Fußball-Talks unter der Lupe: 100% Bundesliga Michael Reschke über Meyers Suspendierung: „Mir tut es total Leid“

Von Lutz Hölker

Zufrieden mit der Saison des VfB: Der Stuttgarter Manager Michael Reschke. Foto: imago/Pressefoto BaumannZufrieden mit der Saison des VfB: Der Stuttgarter Manager Michael Reschke. Foto: imago/Pressefoto Baumann

hoel Osnabrück. Max Meyers Suspendierung aus Schalkes Profikader war das große Thema der aktuellen Ausgabe von 100% Bundesliga auf RTL Nitro. Studiogast Michael Reschke zeigte im Gespräch mit dem Moderatoren-Duo Thomas Wagner und Laura Wontorra Mitgefühl mit dem Spieler, bezeichnete die Reaktion des Vereins jedoch als nachvollziehbar. Außerdem sprach der Sportvorstand des VfB Stuttgart über den rapiden Aufstieg seines Teams seit dem Trainerwechsel und über potenzielle Abgänge.

Nach der geplatzten Vertragsverlängerung ließ sich das Eigengewächs der Schalker „Knappenschmiede“ immer wieder zu verbalen Attacken in Richtung seines Clubs hinreißen. Zuletzt war sogar von „Mobbing“ die Rede. Die Konsequenz: Meyer, der insgesamt 9 Jahre für Schalke spielte, flog kurz vor dem Ende seines Vertrags aus dem Kader der Königsblauen. Der unrühmliche Höhepunkt des langwierigen Konflikts zwischen Spieler, seinem Berater und dem Vorstand des S04. Michael Reschke, der sich in seiner Laufbahn schon mit dem ein oder anderen wechselwilligen Spieler auseinandersetzen musste, bezeichnete den Ausgang des Theaters in der Sendung als „sehr bitter. Mir tut es total leid, dass es so zu Ende geht. Er wird sich sicherlich überlegt haben, weshalb er das gemacht hat. Ob das jetzt richtig oder falsch ist, das entzieht sich meiner Kenntnis.“ Für die Reaktion des Vereins zeigte Reschke aber vollstes Verständnis: „Wenn ein Spieler sich so äußert, dann bist du als Klub natürlich auch in der Pflicht zu reagieren.“

Freund hat Verständnis für beide Seiten

100% Bundesliga-Experte Steffen Freund sah den Konflikt als zwangsläufige Folge der letzten Jahre. „ich denke, man hat den Zeitpunkt verpasst mit ihm zu verlängern. Wenn du vor zwei Jahren dem 20-jährigen Meyer ein Vertragsangebot machst, dann bleibt er wahrscheinlich, das ist aber nicht passiert. Und jetzt ein Jahr vor Ende seines Vertrags wird ihm zuerst gesagt wir planen nicht mit dir, es wird schwierig und dann gab es dieses hin und her.“ Trotzdem zeigte auch Freund Verständnis für das Handeln des Vereins. „Das kann passieren, ist unterm Strich aber bitter für ihn, weil es eigentlich ein großer Verein ist und er alle Jahre seiner Karriere wegwirft. Da bin ich schon auf der Seite des Vereins, weil es so nicht zu Ende gehen muss“, lautete seine Einschätzung.

Stuttgart plötzlich mit Chancen auf Europa

Nach der Hinrunde noch stark abstiegsgefährdet, hat der VfB Stuttgart an den letzten beiden Spieltagen mittlerweile sogar noch eine theoretische Chance auf die Europa League. Aktuell befindet man sich auf Platz Acht, nur zwei Punkte hinter dem Tabellensechsten. Sportvorstand Reschke dämpfte jedoch die Erwartungen und verwies auf das schwere Restprogramm: „Unsere Fans dürfen aufgrund der Tabellensituation träumen, doch wir sind gut damit beraten zu sagen, wir werden es dieses Jahr noch nicht schaffen. Wir spielen noch gegen Hoffenheim, danach müssen wir nach München. Wir haben also zwei sehr schwere Aufgaben.“

Den Grund für den steilen Formanstieg sah Reschke vor allem im Trainerwechsel. Mit Tayfun Korkut habe man „einfach einen sehr guten Trainer verpflichtet, der die Mannschaft sehr gut führt und taktisch einen Plan hat“, schwärmte der 60-Jährige und fügte an: „Er war von Anfang an der Chef in der Kabine.“

Auch die Mannschaft erhielt vom Sportvorstand ein Sonderlob. „Das ist Wahnsinn. Das ist eine Leistung, die man hoch anerkennen muss.“ Gleichwohl mahnte Reschke davor auf dem Boden zu bleiben: „Es darf nicht dazu führen, dass wir unrealistische träume pflegen. Nicht nur für diese Saison, sondern auch für die nächste.“

Der Verbleib von Leistungsträger Holger Badstuber gilt laut Reschke derweil als unwahrscheinlich. „Es wird schwer Holger zu überzeugen, in Stuttgart zu bleiben. Er hat nochmal Lust, Champions League zu spielen.“ Nach der Saison wollen Verein und Spieler sich zusammensetzen.

Reschke gibt Versprechen an Nürnberg und Tobias Werner

Einem potenziellen Abgang öffnete Stuttgarts Sportchef dafür die Tür. Während des Gesprächs um den potenziellen Aufstieg des 1. FC Nürnberg in die Bundesliga, richtete sich Reschke in Richtung des Vereins und Leihspieler Tobias Werner, der aktuell vom VfB an die Nürnberger ausgeliehen ist: „Ich mache das normalerweise nicht, aber ich lasse ich jetzt mal zu einer Aussage hinreißen. Wenn die Nürnberger aufsteigen und wenn sie eine Einigung finden mit Tobi Werner, dann wird er auch in der kommenden Saison in der ersten Liga für den 1. FC Nürnberg spielen können. Ich kann den Clubfans jetzt versprechen, da wird es nicht am VfB Stuttgart scheitern.“


100% Bundesliga

Jeden Montag von 22.15 bis 0.15 Uhr auf RTL Nitro. Moderatoren: Laura Wontorra und Thomas Wagner