zum ersten Mal aus der Bundesliga abgestiegen ist, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Bevor Arnd Zeigler in der letzten Ausgabe der Saison allerdings auf die sportlichen Aspekte des Abstiegs blickte, hatte er noch ein Hühnchen mit einigen sogenannten Anhängern des HSV zu rupfen.

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In der Nachspielzeit der Partie flog eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern von den Rängen in den Gladbacher Strafraum – durch die klare 3:1-Führung Wolfsburgs war der Hamburger Abstieg zu diesem Zeitpunkt so gut wie besiegelt. Ordner und Polizisten rückten auf das Spielfeld, um gegen einen drohenden Platzsturm gewappnet zu sein. Schiedsrichter Dr. Felix Brych pfiff die Partie erst nach einer knappen Viertelstunde wieder an.

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Zeigler verurteilte dieses Verhalten der Fußball-Chaoten aus dem Ultra-Umfeld aufs Schärfste: „Die Vollhonks haben es geschafft, dass eine fast schon positive Stimmung kaputt gemacht wurde. Es machte den Anschein, als würde sich in Hamburg eine Art Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans bilden. Man hatte anders als vor zwei Wochen nicht mehr das Gefühl, dass der Verein komplett im Eimer ist. Das alles wäre der letzte Eindruck gewesen, wenn nicht diese besagten Vollhonks die gute Stimmung kaputt geböllert hätten.“

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Der bekennende Fußball-Nostalgiker Zeigler zeigte dann als Huldigung noch einmal einen Zusammenschnitt der ersten Bundesliga-Partie der Hamburger. Am 24. August 1963 bestritt der HSV seine Bundesliga-Premiere im Preußenstadion gegen Münster und kam damals zu einem 1:1 – Gert „Charly“ Dörfel erzielte den ersten Treffer der Hanseaten im Oberhaus.

Bis die Fans das nächste Hamburger Erstliga-Tor bejubeln können, wird mindestens ein Jahr vergehen. Die Stadt Hamburg wird bis dahin die größte europäische Metropole ohne Erstliga-Fußball sein. Und Zeigler hatte noch eine weitere HSV-Statistik auf Lager: „Von den 56 Profimannschaften, die in der kommenden Saison in Deutschland Fußball spielen, ist bisher nur eine Mannschaft noch nie aufgestiegen – der HSV.“

Für die Nordlichter gilt es also diese beiden Statistiken zu revidieren. Als Fans getarnte Vollhonks werden dem HSV bei diesem Unterfangen allerdings nicht hilfreich sein.


Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs

Jeden Sonntag ab 22.15 Uhr (kann abweichen) im WDR-Fernsehen. Moderator: Arnd Zeigler. Zu sehen auch im Internet in der WDR-Mediathek und auf dem YouTube-Kanal der Sendung.

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