Fussball-Talks unter der Lupe: Kicker-Talk auf Eurosport Martin Kind fällt TV-Moderator ins Wort: Das ist Populismus!

Von Fabian Pieper

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Die Zeit läuft: Martin Kind, der Präsident von Hannover 96, will weiter um eine Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel für seinen Verein kämpfen. Rechts 96-Sportmanager Horst Heldt. Foto: dpaDie Zeit läuft: Martin Kind, der Präsident von Hannover 96, will weiter um eine Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel für seinen Verein kämpfen. Rechts 96-Sportmanager Horst Heldt. Foto: dpa

Osnabrück. Martin Kind, Präsident von Hannover 96, erklärte und diskutierte beim Kicker.tv-Talk mit den Talkgästen seine Beweggründe und Ansichten zur 50+1-Regel im deutschen Profifußball – und legte, sich mit Moderator Wolfgang Nadvornik an.

Neben Nadvornik und Kind brachten sich noch der Ex-Profi und jetzige Chefreporter der Leipziger Volkszeitung, Guido Schäfer, Buchautor Christoph Ruf („Fieberwahn“), Trainer Valerien Ismael und kicker-Redakteur Sebastian Wolff in die Runde ein – die jedoch zu großen Teilen Kind gehören sollte.

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Das Verhältnis zwischen Kind und den 96-Fans

Die Diskussion begann mit dem zerrütteten Verhältnis zwischen Teilen der Fanszene von Hannover und Präsident Kind, dessen Übernahme sie fürchten. „Man muss im Fußball mit Kritik leben können“, sagte Kind, forderte jedoch auch, dass man Alternativen entgegenstelle solle. Letztlich sei das Ganze eine „Kultur- und Machtfrage“, so Kind.

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Auf die Frage von Guido Schäfer, ob man derartige Themen nicht mit den Fans gemeinsam lösen könne, entgegnete Kind: „Ich weiß nicht, in welcher Welt Sie leben.“ Die Differenzen der unterschiedlichen Parteien seien einfach zu groß.

Kind wird Antrag auf Befreiung von 50+1 reaktivieren

Der derzeit ruhende Antrag Kinds auf eine Ausnahmeregelung von 50+1 für ihn, da er seit mittlerweile über 20 Jahren Präsident und Geldgeber des Vereins ist, werde, so Kind, wieder aktiviert – mit der Gefahr, dass bei Ablehnung durch die DFL eine juristische Prüfung die bestehende Regelung komplett kippen könnte.

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Da Kind großen Einfluss bei 96 habe, wollte Moderator Nadvornik wissen: „Das, was Sie in Hannover machen, warum geht das nicht mit 49 Prozent?“, woraufhin Kind entgegnete: „Sie geben doch nicht 49 Prozent, damit die anderen es vernichten!“. So wolle ein Geldgeber zum Beispiel bei der Besetzung der Geschäftsführung mitsprechen, ein, laut Kind, legitimer Anspruch.

Mit Streit in die Pause: Das ist Populismus!

Wild wurde es unmittelbar vor der Pause, als Nadvornik den Ausblick auf die kommende Fragestellung gab, in der es um den Einfluss reicher Investoren in ausländischen Vereinen gehen sollte: „Wollen wir denen die Tür öffnen?“, woraufhin Kind dem Moderator ungehalten ins Wort fiel: „Unerträglich! Das ist Populismus pur, so kann man das seriös nicht machen!“

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„…dann wirst du so einen Investor nicht mehr los“

Nach der Pause führte Kind aus, da er sich dagegen wehre, dass ausländische Investoren per se schlecht seien. Der Journalist Ruf konterte: „Das Problem ist, wenn du einen Investor hast, der seine Versprechungen nicht einhält, dann wirst du den, wenn 50+1 gefallen ist, nicht mehr los!“ Valerien verwies auf positive Beispiele in Frankreich wie PSG, Monaco und Marseille, bei denen sich sportlich großer Erfolg nach Investoren-Einstiegen einstellte.

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Kicker-Experte Wolff: …dann hat es der HSV auch verdient

Zum Abschluss klärte die Runde noch die Zukunft der Bundesliga und ihrer Vereine. Der Ex-Profi und-Trainer Ismael hatten einen wohl unrealistischen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass es irgendwann eine Überraschung in der Bundesliga gibt wie den Titelgewinn von Leicester City in England“. Mit Blick auf Abstiegskampf sagte der für den HSV zuständige Kicker-Reporter Sebastian Wolff: „Es gibt noch Hoffnung für den HSV. Und wenn es gelingt, dann hat der HSV das am Ende auch verdient“. Derweil glaubt Ismael nicht mehr an seinen Ex-Club: „Die Tendenz spricht klar gegen den VfL Wolfsburg.“


kicker.tv Talk

Jeden Freitag ab 22.45 Uhr auf Eurosport 1. Moderator: Wolfgang Nadvornik. Zu sehen auch im Internet (kicker.de) und anschließend in der Mediathek.

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