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17.04.2018, 18:56 Uhr ELFMETER-DISKUSSION IN MAINZ

Wieder mal Videobeweis: Der Fußball bleibt auf der Strecke

Von Malte Schlaack


Redebedarf: Freiburger Verantwortliche reden auf Winkmann ein. Foto: imago/Jan HuebnerRedebedarf: Freiburger Verantwortliche reden auf Winkmann ein. Foto: imago/Jan Huebner

Osnabrück. Der Videobeweis hat in der Fußball-Bundesliga mal wieder für mächtig Diskussionen gesorgt. Beim Spiel des FSV Mainz 05 gegen den SC Freiburg gab es nach dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann einen Elfmeter. Dazu sorgten die Fans als Protest gegen die ungeliebten Montagsspiele für Verzögerungen. Ein Kommentar.

Es gibt keine Statistik, in der die am spätesten abgepfiffenen Spiele der Fußball-Bundesliga aufgeführt werden. Die Partie zwischen Mainz und Freiburg dürfte recht weit oben liegen. Die Gründe dafür liefern mal wieder reichlich Stoff für Diskussionen.

Die Entscheidung in Mainz, im Nachhinein einen Elfmeter zu geben, war ohne Zweifel richtig. Der Videobeweis hat also erneut für mehr Gerechtigkeit auf dem Platz gesorgt. Auf der anderen Seite wurde durch die besondere Konstellation nach dem Halbzeitpfiff die größte Schwäche mehr als deutlich.

Durch das Hinzuziehen der Bewegtbilder verzögert sich der ganze Ablauf. Die TV-Zuschauer können noch am ehesten nachvollziehen, was passieren wird. Doch die Fans im Stadion und vor allem natürlich die beteiligten Mannschaften müssen quasi immer damit rechnen, dass eine Entscheidung revidiert wird. Eine Auflösung bekommen sie auch nicht präsentiert. Das ist auf eine Art auch spannend, aber sicher nicht im Sinne des Erfinders. Der Fußball läuft Gefahr, an Spontaneität zu verlieren, die ihn eigentlich auszeichnet. (Weiterlesen: Videobeweis – wolen wir das wirklich?)

Das alles passiert dann auch noch ausgerechnet während eines der von vielen Fans ungeliebten Montagsspiele. Die erneuten Proteste in Mainz hatten ohnehin für Verzögerungen gesorgt. Auch hier gibt es immer wieder – oft unsachliche – Diskussionen, und so verstärkt sich ein Gefühl. Bei allem bleibt etwas auf der Strecke, das doch eigentlich alle wollen: der ehrliche und einfache Fußball.


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